Dienstag, 15. April 2008

Lobby




Wenn ein riesiges System, wie das Gesundheitssystem nach den Vorstellung einiger Lobbyisten umgestaltet werden kann und das Ganze auch noch schleichend und in weiten Bereichen unbemerkt geschieht, weil die Meinungsbildungsmaschine hervorragende Arbeit geleistet hat, liegt es nicht fern, sich die Frage zu stellen, wo man dieses Phenomen noch finden kann.

Und siehe da: Es ist überall!!

In weiten Bereichen staatlicher Aufgaben lassen sich Privatisierungstendenzen erkennen, in vielen Bereichen hat sich der Staat komplett zurückgezogen.
Und immer wieder werden die gleichen Faktoren zur Heilsbringung herangezogen: Gewinnoptimierung, Effizienzsteigerung, Controlling und Ausbau der Kommunikationsstrukturen. Diese Schlagworte wird euch jeder Unternehmensberater um die Ohren hauen, die findet ihr in jeder Vorstandssitzung, in jeder Aktionärsversammlung. Selbst in den Familien sind diese Begriffe schon geheiligte Symbole familiären Ausbaus.
Diese Begriffe in die Köpfe der Menschen pflanzend, bieten alle Initiatoren auch gleichzeitig eine Lösung an, mit der ihr den heiligen Symbolen gerecht werden könnt und in der Zukunft eine heile Welt auf euch wartet.

Hey, bei den Versicherungsfuzzis haben wir das doch schon längst begriffen, oder?
Sie kommen daher, machen uns Angst mit ihren Statistiken, Erhebungen, Studien und Prognosen, um gleich hinterher, wie der Heiland eine Paradelösung zu bieten, die uns mittels Benchmarks, Überschüssen, Fondsgewinnen und repräsentativem Auftritt ihres Unternehmens eine heile Welt in der Zukunft verspricht.
Es versteht sich natürlich von selbst, dass man hierzu schon heute das Geld von morgen braucht, um euch übermorgen vielleicht mit Zahlungsversprechen bei Rentenantritt zu honorieren, was dann in etwa den Wert besitzen wird, wie Geld, dass ihr im Keller gelagert hattet.

Wir sind uns bewusst, dass Werbung direkte Einflussnahme ist, dass gewisse Gruppierungen ihre Mitglieder manipulieren bis kontrollieren können, dass Studien oft das gewünschte Ergebnis des Auftragsgebers widerspiegeln, das Entscheidungen aus finanz- und machtpolitischen Beweggründen heraus getroffen werden, oftmals gegen das Wohl der Allgemeinheit, dass Kriege heute immer noch geführt werden, obwohl sie wissentlich auf einer Lüge basieren, dass Menschen ermordet werden, weil sie der "Elite" zu gefährlich wurden und vieles, vieles mehr. All das sehen wir, tagein tagaus. Aber wir weigern uns hartnäckig zu erkennen, dass hier vielleicht Zusammenhänge bestehen könnten.

Und überall steht zu Anfang der Profit und am Ende ebenso. Man interessiert sich heute weniger dafür, was beispielsweise ein Arzt geleistet hat, wenn er ein Menschenleben rettete, sondern ob er effizient arbeitete. Und wir alle können das täglich am eigenen Leib spüren: wie sieht es denn aus mit Zahnersatz, mit alternativen Heilmethoden, mit Zuzahlungen, mit Behandlung im Alter? Welche Medikamente bekommt ihr denn? Welches Krankenhaus könnt ihr wählen? Und der Arzt? Könnt ihr ihn euch wirklich aussuchen?

Wir sehen dieselben oder gleichen Entwicklungen in allen anderen Systemen: bei den Renten, bei den Erwerbslosen durch die ARGE, in der Pflege, den Gerichtsvollziehern und vielem mehr. Werden diese Regulierungsmechanismen in die Hände profitgieriger Lobbyisten gegeben, ist dem Ausbeuten keine Grenze mehr gesetzt.

Jeder einzelne noch vorhandene Cent wird geschluckt von den Megakonzernen, die immer mehr an einem Weltbild arbeiten, dessen einziger Zweck es zu sein scheint, immer mehr Profit zu machen. Und hierbei bedienen sie sich der Methode der Manipulation, der Einschüchterung, der Einflussnahme, der Verdrängung. Die Verbindungen der Megakonzerne lassen sich bis in die höchsten Kreise unserer Regierenden nachvollziehen. Ein Geflecht aus politischen Beratern existiert in der Wirtschaft genauso, wie ein Geflecht aus Wirtschaftsberatern in der Politik. Gleichzeitig massenweise Imageberater, die für die Kulissen der Hollywood-Politshow verantwortlich sind, neben den Marketingexperten, die den Wahlkampf ausrichten und den Ghost-Writers der Redner, deren Positionen marktgerecht vorkonzipiert wurden.

Und wessen Konzept ist es, auf dem oben beschriebenes Geflecht basiert?

Richtig! Das Konzept der wenigen Lobbyisten.

Wenn das schwer zu glauben scheint, so macht euch bewusst, dass wir alle einer Meinungsbildungsmaschine unterworfen sind, die mit Überflutungen unsere neuronalen Netze konditioniert, bis wir glauben, was man uns glauben machen will. Man findet hunderte Studien und Beweise für jede Position unserer heutigen Gesellschaftsordnung, ganze Wissenschaften sind darauf aufgebaut. Doch bevor man diese Studien und Forschungsergebnisse übernimmt, sollte man sich immer zunächst die Frage stellen, wer sie beauftragt hat und welches Ziel der Auftraggeber allgemein verfolgt.
Doch je mehr sich Lobbyisten bis in die letzten Winkel unserer Gesellschaft vorarbeiten, umso weniger unabhängige Studien wird es geben, denn wer soll diese denn finanzieren?
Und gibt es keine unabhängigen Studien mehr, ist unser gesamtes Weltbild vorprogrammiert von den Absichten unserer Machthaber.

Eine sich selbst so bezeichnende Elite bildet sich heraus, deren Ziel es m. E. nach ist, den gesamten Erdball in eine Konsum-Traumwelt-Kirmes zu verwandeln, in der die Kritiker immer weiter verdrängt werden, eingesperrt werden, ermordet werden. Die Kontrolle der gesamten Menschheit ist in vollem Gange: GPS, GSM, DSL, PayBackCard, Kreditkarte, KFZ-Kennzeichen, E-Card, Biometrische Datenerfassung, Kameras, private Security-Unternehmen, und vieles mehr. Ermordungen gibt es auch: Russland tötet seine kritischen Journalisten, die Amis sprengen mal kurzerhand die Twin-Towers in die Luft, bevor sie halb Afghanistan und Irak zerstörten, China schickt einfach alle unabhängigen Ausländer nach Hause, um in Tibet Menschen zu masakrieren, was sie es im Rest ihrer Republik zur Perfektion geübt hatten, und in Deutschland fallen auch mal Politiker vom Himmel oder gehen mit ihrem Fernseher baden.

Und all das sollen zufällige Einzelheiten ohne Zusammenhang sein? Zum einen glaube ich nicht an den Zufall und zum anderen sind die Parallelen so frappierend, dass ein Zusammenhang sich quasi aufdrängt. Wenn man auf immer wieder gleiche Prinzipien stösst, gleiche Initiatoren, gleiche Profiteure, wieviel weiter soll man noch denken, um hinter all dem System erahnen zu können?
Oh ja, ich weiß! Ein Mittel unserer Mächtigen ist das Mittel der Lächerlichkeit, der Fantasterei. Man kann sehr schnell alle kritischen Stimmen in den Bereich der Spinnerei ziehen und dort den Blinden zum spielen überlassen, bis sie dem Einäugigen kein Wort glauben, wenn er von dem kleinen Spalt aus Licht in der Mauer erzählt.

Ich stelle eine provokante Behauptung auf: Die New World Order ist längst beschlossene Sache und der Weg dazu nicht nur eingeleitet sondern weit vorangeschritten. An der Spitze stehen einige wenige, die die Massen zu ihren Zwecken wie Marionetten auf dem Schachbrett ihres Symbolspieles tanzen lassen.

Die oberen Stockwerke sind bereits vollends mit Gold geschmückt, Seide ziert die getönten Fenster, während elfenbeinverzierte Kloschüsseln auf den nächsten Machtschiss eines fetten Lobbyisten-Arsches warten, was der Masse als Jahrhundertreform erneut zum Fraße vorgeworfen wird. Die tumbe Masse schluckt dieses stinkende Zeugs unter Jubelgeschrei und bringt neues Gold, neues Geschmeide, um ihren Wohltätern zu huldigen.
Sie liefern dem Volk Brot und Spiele und wollen nur unser Bestes. Und da der Löwenanteil des gesamten Kapitals bereits in den Händen einiger weniger sich befindet, wollen sie unser Zweitbestes: unsere Leistungen.
Wir sind nicht nur diejenigen, die diesen Wahnsinn finanzieren, sondern auch jene, die als Säulen diesen Koloss tragen sollen, der Stockwerk um Stockwerk schwerer und fataler wird.
Und sie bemerken, dass der Turm sich neigen könnte und sie unterbauen ihr Fundament mit knallharten Fakten aus eigener Produktion, damit die Masse sich hinter ihrer Idee versammelt und sie weiter mitträgt. Und noch eine Weile...

Doch wie lange noch? Gibt es ein natürliches und somit fatales Ende dieser Geschichte? Oder erkennen wir das Monster, das wir erschaffen?

Oder werden wir auf alle Zeiten in die Matrix eingebettet?;-)



(c) davoice

Business as usual


Business as usual

An einem sehr bekannten Beispiel möchte ich das Phenomen der Privatisierung staatlicher Aufgaben und deren negativen Folgen erläutern: unserem Gesundheitssystem.

Vor einiger Zeit trafen sich ein Großteil der Hausärzte Bayerns zu einer Protestveranstaltung gegen die derzeitige Gesundheitspolitik in Nürnberg. Diese nicht gerade unbeachtliche Veranstaltung fand in den großen Boulevardzeitschriften, in keinem Fernsehsender tiefere oder überhaupt eine Erwähnung. Ein Großteil der Hausärzte Bayerns geht auf die Strasse und niemanden scheint es zu interessieren? Nur die Ärzte? Warum hält man eine solche Geschichte der Bevölkerung außen vor?

Nun, wenn man zurückblickt, läßt sich feststellen, daß seit der Seehoferreform in den 90ern, als uns eindringlich klar gemacht wurde, dass bei steigender Lebenserwartung, die Bezahlung der Kosten immer weniger vom Solidarsystem übernommen werden könne, der Lösungsansatz in Einsparungen und fortschreitender Privatisierung von Teilen unseres Gesundheitssystems lag, unter denen die Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzte dann schnell zu leiden hatten.
Sehr gern nahmen deshalb die kommunalen Träger die Chance wahr, ihre defizitären Häuser an Klinikkonzerne zu verkaufen.

Es entstanden mehrere große Klinikketten, die im Jahre 2007 sieben Milliarden Euro Gewinn erzielten. Wohl bemerkt: viele Kliniken befinden sich trotz allem noch in kommunalen Händen. Es scheint jedoch nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sich dieser Sachverhalt gänzlich geändert hat. Auf diese Weise können sich immer mehr Landkreise von einer Schuldenlast befreien.

Für einen jungen Arzt lohnt sich die Selbständigkeit heute kaum noch, selbst im ambulanten Sektor ist die Honorierung so schlecht geworden, dass viele sich geradezu einen Großbetrieb ersehnen, der ihnen die Last des Schulden- und Kostendrucks von den Schultern nimmt..

Es scheint, als zielten alle vergangenen Gesundheitsreformen darauf ab, dass sich die Entwicklung auf diese Art und Weise zeigt: die Übernahme der Gesundheitsversorgung durch Unternehmensketten mittels kompletter Privatisierung. Zumindest scheint diese in Vorbereitung.

Medizinische Versorgungszentren wurden gegründet, mit dem Argument der Kostensenkung und den kürzeren Wegen für den Patienten. Diese häufig noch in den Händen einzelner Ärztegenossenschaften liegenden Zentren liegen somit auf dem Präsentierteller und warten nur auf Übernahme durch große Konzerne. Da ist es oft auch nur eine Frage des Preises, ab einer gewissen Summe wird sicherlich jeder schwach. Werden dann auch noch die verbliebenen Arztsitze aufgekauft, liegt die gesamte Gesundheitsversorgung einer ganzen Region in den Händen einzelner Privatunternehmen.

Wer dann den Preis diktiert, liegt auf der Hand: Der Monopolist, denn niemand anderes kann für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung garantieren. Rechte, wie die freie Arztwahl können dann getrost in Frage gestellt werden, wenn man sich eine adäquate Behandlug überhaupt noch leisten kann.
Das gesamte Gesundheitssystem wird sozusagen in eine Monokultur umgewandelt, in der es um Gewinnoptimierung und Effizienzsteigerug geht und der Patient als Wertschöpfungsfaktor zählt. (Erinnert euch an das fiat-money-Prinzip!)

Immer weiter steigende Mehrkosten müssen Patienten zunehmend selbst bezahlen, was bliebe auch übrig? Man hat ja keine Behandlungsalternative...
Nimmt diese Angelegenheit weiter zu, wird der Sinn von Krankenkassen, Kassenärztlichen Vereinigungen, Ärztekammern u.ä. in Frage gestellt. Wer käme wohl auf die Idee, den Großen ins Geschäft zu reden?
Wie es um die Schweigepflicht, den Ehrenkodex u. ä. bestellt ist, mag ich an dieser Stelle gar nicht weiter ausmalen.
Der Arzt wird reiner Angestellter in einem Dienstleistungskonzern, vordergründig profitorientiert.

Fiat Money mit der Gesundheit...

Aber warum veranlasst der Staat mit seinen Reformen solche Entwicklungen? Wie kann der Staat seine Bürger zu gläsernen Konsumenten und Wirtschaftsgütern machen?

Alle Prinzipien werden mit Begriffen, wie Vernetzung, Qualitätssteigerung, kürzere und effektivere Kommunikationsstrukturen, und ähnlichem verkauft. Politiker setzen diese mal mehr, mal weniger wissentlich in Taten, sprich: Reformen um.
Und speziell im Gesundheitssystem lassen sich die Initiatoren dieser Privatisierungsbewegung ausmachen:
Liz und Reinhard Mohn, Besitzer der Bertelsmann AG, unterstützt von Frieda Springer, Witwe von Axel Springer und Besitzerin der Hauptanteile des Springerkonzerns.
Die Bertelsmann AG ist ein komplexes Konstrukt vieler verschiedener Unternehmungen und Stiftungen, unter anderem die RTL Group, Gruner+Jahr Verlag, sowie Arvato. Damit sind sie in über 60 Ländern dieser Welt vertreten und haben sich vor allem auf die Vermarktung von Kommunikation im weitesten Sinne spezialisiert.
Mit einem Umsatz von 16,8 Milliarden Euro liegt dieser genauso hoch, wie der, der nächsten zehn Medienkonzerne zusammen.
Zusammen mit Frieda Springer sitzt die Familie Mohn häufig bei einem netten Gespräch zusammen, gelegentlich auch mit ihrer Freundin Angela Merkel. Ob diese nun freiwillig dort sitzt, angesichts der geballten Medienmacht, die dort vertreten ist, sei mal dahingestellt. Daß aber genau dieses Kaffeekränzchen unser Land regieren soll, klingt jedoch unglaublich, nicht?

Die Einflussnahme in der Politik findet über die Bertelsmann Stiftung statt, die sich vom Steuersparmodell sehr schnell zum größten und durch den Medienhintergrund mächtigsten Think Tank der Republik wandelte.

Bertelsmann berät die gesamte Bundesregierung, aber auch viele andere Konzerne mit Statistiken, Markterhebungen, Demographie, Benchmarks und Qualitätskriterien. Kongresse und Diskussionsforen werden initiiert, bei denen ausgewählte Referenten Bertelsmann-Positionen vetreten und somit fortlaufend unterschwellig Meinungsbildung aus einer Hand erfolgt. Bertelsmann liefert die erforderlichen Daten für Markt und Politik und bietet gleichzeitig auch Lösungsansätze. Umfragen können vernichtende Ergebnisse zu Tage fordern: Wenn jemand sagt, ihm gefällt das Konzept deines Unternehmens nicht, so ist das vielleicht Geschmackssache. Doch wenn dir jemand Zahlen und Tabellen und Erhebungen vorlegt, die besagen, dass 85% der Verbraucher, dieses Konzept fürchterlich finden müssen, wie werdet ihr euch dann wohl entscheiden?
Wenn man nun ständig kritisiert, die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen ambulanten und stationären Ärzten sei schlecht, Qualitäätskriterien würden nicht beachtet, man könne die Arbeit des Hausarztes nicht statistisch erfassen und man sich in der Berichterstattung durch Medien nur auf Fehler und Versäumnisse beschränkt, welches Bild erschafft man dann wohl in den Köpfen des Bürgers? Ja, und auch der Politiker?
Und das Heilmittel ist hier mal wieder der private Träger, der dem System aus Einzelpraxen mit Effizienzsteigerug, Controlling, Quality-Mangement und repräsentativer Außenwirkung entgegentritt.

Doch was haben Bertelsmann davon, wenn sie der Art Einfluss nehmen? Nun, ein Grund könnte sein, dass Frau Liz Mohn im Aufsichtsrat der Rhön-Kliniken, einem der Mega-Klinik-Konzerne, sitzt. Und daneben gibt es sicherlich noch massenhaft weitere Gründe, daraus Profit zu schlagen, in diesem bisher geschützten Wirtschaftsfeld. Printmedien, Kommunikationsplattformen, Fernsehprogramm uvm.
Näheres würde an dieser Stelle zu weit führen, Informationen zu Bertelsmann findet man massenweise, überall.

Man muss an dieser Stelle die Gefahren der Monopolisierung für die Gesundheitspolitik nicht mehr näher beleuchten. Die Macht die von einigen, wenigen Konzernen ausgeht ist kaum vorstellbar.

Letztenendes muss die Frage gestellt werden, wie verfassungskonform ein solcher Lobbyismus ist, bei dessen Nichtbeachtung unsere Volksvertreter ihre Vernichtung in den Medien fürchten müssen? Denn, wenn ein Beruf, wie der eines Politikers der Maßen von der öffentlichen Meinung abhängt und diese Meinungsbildung in der Hand von netten alten Damen liegt, darf man dann die Frage stellen, wieviel unsere Demokratie noch wert ist?

Übrigens: Ein Horst Seehofer, damals mitverantwortlich für die Reformen, welche die Türen zu diesen Entwicklungen geöffnet haben und der später als scharfer Kritiker des Neoliberalismus zitiert wurde, ist bei der Bewerbung zum CSU-Vorsitz durch alle Medien geprügelt worden. Droht dieses Schicksal allen Abtrünnigen?

Klingt das wieder zu sehr nach Verschwörung?

Ich kann euch beruhigen: das ganze ist einfach nur Business as usual!



to be continued



(c) davoice









mit Dank an Jan Erik Döllein für die gute Vorlage

Moneymaker


Die bisher von mir beschriebenen Vorgänge haben sich der Art verselbständigt, dass sie in jeder Form des Handels wiederzuerkennen sind. Immer wieder entsteht neues Geld durch Zahlungsversprechen, die irgendjemand für einen Zeitpunkt in der Zukunft decken will. Natürlich mit neuen (leeren) Zahlungsversprechen versteht sich. Bei näherer Betrachtung entdeckt man dieses Phenomen in Waren-Termingeschäften, auf dem gesamten Aktienmarkt, im Fondsgeschäft, überall.
Wie sonst erklärt sich eine "Wertsteigerung" einer Firma durch reinen Handel mit ihren Aktien? Sehr schnell stehen 10 Mio. realen Wertes 100 Mio. Aktienwert gegenüber.

Und immer daran denken: wo ist die Leistung?

Richtig: vordergründig in dem Versprechen zu zahlen, bekanntermassen mit weiteren Zahlungsversprechen und letzten Endes aber vom einzigen Leistungserbringer: dem Anleger und somit euch selbst, die ihr in in den Markt mit Falschgeld vertraut und jeden Euro für gedeckt haltet.

Doch, wenn ich mich einigermaßen verständlich mitteilen konnte, wisst ihr ja, dass jeder Euro verzinslich unterwegs ist, da er ja grundsätzlich geliehenes Geld ist. D.h. irgendjemand hat mal mit einem Zahlungsversprechen in die Zukunft diesen Schein erhalten und muss ihn verzinsen. Wenn er nicht zahlt, dann alle anderen. Versteht ihr den Teufelskreis des fiat money? Jeder Euro, der auf einem Zahlungsversprechen beruht und im Geldsystem unterwegs ist wird obendrein noch verzinst, was bedeutet, dass die Schuld zusätzlich auch noch exponential steigt!! Diese Zinsen müssen auch bedient werden. Seitens des Staates natürlich mit weiteren Geldern, die er bei der Bank drucken lässt und irgendwann einmal bezahlen will.
Zahlen tut nur der Leistungserbringer!!!!

Na bemerkt ihr, wie wir uns immer im Kreis bewegen?

Nun, das ist durchaus gewollt, denn mittlerweile ist das Bewusstsein über diese monetären Vorgänge so vorkonditioniert, dass man uns, ähnlich den Tricks eines Illusionisten, mit in den Vordergrund geschobenen Aspekten vom tatsächlichen Geschehen ablenkt.

Oder gibt es jemanden unter euch, der sich sicher ist, dass sein (Papier-)Geld jederzeit und immer in Ware umgesetzt werden kann?

Stellt euch mal eine Extremsituatíon vor: Alles liegt am Boden zerstört, ein ganzes Volk muss neu beginnen. Jede staatliche Ordnung ist allenfalls im Entstehen begriffen, keine staatlich gestützte Währung. Na, was würdet ihr zum Handel akzeptieren, draußen in den Bergen, weitab jeder "Zivilisation"? Einen Papierschein mit der Aufschrift "100€" oder vielleicht doch eher einen kleinen Klumpen Gold oder sonstigen Edelmetalls?

Nun, ich denke, die Wahl ist leicht, was beweist, dass Edelmetalle, speziell Gold und Silber, zeitlosen Bestand haben. Jenseits aller Buchgelder und Zahlungsversprechen und Aktien und Anleihen und weiss-der-Geier-was, denen kein oder wenig realen Gegenwertes gegenübersteht, bleiben Edelmetalle als Zahlungsmassstab immer von einheitlichem Wert.

Und hierbei muss ein Trick beachtet werden: Wir sagen heute eine Unze Gold habe den Wert von sagen wir mal 10€. Wenn man genau darüber nachdenkt, ergibt dies ja gar keinen Sinn, vor allem wenn wir doch davon ausgehen, dass dem Geld letztenendes Gold/Leistung zu Grunde liegen sollte! Dann nämlich bedeutet dieser Satz sowas wie: Ein Auto hat den Wert eines Autos.
Denn nicht das Auto (also das Geld) sind doch Bemessungs und Bewertungsgrundlage, sonder das Geld (Gold), dass ich für das Auto zahlen muss.
Richtig ausgedrückt müsste es heissen: 10€ haben den Wert einer Unze Gold!! Versteht ihr das Misverständnis?

So geschah es, dass in unserem Bewusstsein der Wert einer Ware durch den Begriff des Geldes ersetzt wurde. Man misst die Dinge nun in Euro, Dollar oder Yen. Kein Wort mehr darüber, ob für jeden Schein auch Gold (als Standard für einen Wert) gelten müsste. Die mentale Verbindung zu Gold ist unterdrückt, Geld tritt als Ersatz seine Stelle an und kann vortan beliebig vervielfältigt werden. Das funktioniert mit Gold nunmal nicht. Zumindest nicht auf materieller Ebene, wenn auch illusionärer Ebene, wie wir gleich erfahren werden.

In der Geschichte gab es viele Bestrebungen die Auswirkungen des fiat money, oder deutlicher ausgedrückt: des Falschgeldes, zu zähmen, dem Kollaps entgegenzuwirken. Bisher war es jedoch so, das man immer wieder auf den alten Trick mit den Zahlungsversprechen zurückkam, lediglich um ein Nuance verfeinert.

Staaten, wie die USA, verboten 40 Jahre lang den Privatbesitz von Gold, der Annahmezwang von Papiergeld wurde eingeführt, man versuchte mit Gold den Markt zu überschwemmen, um dessen Vertrauensposition zu schwächen, da man ja den Preis fallen sah. Um darüber hinaus das gleiche Prinzip, wie zuvor mit dem Ersatz des Goldes durch Geld, nun wieder Gold in Form noch nicht geschöpfter Quellen auf den Markt zu bringen, also Gold, dass noch tief in der Erde lag: ein weiteres Schuldversprechen in die Zukunft!! So kam es, dass viel mehr Gold verkauft wurde (wieder einmal) als geschöpft werden konnte.
Und das Spiel geht weiter!

Doch macht euch bewusst: es handelt sich hierbei nicht um einen linearen Vorgang! Er ist, wie erwähnt exponential! Ich weiss, wir, Menschen haben kaum eine Vorstellung von exponentiellen Vorgängen. Doch viele von euch kennen vielleicht die Geschichte vom armen Bauern und dem Schachbrett. Der Bauer wollte als Gegenlohn auf dem ersten Feld des Schachbrettes ein Korn Reis. Auf dem zweiten die doppelte Menge, also zwei Korn Reis. Beim dritten ebenso: also vier Korn Reis, beim fünften 8, beim sechsten 16 und so weiter. Bis er am Schluss viele Tonnen Reis zusammen hat. Und ihr wisst, wie wenig Felder ein Schachbrett hat....

Viel komplexer noch sind die Zusammenhänge, die ich zu verdeutlichen versuche. Doch Tatsache ist, dass die Mächtigen dieser Welt nur sehr ungern ihre so exponierte Position des Geldschöpfers aufgeben wollen. Nun, da liegt die Annahme nicht fern, dass man dann auch alles tut, um dieses System aufrecht zu erhalten, trotz des drohenden Kollapses.

Doch, wie bewerkstelligt man dieses wahnsinnige Unterfangen? Wie kann ich dem Kollaps entkommen? Und sehen wir uns das mal aus Sicht der Riesen-Firmen und der Banken und der Machthaber an: dort geht es doch um "Gewinnoptimierung", "Wirtschaftlichkeit", "Produktivität", dem Aufrechterhalten des großen Getriebes, das immer weitere Einnahmen garantiert, da das System, auf dem es beruht, es auch verlangt.

Gefährlich sind ja nur solche, die dem Spiel zu mistrauen beginnen, jene die die Waren kaufen sollen (die sie ja noch nicht produziert haben, aber schon kassiert haben, weil sie es in der Zukunft irgendwann einmal mit einem anderen Versprechen zahlen wollen, welches sie mit unproduzierten Waren aus weiteren Versprechungen, irgendwann später einmal, mit noch einer Zahlungsversprechung auf Leistung in der Zukunft usw.....), jene, die die Leistung erbringen, jene, denen wir immer mehr Produktivität, Effizienz, Verständnis für Wirtschaftlichkeit und Gewinnoptimierung abverlangen. Immer mehr! Denkt daran: es ist eine exponentiale Entwicklung!!

Mehr zu meinen Vermutungen bezüglich eines weltweiten Netzes aus totalitären Strukturen zu späterer Zeit.

Vorab ein paar Fragen zum Nachdenken:
Warum sollen wir bei steigender Überbevölkerung und anhaltenden Hungersnöten, in den Industriestaaten poppen, was das Zeug hält? Braucht man Masse?
Warum steigen die Gewinne der Unternehmen, bei sinkender Beschäftigung? Und manchmal deren Aktienkurse, trotz hoher Verluste im Realgeschäft?
Warum fusionieren immer mehr Giganten, wenn doch Konkurrenz denn Markt belebt?
Warum haben immer mehr Giganten ihre Finger im Spiel staatlicher und gesellschaftlicher Aufgaben?

Und immer daran denken: unser System beruht größtenteils auf der "fiat money"-Idee! Die Druckerpresse der Mächtigen!



(c) davoice

Die Idee des Geldes


Die Idee des Geldes war es, den Handel mit Waren zu erleichtern. Es ist einfacher 10 Gramm Gold zu transportieren, als zwei Rinder. Ein sehr kluger Einfall, den der Erfinder dieses Mediums da hatte, garantiert es doch schnellere Wege und einheitliche Bewertung der jeweiligen Ware durch einen weltweit geltenden Standard den Gold besitzt. Gold lässt sich beliebig teilen und formen, was seine Flexibilität beim Handel sicherstellt. Eine halbe Kuh lässt sich schwer verkaufen, zumal die Haltbarkeit anzuzweifeln ist.

So stand dem Wert des Goldes ein bestimmter Warenwert gegenüber. Ware, basierend auf einer Leistung die in der Vergangenheit erbracht wurde. Natürlich gab es auch Fluktuationen im Warenwert, da nicht immer vom gleichen Angebot ausgegangen werden kann. Hatte ein Anbieter weniger Waren, stieg der Preis. War die nächste Saison besser, fiel er wieder und es kam zu einem Ausgleich! Aber selbst bei hohem Preis ging dem Gold immer eine Leistung vorraus: Felder mussten bestellt werden, Vieh gezüchtet, Metall verarbeit und Dienstleistungen verrichtet.

Weil es nun gefährlich ist, sein Gold unterm Kopfkissen aufzubewahren, kam die Idee der Bank dazu. Auch dies ist zunächst mal eine gute Idee.
Man lagerte sein Gold in einer Bank ein und erhielt dafür eine Währung, die Auskunft über die Höhe des Kapitals gibt, eine sogenannte Banknote. Gegen Vorlage dieser Banknote war die Bank verpflichtet den Gegenwert an Gold zu jeder Zeit auszuzahlen. Selbst da hatte der Geldschein, die Banknote noch einen Gegenwert, das Gold lag ja jederzeit griffbereit im Tresor der Bank und dem Gold liegt, wie oben erwähnt immer eine Leistung zu Grunde, die bereits erbracht wurde.

Jetzt stellte die Bank fest, dass der Zahlungsverkehr mittels Banknoten hervorragend funktioniert und, dass viel weniger Gold von der Bank abgeholt wurde als erwartet.
Und da manche Goldbesitzer für einen gewissen Zeitraum freiwillig auf ihr Gold verzichteten, gaben sie der Bank die Erlaubnis, diesen Anteil des Goldes zu verleihen. Hier lag dem geliehenen Geld auch noch eine Leistung zu Grund: die des Goldbesitzers. Bei Rückzahlung an die Bank durch den Schuldner wird auch eine Leistung erbracht. Der Zins, der von der Bank erhoben wurde kann auch als leistungsgedeckt betrachtet werden: Leistung, die durch Verwaltung und Lagerhaltung entstanden ist.

Soweit, so gut!

Da sich die Tresore füllten und immer viel mehr Gold da war, als wieder abgeholt wurde oder mittels Kredit verliehen wurde, kam die Bank auf eine genauso geniale wie fatale Idee.
Man dachte sich, wenn ja niemand das Gold abholt, weil ja mit Banknoten stellvertretend für Gold bezahlt werden kann (und später werden musste, per Gesetz, wie ich in einem anderen Blog noch erläutern werde!), kann man ja genausogut viel mehr Geld verleihen, als es die jeweiligen Goldbesitzer selbst beauftragen, die vom Zins ja einen Teil bekamen, weil sie ihre Leistung zur Verfügung stellten. Ohne Beauftragung der Goldbesitzer geht sogar der gesamte Zins an die Bank. Wenn das mal nicht viel lukrativer ist.

Gewinnoptimierung nennt man sowas wohl...

Fractional banking war erfunden: die Bank musste nur noch einen gewissen Prozentsatz an Gold in den Tresoren liegen haben im Vergleich zur ausgeliehenen Summe.
So kam es, dass 1 Kilo Gold bis zu 20 mal und mehr weiterverliehen wurde, einfach, indem auf beiden Seiten ihrer Bücher der geliehene Betrag geschrieben wurde, so wie ich es in meinem Blog "Es werde Geld" beschrieben hatte.

Auch dies geht solange in Ordnung, solange der Falschgeld/Buchgeld-Betrag wieder zurückgezahlt wird. Dann nämlich verschwindet das Buchgeld. Somit besteht für Buchgeld keine Deckungspflicht durch Gold.

Doch entsteht durch dieses "Mehr" an Geld ein Wertverlust der Leistung, was durch mehr Leistung kompensiert werden muss.
Wenn dann obendrauf der Leistungserbringer/Bürger mistrauisch wird, angesichts des Wertverlustes ihrer Banknoten und beschliesst, sein Gold von der Bank abzuziehen, kann es ganz schön eng werden für eine Bank, die ja nur einen geringen Prozentsatz der ausgegebenen Geldmenge in Form von Gold bevorratet.
Tatsächlich kam es in der Geschichte schon zu sehr brutalen Szenen wegen solcher Gründe, bis hin zu Kriegen.
Immer hemmungsloser liessen sich die Geldschöpfer also dazu hinreißen, immer mehr Geld mittels Buchgeld in den Markt zu pumpen, was zunächst auch die Wirtschaft belebte, da ja nun Geld für Investitionen zu Verfügung stand. In rasender Geschwindigkeit stieg der Anteil an Buchgeld im Verhältnis zur Gesamtgeldmenge auf 90%.

Ein kleines Beispiel angelehnt an eine früheren Blog von mir: Erinnert ihr euch an die Geschichte mit dem Wirt und den zehn Freunden? Die Bierdeckel-Schuldscheine? Als ich zum ersten mal an diesem Beispiel die Erschaffung von Falschgeld bildlich zu erklären versuchte?
http://20cent-community.de/blog/show.phtml?cbID=11914
Ihr könnt euch vorstellen, dass jeder dieser zehn Freunde den Bierdeckel eines anderen als Zahlungsmittel akzeptieren würde und auch der Wirt würde für diesen Bierdeckel Bier ausschenken. Das funktioniert solange, wie davon auszugehen ist, dass jeder der Freunde die Absicht hat, seine Verpflichtung durch Zahlung der 20€ zu erfüllen. Erst wenn einer nicht mehr die Absicht hat seine Leistung zu erbringen, wird dieses Geld ja zu Falschgeld, da es keinen Gegenwert mehr besitzt.

Dies bedeutet, irgendein anderer muss diese Leistung erbringen. Wenn also nun nie beabsichtigt ist ein Zahlungsversprechen einzuhalten, ist mein Geld "faul" oder besser gesagt: falsch! Wenn ich nicht zurückzahle bleibt das Buchgeld existent und andere müssen dafür mehr verzichten, mehr leisten.

Längst schon hatte der Staat dieses Monopol der Geldschöpfung den Banken streitig gemacht, bis irgendwann beide, Banken wie Staat Geld schöpfen konnten: der Staat legt Staatsanleihen auf, die Banken mittels Buchgeld verflüssigen und zahlt mit neuen Zahlungsversprechen. Man führte die Annahmepflicht von Geldscheinen ein, also auch solchen, die nicht warengedeckt sind. Der Teufelskreis ist in vollem Gange. Spätestens nachdem Staat und Banken das Monopol auf Geldschöpfung erlangten, gab es kein Halten mehr.
Ein moderner Staat schreibt heute Wechsel auf eine unbestimmte Zukunft und erhält dafür Geld. So produziert der Staat Falschgeld selbst. Er lässt es lediglich bei den Banken drucken. Eine Leistung wurde nie erbracht und ist auch nicht beabsichtigt. Man zahlt Zahlungsversprechen mit neuen Zahlungsversprechen.

Die Gegenleistung erbringen wir!!! Wie gesagt: jeden Tag! Immer mehr!!!




to be continued :-)

(c) davoice

Es werde Geld!

Es werde Geld!


Seit Jahrtausenden funktioniert Falschmünzerei auf völlig einfache Art und Weise: Die Mächtigen erklärten eine Norm, wonach beispielsweise eine Münze 10 Gramm reinen Goldes sein soll, näturlich mit ihrer Prägung als Garant für Echtheit. Der Herrscher prägte die Münze mit seinem Bild, Symbol für die Sicherheit der Ware Geld.

Im Laufe der Zeit gab es dann sogenannte Münzreformen, die immer wieder das Resultet hervorbrachten, dass fortan die Münze weniger wog. Man senkte bei jeder Münzreform zunächst das Gewicht, später den Gehalt des Goldes, bis aus einer ehemals 10 Gramm schweren, reinen Goldmünze, ein noch etwa 0,5 Gramm Gold enthaltendes Metallgemisch übrigblieb.
Man bedenke: jedem Gramm Gold liegt eine gewisse Leistung zu Grunde. Wenn ich den Gehalt des Goldes minimiere, minimiere ich auch den Wert der Leistung. Folglich muss mehr erbracht werden, was auch weiterhin mehr abgeschöpft werden kann.

Dies alles blieb lange Zeit unbemerkt und auch unbeachtet, war es doch egal, ob ich für eine 10 Gramm Goldmünze eine Kuh bekam oder für eine 10 Gramm Metallmünze.
Auffällig wurde das Ganze ja erst, wenn das gemeine und somit betrogene Volk feststellte, dass sie jetzt zwei Münzen brauchen, um eine Kuh zu kaufen. Um dem Volk die Möglichkeit zu geben, schließlich lebt man ja davon, wurde sie ihnen gewährt: sie bekamen für die gleiche Arbeit nun zwei Goldmünzen.

Na, dann ist doch alles wieder in Ordnung, oder?

Mitnichten! Denn zwei Münzen haben zu diesem Zeitpunkt den Wert von ehemals einer oder mehrerer Goldmünzen. Wert, den der Herrscher sich mittels Münzreform selbst vereinnahmt hat, um nun blendend noch mehr Geld ins Volk zu giessen. So schafft er immer neues Geld. Aus dem Nichts.....

All dies Geld ist ja noch Sachwert gestützt: ihm liegt ein greifbarer Wert zu Grunde, nämlich das Gold, das ja immer noch vorhanden ist.

Doch wie sieht es mit Kreditgeld aus?

Kreditgeld besagt doch zunächst, das es Geld ist, welches geliehen wurde, also zahlt der Schuldner mit einem Zahlungsversprechen. Der Unterschied zu Warengeld liegt darin, dass dem Warengeld ein Sachwert, der in der Vergangenheit bereits erbracht wurde zu Grunde liegt, während dem Kreditgeld lediglich eine versprochene, noch nicht erbrachte Leistung in der Zukunft zu Grunde liegt. Eine heutige Bank verleiht solche Zahlungsversprechen 20 mal und mehr weiter, womit immer neues Buchgeld entsteht.
Das heisst, wenn ein Kreditgeber Geld verleiht, schafft er damit neues Geld. Zumindest für den Zeitraum des Zahlungsversprechens, also der Laufzeit des Kredites. Wird das Geld zurückgezahlt, verschwindet auch das durch Kredit entstandene Buchgeld.
Auch hier ein Unterschied zum Warengeld: das Gold bleibt für immer vorhanden.

Ist man nun aber gar nicht interessiert an der Rückzahlung des Buchgeldes, was ja auch hieße, man ginge 0 auf 0 raus, so ergibt sich eine ganz neue Weise der Falschmünzerei.
Man stelle sich vor, jemand verleiht 200.000 € und nimmt zur Sicherheit dein Haus, das 200.000€ Wert ist. Man bedenke: es handelt sich um Buchgeld, das nicht durch Waren gestützt ist.
Die Geschichte in die du investierst geht in die Hose, der Kreditgeber aber will sein Geld, was du ihm mit deinem Zahlungsversprechen auch zugesichert hast. Da du das Geld nicht mehr hast, geht das Haus an die Bank, die jetzt Sachwert in Höhe von 200.000€ besitzt!!
Die Bank hat somit aus 200.000€ Buchgeld, 200.000€ realen Wert geschaffen.

Na, wie nennt man das?

Was ist heutzutage Warengeld und was ist Buchgeld, wie kann ich es unterscheiden?
Gar nicht, meine Lieben. Die Geschichte ist soweit fortgeschritten, dass es sich nicht mehr korrekt nachvollziehen lässt, ob das Kapital einer Bank, eines Unternehmens oder einer Person Sachwert oder Buchwert gestützt ist. Auffällig wird die Situation natürlich, wenn eine Bank wie jüngst in Schieflage gerät. Dies lässt nämlich Rückschlüsse auf den warengestützten Teil der Banken zu.
Und weil an diesem von den Banken vergebenen Geldern ein Rattenschwanz anderer Investitionen, inklusive Staatsanleihen liegen, tausende und abertausende von Zahlungsversprechen, ist natürlich kein Herrscher interessiert am Untergang eines Finanzgebers, eines Geldschöpfers. Der eigene Kopf und der, der Verbündeten geräte in sprichwörtliche Gefahr. Ganze Stockwerke ihres Gebäudes brächen zusammen!
Da werden dann schnell mal ein paar Milliarden Steuergelder lockergemacht, um in die Bresche zu springen.
Steuergelder!!! Geld, für das ihr eine Ware erbracht habt, nämlich eure Arbeit!
Sachwert also!
Und wieder das gleiche Spiel!

Fiat Money!

So nennen es die Experten! Und blicken selbst nicht mehr durch in ihrem Wirrwarr aus monetären Geflechten. Oder sollte ich sagen Filz?

Und dies hier ist nur die Basis dieses gigantischen Gebäudes, das immer weiter auf diesen Prinzipien errichtet wurde. Man kann sich kaum vorstellen, wie riesig, wie mächtig dieser Koloss ist, er reicht kilometerweit in den Himmel. Und immer weiter wird Etage um Etage errichtet und ausgebaut und mit jedem Meter, den dieses Ungetüm wächst, steigt der Hunger, steigt die Gier. "Wir brauchen Stahl! Wir brauchen Beton! Mehr Glas! Gebt uns Purpur und Geschmeide! Wir geben euch Arbeit! Gottverdammt, wo ist der Sicherheitsdienst? Hier ist schon wieder einer von unten und will mehr!!!"

Und ihr? Wollt ihr nicht auch mehr?



(c) davoice

Mittwoch, 5. März 2008

Seid ihr soweit?


Wann immer ich Antworten auf essentielle Fragen suchte, konnte ich mich nicht mit Niedergeschriebenem oder Gepredigtem zufrieden geben. Es lag schon früh in meiner Kindheit begründet, Autoritäten anzuzweifeln, ja, kritisch zu betrachten, was mir die ein oder andere Schwierigkeit im Leben einbrachte.

Als Jugendlicher verspürte ich immer den Drang, andere Wege zu gehen. Vielleicht zum einen, um mich abzugrenzen vom Herkömmlichen und zum anderen, weil ein gewisser Pioniergeist in mir wohnt, der mich von Zeit zu Zeit seltsame Wege, ja, ganze Reisen unternehmen lässt.

Lehrbücher oder Lehrer konnten mir nichts beibringen. Tatsächlich gehe ich soweit, zu behaupten, dass nirgendwo zu keiner Zeit auf der Welt, irgendwer irgendwem was beigebracht hat. Jeder tut das selbst. Der Lehrer/das Lehrbuch sind nur die Medien dazu!
Ich musste die Dinge immer selbst in Erfahrung bringen, selbst erleben. Einfach adaptiertes Wissen war und ist mir ein Gräuel.
Natürlich nahm ich hierzu Lehrbücher und Lehrer zu Rate, aber viel bedeutender und tief greifender war für mich die Beobachtung und direkte Erfahrung meiner Umwelt. Und hierin war ich kompromisslos. Jede Antwort die ich in der Außenwelt fand, schickte ich auf Reisen durch mein Jahrmillionen altes Steuerzentrum, glich sie wieder und immer wieder mit Vergleichspunkten ab, verband sie assoziativ mit anderen Gedankensträngen, suchte Essenzen zur Reduzierung auf das Wesentliche ohne trübende Begleitelemente, manchmal in einem Jahre andauernden Prozess, bei dem immer wieder neue Informationen eindrangen, die in die jeweilige Betrachtungsweise miteinbezogen werden mussten. Wenn man drüber nachdenkt, ein unglaublich komplizierter Prozess.

Dieser Prozess findet im Stillen statt.
Wenn ihr ganz leise seid, innerlich ruhig, eure Aufmerksamkeit nur auf euren innersten Punkt richtet, könnt ihr ihn hören! Und aufgeschlossene können ihn sehen, ja fühlen. Er brummt ständig in euch, bringt euer Rückgrat vom Steiß bis zur Schädeldecke zum schwingen.
Und sieht man zu und hört hin, lernt man diesen Prozess immer mehr verstehen.
Aber halt! Dazu müsst ihr euren Verstand hin und wieder für eine Weile ausschalten. Ihr habt im Laufe der Jahre zu viele Filter eingebaut, die lassen nicht alles durch!
Wie das gehen soll? Den Verstand auszuschalten? Und bin ich dann nicht etwa verrückt?
Oh doch! Und ob ihr das seid, wenn die Filter weg sind! Aber doch nur dann, wenn der Verstand mal wieder rebelliert und sagt:
"Stopp! Alle Konzepte müssen erhalten werden, wie sie bekannt gemacht wurden! Keiner springt über die Mauer! Wachen!!!! Haltet den Geist! Er will ausbrechen! Sich befreien! WAHNSINN!!!!!!"

Denn der Verstand ist direkt mit unserem Ego verbunden, dessen erbärmlichen Tanz ich an anderer Stelle schon mal erwähnte. Lösen sich die Grenzen unseres Verstandes, lösen sich auch die Grenzen unseres Egos auf, das ohne Richtlinie, ohne Halt, ohne Rahmen, ohne Form somit sein Dasein auslöscht. Beide kämpfen wie besessen für ihre Idee von einer Realität. Sie nähren und stützen sich gegenseitig mit sich selbstrechtfertigenden Argumenten, gegenseitigem Bauchpinseln. Das Ego erklärt sich für das Maß der Dinge, weil es den Tanz bestimmt. Der Verstand, weil er das Tempo bestimmt.
Erst das Ausschalten des rationalen Verstandes, das Auflösen der Ego-Spiele führt zu wahrer, ungefilterter und ganzheitlicher Wahrnehmung.
Was ich hier schreibe ist gar nichts Neues. Ganz im Gegenteil: darauf beruht jede Meditationsform, alle sonstigen Arten der Kontemplation, jede andere Bewusstseinsreise.

Denn wir Menschen sind nun mal in der Lage unser Bewusstsein zu verändern, wir haben Millionen Mittel und Wege dazu entwickelt. Ich behaupte sogar: wir sind dazu bestimmt!

Doch tun wir’s?

Wenige tun es! Zumindest bewusst. Dieser in jedem wohnende Prozess verläuft bei den meisten nämlich im Hintergrund. Und diesen kann man ganz schnell klar machen, dass jedes Verlassen des Verstandes-Highways grundsätzlich krank, ja gefährlich sein muss.

Ich für meinen Teil konnte die Erfahrung machen, dass mit jedem Male, an dem ich die gewöhnlichen Bahnen unserer Realitätsvorstellungen verließ, mit größerer Bewusstheit, größerem Verständnis, ja: mehr Verstand zurückkam. Ganz ähnlich geht es wohl Astronauten im All, wenn sie diese herrliche blaue Kugel sehen und ihre eigene Bedeutungslosigkeit, aber große Sinnhaftigkeit in den Abläufen des Universums erkennen.
Wenn ihr sie fragt, wie sie es beschreiben würden, würde es mich nicht wundern, wenn einige es als "Gnade" beschrieben. Denn das muss es wohl sein: ein gnadenvolles Erlebnis.

Und die Reise der Menschheit Richtung Zukunft beginnt meiner Meinung nach genau hier!
Das Nutzen unseres Hirnes sollte nicht nur intellektueller Maßlosigkeit dienen, die sich selbst genügt! Das Hirn ist dazu da, es zu benutzen und nicht nur, um Wissen zu verwalten.
Es ist so wahnsinnig schnell! Keine Ahnung, warum die meisten ihm zu Fuß folgen wollen?!

Wir haben im Laufe der Existenz Millionen Male unser Bewusstsein verändert. Mal für einen Moment, mal in der gesamten Menschheit! Dies geschah unbewusst! Wir bemerkten es nicht.
Heute beginnen wir diesen Umstand langsam zu realisieren. Ein Grund mehr, sich klar zu machen, dass ab nun jeder neue Schritt nur bewusst erfolgen kann.

Nun, wenn es notwendig und unabwendbar ist, dass der Mensch eine neue Ära seiner Daseinsform erreicht, wäre es vielleicht von Vorteil, etwas geübter im Umgang mit unserem bio-elektronischen Multi-Dimensionen-Hyperspeed-Shuttle zu sein.

Also, seid mal für einen Moment leise und hört, wie eure Triebwerke hochfahren. Verlasst die irdischen Grenzen eures Verstandes für einen Moment, ignoriert euer Ego, lasst es wüten. Wenn ihr nicht hinhört, bleibt es ungehört! Niemand ist, außer euch!

Und dann.....



(c) davoice

Freitag, 8. Februar 2008

Selbstbetrug

Von Zeit zu Zeit begegne ich Menschen, über deren starre Haltung ich mich wundere. Und ich rede jetzt nicht von einer Position, von der man überzeugt ist, weil man sich hinreichend damit beschäftigte, sondern von solchen, die bei näherem Nachfragen keine Grundlage liefern können.
Zwangsläufig stellt sich mir dann die Frage, mit welcher Rechtfertigung, auch vor sich selbst, sie zur Verteidigung ihrer "Wahrheit" alle Register ziehen, diese aufrecht zu erhalten?
Oft mangelt es nicht mal an Intellekt, zu begreifen oder zumindest die "gegnerische" Position aufnehmen zu können. Zumindest drüber nachdenken sollte im eigenen Interesse doch möglich sein.

Sind sie so verhärtet und undurchlässig?

Interessant ist auch, welch Selbstbewusstsein an den Tag gelegt wird. Wieder ist hier das Wort "Bewusstsein" versteckt. Bewusstsein, dass meiner Meinung nach auf einer Bewusstheit über einen Sachverhalt basiert, begründet auf Fakten, Erfahrung und analytisch-logischem Denken. Bewusstheit, der somit Wissen vorangeht, das wiederum auf Information basiert.
Wenn nun ein Mensch keine (echten) Informationen zur Verfügung hat, ist das Wissen, das er vorgibt zu besitzen wenig vorhanden oder verwässert mit allerlei ähnlichem Pseudo-Wissen. Und wenn das Wissen anzuzweifeln ist, kann das, worüber die Starrsinnigen sich in Bewusstheit zu wiegen glauben, nur grenzwertig sein. Ist nun die Bewusstheit über einen Sachverhalt dadurch nun sehr mangelhaft, kann das präsentierte Selbstbewusstsein nur falsch, illusionär und selbsttäuschend sein.

Gibt es größere Irrtümer, als ein falsches Bild auf dem jemandes Realität begründet ist?

Es ist davon auszugehen, dass Entwicklung, wie wir sie bisher kennengelernt haben, nur möglich ist, weil alles sich zu jedem Zeitpunkt in einem ständigen Wandel befindet. Ein ständiger Kreislauf, ständige Wechselbeziehungen, ständiger Austausch, ein sich immer weiter drehendes Rad. Das einzig Stete ist der Wandel!

Doch leider scheint es zur Eigenart vieler Menschen zu gehören, sich ihre Fesseln selbst anzulegen, ihre Kerker selbst zu bauen, sich freiwillig in die Gefangenschaft ihrer selbstgemachten Konzeptionen zu begeben, bis sie in völlig degradierter Form nur noch auf die nächste Inkarnation oder den Tod, je nach Glaubensbild, warten.

DAS nennen sie Leben!
DAS nennen sie Freigeist!
DAS nennen sie Querdenken!
DAS nennen sie Kompetenz!
DAS nennen sie Freiheit!
DAS nennen sie Zukunft!

Da ich an den Menschen als solchen glaube, kann mich Starrsinn zur Verzweiflung treiben. Er schmerzt! Denn ich bin mir bewusst, dass eine Entwicklung für diese Menschen, solange ihr Starrsinn existiert, nicht möglich ist! Und es gibt keine Mittel gegen Starrsinn, nur ein einziger kann dagegen was tun: man selbst!

Und da haben wir ja den Salat!!! Man ist sich selbst die größte Hürde, das am schwersten zu zähmende Tier, die größte Bestie, gegen die man kämpfen kann! Wenige wagen sich in diesen am schwersten zu führenden Krieg! Die meisten ziehen es vor, sich selbst im Weg zu stehen in ihrer Entwicklung und diesen Selbstbetrug als Überzeugung zu verkaufen.

Wir leben in einem Informationszeitalter (und das beziehe ich nicht nur auf unsere modernen, elektronischen Medien!!), in dem es ein Leichtes sein sollte, Möglichkeiten zu entdecken, mit denen man sich aus diesem Dilemma befreien kann. Es gibt die verschiedensten Techniken, die Denkprozesse reinigen zu können.
Ja, man sollte mal den Fernseher ausmachen, dieses fürchterliche Manipulationsinstrument, zumindest solange man nicht erkennen kann, was die Wahrheit hinter den Bildern ist.
Und hat man sich selbst erst mal überwunden und ist der ehemals sichere Turm, in dem sich der Kerker befindet, eingestürzt, wartet eine weite, weite Welt, die zu ergründen und mit Leben zu füllen eine ganz neue Qualität gewinnt. Eine kleine Wiedergeburt in offenere Räume und Zeiten.

Und wisst ihr was? Jeder ist dazu eingeladen, niemand anderes, als man selbst, stellt die Regeln auf.
Und niemand anderes, heisst einen dort herzlicher willkommen, als man selbst.

Dann seid ihr WILL-KOMMEN!! Wellcome, well done!

(c) davoice

Dienstag, 15. Januar 2008

Die richtigen Fragen

Da ist mir im letzten Beitrag doch glatt ein Faux-Pas unterlaufen. Ich hatte davon geschrieben, dass wir bei unserer Reise auf's Logbuch scheissen sollten. Okay, für diesen Rat entschuldige ich mich hier in aller Form und hoffe, dass ihr bis jetzt keine Schäden erlitten habt! :-)

Woran ich nämlich nicht gedacht habe, in all meiner Euphorie, ist die Tatsache, dass manche ja noch nicht mal einen Tretroller vorwärts gerollt kriegen, wie sollen sie dann eine Hyperspeed-Reise durch Dimensionen jenseits ihrer Auffassungsgabe durchstehen?

In all der Konfusion, die sich durch alle Ebenen zieht, der wirtschaftlichen, der politischen, der gesellschaftlichen, der religiösen, der was-weiss-ich-noch-alles-Ebenen, schaffen es die wenigsten ein klares Bild von sich selbst zu haben. Wie sollten sie dann in der Lage sein die Antworten, die sie suchen, zu finden, wenn sie nicht die richtigen Fragen stellen?

Hinter jeder noch so trivialen Aussage lässt sich, bei entsprechender Veranlagung (und einhergehender Unfähigkeit gesunder Differenzierung) ein tiefgründiger Hintergrund finden. Es ist einfach über die sagenhafte Bedeutung eines Rheinkiesel nachzudenken und darin tiefgreifende Assoziationen zum eigenen Sein zu finden! Schwieriger wird es bei der Betrachtung des Menschen und seiner Bedeutung im universalen Ablauf aller Dinge!

Je nachdem, welche Fragen man stellt, welche Assoziationen damit verbunden sind und mit welcher Ernsthaftigkeit ich dieses betreibe, kann man sehr wohl Einblicke der besonderen Art in unser Dasein erhalten.
Es reicht jedoch nicht seine eigene Vorstellung philosophischen Ansatzes in bedeutungsschwangeres Vokabular zu kleiden, um sich selbst vorzumachen, man sei mental auf dem Weg zum Sprung in die nächste Ära unseres menschlichen Daseins.

Dass lässt annehmen, dass so ein Logbuch eines Captain James T. Kirk gar nicht so schlecht wäre. Zumindest krieg ich damit meine "Enterprise" eher auf Kurs!
Denn die Reise ist ja gar nicht so ungefährlich, da draußen (oder sollte ich besser sagen: da drinnen?). Es gibt Sonnenstürme, meist Ausdruck weissgekleideter, Sermon labernder ehemaliger Manifestationen autoritärer Wesenhaftigkeiten. Wir fliegen durch Kometenfelder, jeder einzelne steingewordener Ausdruck unseres falschen, unbeweglichen Egos. Und dann das schwarze Loch der Sinnfrage, diese alles verschlingende Bestie! Wie soll ich sie je ergründen?

Naja, und weil sonst nix da ist, keine Basis von der aus man sich auf die Reise begeben könnte, versuchen manche vom nächsten Hügel zu springen, in der Hoffnung, dass die Inspiration sie trägt! Es ist davon auszugehen, dass diese sehr schnell, sehr hart auf den Boden ihrer Realität zurückstürzen.
Am Boden zerschmettert, hinterfragen sie (berechtigterweise) den Sinn ihres Handelns. Man wird verstehen, wenn man sagt, dass dieser Mensch dumm und töricht handelte und weit entfernt jeder Sinnhaftigkeit war! (Okay, wenn man will kann man selbst darin einen Sinn sehen: er machts zumindest nicht nochmal *g*)
Es ist schon von Vorteil, wenn man sich mit seinem Fluggerät ein wenig auskennt und auch in etwa die Richtung kennt, in die es gehen soll.

Ansonsten ist die Reise zum Scheitern verurteilt. Und jedes damit verbundene Vorhaben, jede zu erwartende Entdeckung versinkt in Bedeutungslosigkeit.

Also: wer sich in neue, innere Welten begibt, sollte die gleichen Vorbereitungen Treffen, wie auf Reisen in der Aussenwelt.
Und wenn man eine Sprache nicht spricht, so sollte man die Einheimischen nicht mit Banalisierungen ihrer Phonetik beleidigen. Lernt man sie sprechen, findet man sich auch viel schneller in einem fremden Land zurecht. Man sollte genausowenig ihre Kultur verunglimpfen und trivialisieren. Man sollte sie verstehen lernen, wer weiss welche Schätze alte oder andere Kulturen bereithalten! Tut man das nicht, bleiben sie bedeutungslos in jedem Sinne!

Und grundsätzlich: um richtige Informationen zu erhalten, muss ich die richtigen Fragen stellen. Es reicht nicht, mal ins trübe Wasser zu greifen und zu glauben, damit liesse sich der Stein der Weisen finden!

Zu allererst sollte man sich die Frage nach sich selbst zu ergründen versuchen. Wer sich selbst erkennt, findet den Weg darüber hinaus.

Aber Vorsicht: ihr seid das schrecklichste, was euch je begegnet ist!

(c) davoice

Montag, 14. Januar 2008

Der nächste Schritt

Vor einiger Zeit sprach ich von den vier Grundbedürfnissen, die der Mensch stets erfüllt sehen will: Nahrung, Schlaf, Sex, Verteidigung/Sicherheit und den wahnwitzigen Errungenschaften, die wir erbrachten, um dies auch zu garantieren. Dem gigantischen logistischen und bürokratischen Systemen und davon, das wir damit nicht weiter sind, als jeder Ameisen- oder Bienenstaat. Die Frage, die sich damit auftat, war: Wonach strebt der Mensch?

Es fällt mir schwer, daran zu glauben, dass mit der Stillung meiner Bedürfnisse, dem Weltfrieden und dem Ende aller Hungersnöte der Mensch sein Ziel erreicht hat.
Somit strebt er nach "Höherem", nach mehr Bewusstheit, mehr Bewusstsein. Im Laufe der Evolution stieg der Mensch aus tierischem Bewusstsein empor: er bekam eine Vorstellung von einem "morgen", erinnerte sich an seine Ahnen, begann Ackerbau und Viehzucht. Mit all dieser Bewusstheit wuchs auch sein Bewusstsein. Irgendwann leisteten sie es sich nachzudenken, ein hochkomplizierter Vorgang. Sie lernten Logik durch Betrachtung natürlicher Phenomene, sie entdeckten Zusammenhänge, schufen Systeme um diese zu ordnen, immer komplexer und feinstrukturierter.
Wir erforschen das Universum!

Enorm, zu was der Mensch in der Lage ist.

Doch denke ich, das ist nur die Hälfte des Weges. Ich denke, wir befinden uns sogar ziemlich genau an einem Scheidepunkt, an dem der Mensch entscheiden kann, wie es weitergehen soll. Wir haben den freien Willen und die nötige Bewusstheit (nicht zu Verwechseln mit Bewusstsein!) unseren Weg zu wählen. Und vielleicht sind wir zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte überhaupt in der Position BEWUSST unsere weitere Entwicklung zu entscheiden.

Wir werden erwachsen!!

Die Frage allerdings ist: erreichen die Massen auch das nötige Bewusstsein für diesen gigantischen Schritt in die Zukunft? Wenn man sich so umsieht, mag man berechtigterweise daran zweifeln.
Mit diesem Bewusstsein kommt ja auch die Verantwortung, die man trägt, man kann sich nicht mehr rausreden, man hätte es nicht gewusst! (Man beachte das Spiel, das die Worte "Wissen, Bewussheit, Bewusstsein" ergeben! Darüber allein lohnt es sich mal nachzudenken;-) )
Ist der Mensch soweit, diese Verantwortung zu tragen?

JA! Er MUSS! Er hat keine andere Wahl, das Spiel der Milliarden Jahre alten Doppelhelix fängt gerade erst an!

Könnt ihr euch vorstellen, welch überragender Moment es sein kann, wenn der Mensch bewusst den richtigen und nächsten Schritt in der Evolution tätigt? Zum allerersten Mal überhaupt?
Wow!!! Ich krieg Gänsehaut, wenn ich nur daran denke! Lasst uns feiern!!!

Doch wie sieht dieser nächste Schritt aus, welche Stufe erklimmen wir, was wird aus dem Bisherigen?

Das scheint mir eine der Hemmschwellen zu sein: die Frage, was aus dem "Bisher" wird. Genau dessen wird der Mensch sich nämlich immer mehr bewusst, dass nichts mehr sein wird, wie bisher, wenn er den nächsten Schritt geht, analog zum Sündenfall in der Bibel. (War es Sünde oder wollte man uns das Glauben machen??). Alles scheint davon abzuhängen, ob der Grossteil der Menschheit auch mehr Bewusstsein, nach erreichter Bewusstheit erlangt! Unsere Informationssysteme könnten die besten Hilfsmittel darstellen! Wir sind in der Lage gigantische Netzwerke aufzubauen.

Doch gibt es massenweise Menschen, die KEINE Veränderung wollen, die alles tun, um die Dinge so zu halten, wie sie sind!
Oh Gott, was wird aus meinem Haus? Was werden die Nachbarn denken? Krieg ich noch Rente? Gibt es Sicherheiten?
Sind das nicht die Fragen, mit denen wir uns beschäftigen sollen? Sind das nicht Fragen, die uns vom nächsten Schritt abhalten?
Wer hat denn heute Zeit über die Menschheit, die Welt, das Universum und das Mysterium des Lebens nachzudenken? Unsere Kinder stechen sich gegenseitig auf den Strassen ab, da soll man noch Nerven für lebensphilosophischen Firlefanz haben?
Und überhaupt: wer soll das denn finanzieren?

Werden wir damit nicht beschäftigt bis zum Kollaps? Soll es das sein, was wir unter dem Sinn des Lebens verstehen (sollen) im generellen, nicht individuellen Sinne? Die ständige Frage nach der Sicherheit und ihrer drei Bedürfniss-Geschwistern?

Nein! Das kann es nicht sein! Ich für meinen Teil habe seit langer Zeit Wege gewählt zumindest eines kleines Licht in der "Bewusstseins-Bewegung" zu sein. Ich glaube an den Menschen! Ich glaube an seine Fähigkeiten und ich glaube an mein Bewusstsein! Es ist nie starr, nie statisch! Das ist meiner Meinung nach der Fehler den viele machen: das Festhalten! Und sei es an alte, überholte Werte!
Nur so erreiche ich die Möglichkeit frei zu bleiben, mich nie in ein Korsett zwängen zu lassen und am Ende als Gefangener meiner eigenen Konzeptionen in meinem eigenen, selbstgebauten Kerker, in degradierter Form auf den erlösenden Tod zu warten.

Der Mensch hat seine Schaltzentrale, seine millionenfach erprobte und neu konfigurierten Systeme ständig upgedated, wie man in denglish sagt! Jetzt wird es Zeit für einen Bewusstseinssprung!

Auf in Welten, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat! Scheisst auf's Logbuch, mit Warp-Geschwindigkeit in unser Hirn! Und sehen wir zu, dass wir "WISSEN" lernen! ;-)

Gute Reise!

(c) davoice

Freitag, 4. Januar 2008

Des Menschen Ziel

Jeder Mensch lebt innerhalb sozialer Systeme, sei es das kleine Völkchen im Dschungel Südamerikas oder der Bewohner moderner Großstädte - alleine kann er nicht bestehen. Vielleicht hat der ein oder andere es versucht und sich in die Abgeschiedenheit begeben, doch zwingen ihn seine Sexualität immer wieder zur Gemeinschaft mit anderen Menschen. Spätestens dann werden aus solchen Beziehungen Familien, daraus weitere Familien, ganze Gesellschaftsformen entstehen hieraus.
Und diese bedürfen immer einer Ordnung, Regeln und Gesetze dienen der Orientierung. Um Spannungen zu vermeiden und ein Mindestmass an Miteinander erfahren zu können, und sei es auch nur zwischen zwei Menschen, müssen diese sich arrangieren. Sogesehen ist absolute Anarchie unmöglich!

Moderne Gesellschaften haben die kompliziertesten Systeme entwickelt, um die Befriedigung der Bedürfnisse der verschiedenen Mitglieder zu gewährleisten und zu koordinieren. Sie verfolgen alle einen Zweck: dem Streben nach Glück und materieller Sicherheit. Das beste System ist jenes, welche die Befriedigung aller Mitglieder oder zumindest der meisten gewährleistet.
Vereinfacht dargestellt haben wir Menschen vier Grundbedürfnisse: Essen, Schlafen, Sex und Verteidigung. Diese bedürfen enormen körperlichen und geistigen Einsatzes, um ihnen gerecht zu werden. Wir haben die komplexesten Systeme erschaffen unsere Nahrung um den gesamten Globus in unsere Kühlschränke zu fliegen (also, jetzt nicht DIREKT in den Kühlschrank :-) ), unsere Leiber sanft zu betten und die Funktionalität unserer Geschlechtsorgane regelmässig zu überprüfen. Und damit uns niemand in den Garten geht, müssen wir uns verteidigen. Das Militär schützt vor Gefahr von Außen, die Polizei von Innen, der Arzt vor Krankheiten usw.

Diese vier Grundbedürfnisse haben wir mit den Tieren gemein. Der Mensch ist daher ein "soziales Tier", das die verschiedensten Gesellschaftsordnungen geschaffen hat, um diese Bedürfnisse auf "die feinere Art" zu stillen und ist hierbei gar nicht soweit vom Tier weg: Panzer, wie die Schildkröte, Balzverhalten, wie ein Strauß, Essgewohnheiten, wie ein Schwein.

Im Gegensatz zum Tier ist der Mensch nicht an körperliche Voraussetzungen gebunden - der Lebensstandard eines Tieres bleibt von der ersten Minute an derselbe. Ein Tier kann die Qualität seines Lebens nicht verbessern, alles was es tut, dient einzig den vier Grundbedürfnissen, je nachdem, was gerade dringlicher ist.
Der Mensch hat die Gabe der Vernunft und der Intelligenz, er denkt über philosophische Ideale nach und handelt vielleicht auch danach. Er ist in der Lage durch Logik Schlussfolgerungen zu ziehen und sein Leben zu ändern.Somit ist der Mensch dem Tier weit vorraus.

Doch was macht er damit?

Wenn alle seine komplizierten Systeme nur der Befriedigung der vier Grundbedürfnisse dienen, dann ist sein Vorsprung gegenüber den Tieren verschwendet, denn diese ernähren und vögeln sich auch ohne diese ganze Technologie.
Millionen von Büchern, einzigartiger Meisterwerke in der Kunst, die intellektuellsten Akrobaten-Kunststücke mit ihrem Hirn und wir sind nicht weiter als jeder Bienenschwarm oder Ameisenhaufen?

Hey, die lacht sich doch kaputt, die Biene Maja, wenn sie sieht, was wir veranstalten.

Aber mal ernsthaft: die Meilensteine menschlicher Evolution sind (vereinfacht) Frustration, Unzufriedenheit, Angst, was zu Auseinandersetzungen führt, Gewalt, ja: Krieg.

Der Mensch, dieses vernunftbegabte Wesen, diese soziale Natur ist in Wirklichkeit ein neurotisches Wesen innerhalb unglücklicher und gespaltener Gesellschaften, da seine Vernunft fehlgeleitet und misbraucht wurde.

Und nicht wenige werden mir bestätigen, dass der Mensch zu "höherem" bestimmt ist, ja angesichts seiner Schaffenskraft geradezu hierfür geschaffen wurde.

Wonach strebt der Mensch? Welche Frage versucht er zu beantworten?

Was denkt ihr?