Freitag, 4. Januar 2008

Des Menschen Ziel

Jeder Mensch lebt innerhalb sozialer Systeme, sei es das kleine Völkchen im Dschungel Südamerikas oder der Bewohner moderner Großstädte - alleine kann er nicht bestehen. Vielleicht hat der ein oder andere es versucht und sich in die Abgeschiedenheit begeben, doch zwingen ihn seine Sexualität immer wieder zur Gemeinschaft mit anderen Menschen. Spätestens dann werden aus solchen Beziehungen Familien, daraus weitere Familien, ganze Gesellschaftsformen entstehen hieraus.
Und diese bedürfen immer einer Ordnung, Regeln und Gesetze dienen der Orientierung. Um Spannungen zu vermeiden und ein Mindestmass an Miteinander erfahren zu können, und sei es auch nur zwischen zwei Menschen, müssen diese sich arrangieren. Sogesehen ist absolute Anarchie unmöglich!

Moderne Gesellschaften haben die kompliziertesten Systeme entwickelt, um die Befriedigung der Bedürfnisse der verschiedenen Mitglieder zu gewährleisten und zu koordinieren. Sie verfolgen alle einen Zweck: dem Streben nach Glück und materieller Sicherheit. Das beste System ist jenes, welche die Befriedigung aller Mitglieder oder zumindest der meisten gewährleistet.
Vereinfacht dargestellt haben wir Menschen vier Grundbedürfnisse: Essen, Schlafen, Sex und Verteidigung. Diese bedürfen enormen körperlichen und geistigen Einsatzes, um ihnen gerecht zu werden. Wir haben die komplexesten Systeme erschaffen unsere Nahrung um den gesamten Globus in unsere Kühlschränke zu fliegen (also, jetzt nicht DIREKT in den Kühlschrank :-) ), unsere Leiber sanft zu betten und die Funktionalität unserer Geschlechtsorgane regelmässig zu überprüfen. Und damit uns niemand in den Garten geht, müssen wir uns verteidigen. Das Militär schützt vor Gefahr von Außen, die Polizei von Innen, der Arzt vor Krankheiten usw.

Diese vier Grundbedürfnisse haben wir mit den Tieren gemein. Der Mensch ist daher ein "soziales Tier", das die verschiedensten Gesellschaftsordnungen geschaffen hat, um diese Bedürfnisse auf "die feinere Art" zu stillen und ist hierbei gar nicht soweit vom Tier weg: Panzer, wie die Schildkröte, Balzverhalten, wie ein Strauß, Essgewohnheiten, wie ein Schwein.

Im Gegensatz zum Tier ist der Mensch nicht an körperliche Voraussetzungen gebunden - der Lebensstandard eines Tieres bleibt von der ersten Minute an derselbe. Ein Tier kann die Qualität seines Lebens nicht verbessern, alles was es tut, dient einzig den vier Grundbedürfnissen, je nachdem, was gerade dringlicher ist.
Der Mensch hat die Gabe der Vernunft und der Intelligenz, er denkt über philosophische Ideale nach und handelt vielleicht auch danach. Er ist in der Lage durch Logik Schlussfolgerungen zu ziehen und sein Leben zu ändern.Somit ist der Mensch dem Tier weit vorraus.

Doch was macht er damit?

Wenn alle seine komplizierten Systeme nur der Befriedigung der vier Grundbedürfnisse dienen, dann ist sein Vorsprung gegenüber den Tieren verschwendet, denn diese ernähren und vögeln sich auch ohne diese ganze Technologie.
Millionen von Büchern, einzigartiger Meisterwerke in der Kunst, die intellektuellsten Akrobaten-Kunststücke mit ihrem Hirn und wir sind nicht weiter als jeder Bienenschwarm oder Ameisenhaufen?

Hey, die lacht sich doch kaputt, die Biene Maja, wenn sie sieht, was wir veranstalten.

Aber mal ernsthaft: die Meilensteine menschlicher Evolution sind (vereinfacht) Frustration, Unzufriedenheit, Angst, was zu Auseinandersetzungen führt, Gewalt, ja: Krieg.

Der Mensch, dieses vernunftbegabte Wesen, diese soziale Natur ist in Wirklichkeit ein neurotisches Wesen innerhalb unglücklicher und gespaltener Gesellschaften, da seine Vernunft fehlgeleitet und misbraucht wurde.

Und nicht wenige werden mir bestätigen, dass der Mensch zu "höherem" bestimmt ist, ja angesichts seiner Schaffenskraft geradezu hierfür geschaffen wurde.

Wonach strebt der Mensch? Welche Frage versucht er zu beantworten?

Was denkt ihr?

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