Dienstag, 30. März 2010


Wie erkennt man einen Verfassungsfeind?

Nun, um herauszufinden, wie demoratisch und freiheitlich der Einzelne oder ganze Gruppen sind, bedarf es lediglich der Betrachtung ihrer Argumentation bezüglich aktueller und im Nachhinein als verfassungswidrig erklärter Gesetzgebung.

Wir haben da die Hartz IV-Problematik, in der das Bundesverfassungsgericht eindeutig die Nonkonformität zu unserem Grundgesetz feststellte. Nachbesserungen wurden angewiesen. Das bedeutet gleichzeitig: Millionen von Menschen, die entgegen ihren grundrechtlich verbrieften Rechten behandelt wurden und das über Jahre!
Millionen Menschen, deren Existenz und Leben dadurch stark beeinträchtigt, bedroht oder gar zerstört wurde und deren Nachwirkungen wir die nächsten Generationen noch zu spüren bekommen.

Schwamm drüber!

Machen wir ein paar neue Gesetze, soll doch das BVerfG wieder Jahre später prüfen, ob es noch passt, ist ja schließlich deren Aufgabe, nicht wahr?
Aber währenddessen haben Politiker jahrelang die Verfassung wissentlich (dann sind es Verbrecher) oder unwissentlich (dann sind es Stümper) mit Füßen getreten und sind ihrer parlamentarischen Aufgabe in der Vertretung des Volkes unter grundrechtlichen Vorgaben weder nachgekommen, noch haben sie sich einen Dreck darum geschoren.

Wir haben die verfassungsrechtlich bedenklichen und die grundgesetzwidrigen Überwachungsmaßnahmen, wie die Vorratsdatenspeicherung, Elena etc. Die Architekten dieses Sicherungswahnsinns und Sicherheitsterrors haben allesamt den Menschen dieser Republik Schaden zugefügt und sind dabei es weiter zu tun. Sie scheuen sich nicht über ihre Schock-Methoden, unterstützt durch die Medien und Hollywood, beim Volk die Legitimation dazu abzugewinnen. Da reicht ein China-Böller in einer Unterhose aus, um die gesamte Welt mit Nachtscannern zu bestücken. Ein gefaktes Attentat reichte aus, damit mehrere Länder bis in die Steinzeit gebombt wurden, um nun humanitäre Hilfe zu leisten. Biometrische Pässe, Irisscanner, Überwachungskameras, verdachtsunabhängige Kontrollen, all das sind tiefe und verfassungswidrige Einschnitte in unsere Privat- und Intimshäre. Wer hier die Meinung vertritt, niemand müsse sich darüber Sorgen machen, wenn er nichts zu verbergen hat, ist ein Verfassungsfeind und definitiv weder Demokrat, noch jemand, der die Menschenrechte achtet.

In unserem Land regieren Politiker, die einen Vertrag einfach so ohne Kenntnis der Details, entgegen allen Warnrufen und Klagen durchgewunken haben, der unsere gesamte Nation ihrer Souveränität und somit ihres demokratischen Mitbestimmungsrechtes entraubt. Ich rede hier vom EU-Reformvertrag. Über die Einwände habe ich bereits mehrfach geschrieben, eine kurze Auflistung der wichtigsten Punkte sei jedoch nicht uninteressant. Da wären die Wiedereinführung der Todesstrafe, die Möglichkeit der gewaltsamen Niederschlagung eines Aufstandes durch das Militär, der Verlust der Souveränität und die Inkaufnahme der Fremdbestimmung durch Regularien aus Brüssel, die undemokratischen Spitzenpositionen (wer hat die gewählt und wer sind die überhaupt?), die Aushebelung der Persönlichkeitsrechte, die Möglichkeit der Gefangennahme ohne Grund und Anklage, die zunehmende Komplettüberwachung (Project Indect), und in letzter Konsequenz das Ende der Industrienationen, wie wir sie kennen. Das Grundgesetz besitzt keinerlei Kraft mehr, da die EU-Regularien ihm übergeordnet sind. Unsere Politiker werden zu Showstars reduziert, die den Schein einer Demokratie wahren sollen, tatsächlich aber lediglich die ausführenden und willfährigen Sklaven einer diktatorischen Verwaltungsapparatur sind, während unsere Gerichte den Wert einer Barbara Salesch-Sendung besitzen und unsere Freunde und Helfer zu Brutalitäten physischer wie psychischer Art gegenüber ihren Mitbürgern gezwungen werden.
Eine Wahl in der ehemaligen DDR war gewichtiger, als es eine Wahl in Deutschland je wieder sein wird...

...solange wir die "Etablierten" wählen.

Wenn wir uns die Hintergründe der kriegerischen Auseinandersetzungen betrachten, in die Deutschland verwickelt ist, so ist die Annahme, dass es sich vor allem bei den Beteiligungen im Irak und Afghanistan (neben anderen) um grundgesetzwidrige Einsätze handelt nicht nur erlaubt, sondern für jeden Demokraten verpflichtend, diese Frage zumindest stellen zu können/müssen und auf mehr Transparenz und Aufklärung zu drängen und eben nicht gefolgsam das Lied vom deutschen Helden zu singen. Diese Einsätze wurden aber von unseren Politikern beschlossen und werden gegen den Willen des Volkes, unter dessen Legitimation sie operieren, aufrecht erhalten. Wer klagt diese Menschen an? Wer stellt sie vor das Gericht, das diesen Umstand prüfen kann? Und warum ist es nicht "salonfähig", dieses als deutscher Bürger und Demokrat zu fordern, wo wir die Gerichtsbarkeit dieser Sachverhalte als demokratisches Werkzeug zur Aufrechterhaltung der Gewaltenteilung doch eingeführt haben und sie uns auch zur Verfügung steht?

Es werden weiterhin in Deutschland (wie rund um den Globus) die Klimalügen aufrecht erhalten, obwohl gerade unsere GmbH-Chefin Frau Merkel geschworen hat, Unheil vom deutschen Volke abzuwenden. Eine Frau, die ebenso mit ihrem Statement über die Unverhandelbarkeit der deutschen Position bezüglich der Sicherheitsinteressen Israels den Genozid an einem Volk legitimiert und sich so eines Verbrechens mitschuldig macht. Übrigens: nicht zuletzt auch wegen der Waffenlieferungen an Israel. Für umme...

In Deutschland werden weiterhin Menschen unter Mitwirkung deutscher "Intelligenzen" verschleppt und ins Ausland verfrachtet und unsere Politiker weigern sich erfolgreich, diese Dinge an die Öffentlichkeit zu lassen, geschweige denn sie zu beenden. Darunter auch Deutsche!
Deutsche, die unter dem Schutze ihrer Verfassung, oder besser : unter dem Schutz ihres Grundgesetzes stehen.

Eine weitere Auflistung verfassungswidriger Bestrebungen und Gesetze der letzten Jahrzehnte erspare ich mir hier. Eine Betrachtung dieser sei aber allemal angeraten.

Wie weit muss man schauen, um die wahren Verfassungsfeinde ausfindig zu machen? Wie lange läßt das deutsche Volk sich an der Nase herumführen und hält seine ehemals freiheitliche Schnauze? Wie lange wollen wir noch die Schuld ein paar Arabern irgendwo in den Wüsten dieser Welt in die Schuhe schieben? Wie lange glauben wir noch diesen inszenierten Schmierentheatern, die man heutzutage politischen Diskurs nennt? Wie lange verkaufen wir noch unsere Körper und Seelen diesen industrieellen Schafzüchtern? Wann endlich hört dieses unerträgliche Gelaber auf und wir räumen unsere Firma auf?

Wann erkennt das deutsche Volk endlich, dass es den Wolf neben sich auf der Couch sitzen hat?

Montag, 20. Juli 2009


Eigenverantwortung ist keine Entscheidung

In den letzten Jahrzehnten erwachte im Menschen immer mehr das Bewusstsein für die Eigenverantwortlichkeit, was sich zunächst in einer Überbetonung der Eigenbestimmung äußerte und bisweilen in purem Individualismus endete, und heute zunehmend Ausdruck in den Reglementierungen unserer Systeme finden. Die Eigenverantwortung wird institutionalisiert.

So weit so gut!

Dieser sehr geraffte Abriss bezeichnet einen wichtigen Schritt im menschlichen Wachstum. Es bedeutet eine unabdingbare Notwendigkeit, Eigenverantwortung zu übernehmen und Eigenverantwortlichkeit zu lehren und vor allem zu leben. Letzten Endes liegt diese ja am Ende aller Überlegungen über eigene Geschicke, wie sie verliefen und wie man sie in der Zukunft gern realisiert sähe. Am Ende nämlich stellen wir fest, dass jeder für sein Schicksal und das seiner Umgebung selbst verantwortlich ist. Beide stehen in direktem Bezug zueinander und bedingen sich gegenseitig. Und wer verantwortungsvoll mit seiner Umwelt umzugehen weiß, wird dies auch auf sich selbst beziehen können.

Wie erreicht man ein Bewusstsein für Eigenverantwortung?

Zum einen ist es wichtig, dass der Mensch Konsequenzen kennenlernt. Wer das Ursache-Wirkungsprinzip in manchen Situationen nicht kennt, ist wahrscheinlich hinterher etwas ernüchtert aus dieser Szenerie erwacht. Einmal begriffen, weiß man im Vorfeld, basierend auf mannigfaltigen Erfahrungen der verschiedensten Ebenen, welche Entscheidung zu treffen ist, um möglichst positive Ergebnisse zu erzielen.
Zum anderen braucht der Mensch eine Erfahrungsvielfalt an Informationen, um solcherlei Entscheidungen treffen zu können. Diesen Auftrag haben für gewöhnlich in frühen Jahren des Menschenlebens die Eltern, die Lehrer und Ausbilder, die Entscheidungsträger generell. Dass es etwas verfrüht wäre, von einer 13jährigen ein Höchstmaß an Verantwortung zu erwarten, steht, glaube ich, außer Frage.
Genügend Information gesammelt und die nötigen Fähigkeiten zum Nutzen dieser antrainiert, kann der Mensch fortan selbstbestimmend und vor allem eigenverantwortlich durchs Leben schreiten. So sieht es auch das Gesetz vor, indem man mit 18 Jahren voll-mündig ist und haftbar für jeden Fehler den man von nun an begeht.

Und wie sieht es in der Praxis aus?

Nun ja, verstanden haben das im Prinzip die meisten. Vor allem, wenn es darum geht einen Schuldigen zu finden, dem die Verantwortung zuzuschreiben ist. Dieser wiederum sieht sich oft als Opfer widriger Umstände, für die er allein nicht verantwortlich zu machen sei. Womit er vermutlich Recht hat. Manche in seiner Umgebung hatten vielleicht vergessen, dass sie über die Eigenverantwortung hinaus auch eine Verantwortung für ihre Umwelt besitzen und haben somit eventuell dessen Entwicklung negativ beeinflusst. Vielleicht aber ist es auch eine simple Ausrede, denn die Entscheidungen traf er selbst.
Wenn es darum geht, sich selbst als Schuldigen betrachten zu müssen, fällt es einem meist schwer, seine Umwelt in diese Betrachtung nicht mit ein zu beziehen. Auch hier mag das zutreffen, auch hier gab es vielleicht widrige Einflüsse, vielleicht aber ist es nur mal wieder das falsche Ego, dieser Hund, der sich mal wieder von allem reinwaschen will, sich herausputzt und seinen imposanten Tanz aufführt, zu dem alle sein Lied singen sollen. Wer weiß...
Und, wenn es darum geht, sich als Opfer sehen zu müssen, fällt es uns hingegen im Gegenzug schwer, eine gewisse Eigenverantwortung erkennen zu können. Und das, obwohl erwiesenermaßen nichts ohne eigenes Zutun geschieht.
Wir sehen, Eigenverantwortung ist tatsächlich nicht trennbar von der Verantwortung für seine Umwelt. Lediglich eine allzu stark egozentrische Sichtweise, verhindert eine klare Sicht auf die Verhältnisse. Es herrscht keine durchgehende Klarheit über die Eigenverantwortlichkeit und ihre Natur. Wie oben beschrieben, wird sie je nach Blickwinkel mal so, mal so betrachtet und gewichtet.
Somit lässt sich dieses Phänomen auch mal so und mal so für gewisse Zwecke benutzen. Je nach Bedarf lässt sich das Gewicht der Eigenverantwortung mal etwas mehr nach hier und ein anderes mal etwas mehr nach da verschieben. Immer entsprechend des Zweckes, der verfolgt wird.

Und was ist passiert?

Es ist ein nicht übersehbares Phänomen unserer Zeit, dass die Heranbildung einer Individualität in purem Individualismus endete. Ein Individualismus auf sehr egozentrischer Basis. Mit allen "Errungenschaften" der Neuzeit wurde der Mensch zusehend auf diese Sichtweise gestoßen. Das eigene Bedürfnis steht in allen Bezügen im Vordergrund, Selbstlosigkeit wird belächelt und ist in den meisten Bereichen "unproduktiv und ineffizient". Die Gruppe dient dem eigenen Aufstieg, der Verein dem eigenen Wohlstand, die Partei den eigenen elitären Interessen. Alles demokratisch legitimiert durch das Leistungsprinzip und liberale Märkte.
Es besteht auch keine Veranlassung, daran was zu ändern. Diese Form des Individualismus lässt die Kassen klingeln, nicht zuletzt weil sie durch Markenprodukte und Produkte des Lifestyles zum Ausdruck gebracht werden.
Wir wissen auch, dass massenweise Produkte auf dem Markt sind, dessen Gebrauch schädlich für sich und seine Umwelt sind. Und hier beginnt die Krux: Wer ist verantwortlich? Der Produktgeber oder der Produktnehmer durch den Gebrauch?
In vielen Bereichen mag dieser Sachverhalt klar geregelt sein, in anderen herrscht eine heillose Verwirrung darüber. Ich meine: streng genommen machen unsere deutschen Gerichte den ganzen Tag nichts anderes, als hierüber ein Urteil zu fällen.
Nun heißt Recht haben noch lange nicht, dass man Recht bekommt. Und wer übernimmt hierfür die Verantwortung?

In den Vereinigten Staaten hat diese Verwirrung (oder sollte man sagen dieser Wahnsinn?) solche Ausmaße angenommen, dass man auf Mikrowellen darauf hinweisen muss, keine Haustiere darin zu trocknen. Und dies, weil irgendein Hirni seinen kleinen Hund nach dem Baden in der Mikrowelle trocknen wollte. Er bekam vor amerikanischem Gericht Recht mit der Begründung, der Hersteller hätte auf diese Gefahren hinweisen müssen. Hierzulande schütteln wir (noch) die Köpfe darüber.
Doch lassen sich auch in unseren Landen hin und wieder Eigenartigkeiten in der Auffassung von Eigenverantwortlichkeit erkennen. Speziell in politischen Fragen, und dort vor allem in den sozialen Bereichen, lässt sich bisweilen erkennen, dass man widerstreitende Auffassungen besitzt. Ohne lange Ausführungen möchte ich da auf die Arbeitslosigkeit und die Altersvorsorge verweisen. Aber auch an das gesamte soziale Netz. Überall wird bewusst und beliebig mit der Eigenverantwortung gespielt. Wie ein Stein in der Zwickmühle mal hierhin, mal dorthin geschoben. Natürlich immer mit den passenden Argumentationen und statistischen Erhebungen und Einschätzungen von Experten.
Selten werden die Zusammenhänge in ihrer Komplexität betrachtet und entsprechend ihrer Wirkungskraft gewichtet. Meistens werden Sachverhalte aus einseitigen Blickwinkeln betrachtet, die letzten Endes nur eigenen Interessen dienen und somit fragwürdig sind, was das Bewusstsein für Eigenverantwortung angeht. Denn diese ist ja mit der Verantwortung für seine Umwelt verknüpft.

Ich möchte ein kleines Beispiel anbringen: Wenn, wie letzztens Nokia, ein Unternehmen sich entschließt, in einem Billiglohnland in Zukunft produzieren zu wollen, ist dies ein legitimer Vorgang in unser wirtschafts- und vor allem gewinnorientierten Welt. Darunter müssen nun aber Tausende leiden, die nun plötzlich auf der Strasse stehen, deren Kinder somit nun am untersten Ende der Kette angelangt sind, ja: deren Ehen zerbrechen, von denen manch einer Selbstmord begeht, dessen Tochter das niemals verkraften kann und mit 18 auf einer Bahnhofstoilette mit einer Nadel im Arm tot aufgefunden wird. Okay, ist eine ersponnene Geschichte, aber vielleicht traurigerweise irgendwann einmal genauso wahr, weil vorstellbar. Und das noch unterstützt mit Millionen-Subventionen, also Steuergeldern, die wir zahlten.

Wer trägt da die Verantwortung für?

Nokia? Weil sie nach Rumänien gingen und völlig "normale" Globalisierungsmöglichkeiten nutzten und Gelder kassierten, die ihnen zugesprochen wurden?
Oder das Land, dass es auch noch mit Millionen unterstützte, vielleicht nicht zuletzt um Wählerstimmen, angesichts der Jobschaffung, zu gewinnen und dabei "vergessen" hatte, Bedingungen ordentlich festzuhalten, um sich hinterher genauso entrüstend, wie zuvor begeistert, noch einmal in Szene zu setzen?
Oder sind die Nokia Mitarbeiter vielleicht schuld? Die Rumänen jedenfalls arbeiten billiger! Hätten ja woanders arbeiten können.
Die Komplexität der Zusammenhänge und die Systematik der Reglementierungen lassen hier keine klare Möglichkeit eines Urteils! Man kann es so oder so sehen, je nachdem welche Richtung man verfolgt.

Woran mag das liegen?

Nun, wenn alle Entscheidungsträger, die mit der Zuweisung von Verantwortlichkeit so leichtfertig und willkürlich umgehen, bleibt es logischerweise nicht aus ebenso mit der Eigenverantwortlichkeit zu verfahren. Es wird so getan, als sei Eigenverantwortlichkeit eine Sache, zu der man sich nur einmal zu entscheiden bräuchte. Man kennt sie die Sprüche: "Mensch Junge! Jetzt zeig aber mal ein wenig Verantwortung!". Fast so, als könne man sagen: "Okay, dann will ich mal nicht so sein. Ab heute bin ich eigenverantwortlich!".
Eigenverantwortung hat direkt mit dem eigenen Bewusstsein zu tun. Hierzu kann man sich auch nicht entscheiden, das erwirbt man sich. Eigenverantwortung in ihrer Einheit mit Verantwortung für die Umwelt ist ein Lernprozess, ein Entwicklungsprozess.
Und wenn dieser Prozess durch beschriebenen Individualismus, ja: Egoismus gestört wird, entstehen nutzbare Zweifel und Differenzen, die sich je nach Geschmack auslegen lassen. Hält man dann ganze Wirkungsketten im Dunkel, lassen sich Eigenverantwortlichkeit wunderbar als Waffe einsetzen. Da kann man dem Volk ganz schnell mal die Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge verkaufen, obwohl er Jahrzehntelang Zigtausende Euro in die Kassen stopfte. Oder private Zusatzversicherungen, bevor man seine Nahrung nur noch püriert zu sich nehmen kann. Oder, um einen würdigen Lebensabend zu erleben und nicht sediert und sabbernd, wundgelegen und misshandelt in irgendeinem verantwortungslosen Seniorenheim zu landen, wenn man sich das überhaupt leisten kann.
Ohne Probleme wird aber auch genauso nach oben gewiesen mit dem Finger. "Die da oben müssen da mal was machen!"
"Recht so!", denken die, "Solange ihr nicht wisst, was wirklich in eurer Eigenverantwortung liegt und was in unserer, können wir die Bedingungen je nach Zweck mal hierhin und mal dorthin schieben!"
Und siehe da: Es funktioniert wunderbar! Eigenverantwortung wurde instrumentalisiert. Eigenverantwortung ist somit willkürlich diktierbar. Ich erinnere an die Mikrowellen-Story weiter oben.

Eigenverantwortung ist keine Entscheidung und auch keine Verhandlungssache! Eigenverantwortung ist Teil des Bewusstwerdungsprozesses!

Es wäre uns allen gut geraten, dies zu erkennen. Zumindest jenen, die sich nicht länger diktieren lassen wollen, die sich nicht länger dem Irrtum hingeben wollen, Verantwortung könne gesetzlich geregelt werden. Ihr wisst: Recht haben heißt nicht recht bekommen!
Es ist wichtig die Gesamtzusammenhänge in großen Bereichen erfassen zu können, um Entscheidungen darüber fällen zu können, was in der Eigenverantwortung liegt und was in der Verantwortung anderer. Wenn nun vieles nicht gewusst wird, also nicht bewusst ist, könnte eine Einschätzung sehr fehlerhaft aussehen. Könnte es unter anderem daran liegen, dass man uns viele Zusammenhänge vorenthält? Dass man Einstellungen instrumentalisiert, um Zweifel und Irrtum aufrecht zu erhalten?
Darüber sollte man sich mal bewusst werden, wie es wirklich ist in seiner Gesamtheit. Dazu kann man sich nicht entscheiden!

Freitag, 3. Juli 2009


Globales Gefängnis

Wir stellen fest, dass Privatisierungsbestrebungen in allen Bereichen erkenntlich sind. Ein bisschen weniger Staat hier und dort ist im Grunde genommen gar nicht schlecht, wenn man die Selbstregulierungskräfte des freien Marktes berücksichtigt. Unter diesem Aspekt, nämlich dem der freien Marktwirtschaft (ist sie das wirklich? Denkt mal genau darüber nach!) wird uns die fortschreitende Privatisierung auch verkauft. Dies ist allerdings nur gewährleistet, wenn eine entsprechende Vielzahl privater Kräfte am Markt beteiligt sind. Dann nämlich seid IHR erst in der Lage, mitzubestimmen, wieviel ihr für was bezahlen wollt und welche Produkte auf den Markt kommen und welche dort auch Bestand haben. Dann erst kann man von einer Demokratie reden, denn in einer Demokratie bestimmt das Volk, nicht der Herrscher, nicht die Wirtschaftsbosse!

Denn worin liegt die Gefahr zunehmender Privatisierung ehemaliger rein staatlicher Aufgaben?

Im Preisdiktat! Und darüber hinaus und wesentlich essentieller auch in der Einflussnahme der Industrie auf die Politik. Denn letzten Endes bestimmen dann nicht wir, welches Produkt (ja, auch Sozialleistungen sind Produkte) in welcher Form auf den Markt kommt. Nicht wir bestimmen die Modalitäten. Nicht wir richten dann unser Leben aus.

Jede Form der Freiheit wird dann zunehmend illusionär!

Wir werden versklavt!
Oh, ich höre einige schon vehement widersprechen. Und das ist gut so! Ich wünsche mir jemanden, der in der Lage ist, mir zu beweisen, dass meine Ansichten verrückt sind. Dann ist die Welt nämlich in Ordnung!
Nun, da ich bezweifle, dass dies passiert, und wenn jemand unter euch auf den gleichen Schluss kam/kommt, dann macht euch klar, dass nichts, aber auch gar nichts in dieser Welt in Ordnung ist und, dass wir auf dem besten Weg sind in totalitärere Zeiten zu gelangen, als es jede diktatorische Herrschaft auf diesem Planeten jemals war.

Es ist nicht der vielbescholtene Kapitalismus, der uns in diese Misere führt, was vielerorts fälschlicherweise so angenommen wird. Denn Kapitalismus sagt im Prinzip etwa: "Sorge dafür, dass es deinem Nachbarn gutgeht und dann geht es dir gut."
Denn nur, wenn mein Nachbar genügend Kapital besitzt, ist er in der Lage mir etwas abzukaufen.
Wir leben auch keinesfalls in einem kapitalistischen System, oh nein! Hör ich da schon wieder jemanden protestieren? :-)
Ich war lange auf der Suche, bis ich den Begriff fand, mit dem man den derzeitigen Zustand des Systems beschreiben könnte und fand ihn in einer wirtschaftlichen Abhandlung: den Debitismus! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich mich vor Lachen bog, angesichts der Einfachheit dieses Wortes für den Umstand den ich zu erfassen suchte!
Der Debitismus ist, einfach ausgedrückt, ein wirtschaftliches System, dass auf Zahlungsversprechen aufgebaut ist. (Ihr erinnert euch an meinen letzten Blog?) Also darauf, dass es jemandem schlechter geht, als mir, da er mir was schuldet.

Durch die Schaffung immer größerer Anteile an Falschgeld durch Staat und Banken mittels immer neuer Zahlungsversprechen, mit denen sie zum Teil auch Schulden bezahlen (Schulden mit Schulden bezahlen! Ich hoffe ihr erkennt den Wahnsinn...), sinkt der Wert. Da es sich bei dem Geld der Banken um Buchgeld handelt(man könnte auch sagen: Falschgeld, da eine Gegenleistung noch nicht einmal beabsichtigt ist), sind wir also gezwungen immer mehr zu leisten.
Denn wer erbringt denn die Gegenleistung für das Buchgeld? Richtig! Ihr! Und wenn der Wert sinkt, müsst ihr mehr erbringen. Logisch, oder?

Aber was heisst das nun?

Banken und Staat sind gezwungen immer mehr Geld in den Markt zu pumpen, um dem Verfall entgegenzuwirken. Der Staat leiht sich das Geld bei den Banken, indem er Staatsanleihen auflegt. Staatsanleihen sind Zahlungsversprechen des Staates mittels zukünftiger, noch nicht erbrachter Leistung. Die Bank selbst schöpft das Geld aus Buchgeld, das bekanntlich auch keine Gegenleistung beinhaltet. So kommen jährlich Milliarden Euro, Dollar, Yen auf den Markt. Wir haben zur Zeit etwa das 80fache der Geldmenge, die zur Abwicklung des Welthandels von Nöten wäre!!
Und immer wieder ist zu beobachten, dass bei wirtschaftlichen Krisen dieser Umstand zunimmt. Und wieder hält sich die Geschichte für eine kurze Zeit.

Aber irgendjemand muss für dieses Geld doch eine Leistung erbringen, sagt ihr?
Oh ja! Versteht ihr nun die Misere? Ihr seid die einzigen, die eine Leistung erbringt! Immer mehr. Jahr für Jahr.

Daher ist die einzige derzeit wirklich extrem wichtige Privatisierung die des Geldmarktes mittels frei verfügbarer Waren. Am Besten mit stabilem Wert. Das können verschiedene Waren sein oder ein ganzer Warenkorb. Oder vielleicht eine einheitliche Ware: Edelmetall! Damit haben wir lange Zeit gute Erfahrungen gemacht, bis das Wertschöpfungsmodell mittels "Fiat Money" entdeckt wurde. Geld muss wieder warengestützt sein, so wie es ursprünglich mal der Fall war. Gold und Silber funktionieren wunderbar auch ohne staatliche Regulationsmechanismen. Wenn kein Staat, keine Bank mehr diesen Wahnsinn vorantreibt, weil die Selbstregulierungskräfte des Marktes den Erhalt des Wertes bestimmen und nicht mehr die Menge an Falschgeld, die produziert wird, weil eine mistrauenswürdige Währung niemand akzeptieren würde, könnte eine weltweite Versklavung unterbunden werden.

Denn, schreitet die Privatisierung staatlicher Aufgaben fort, wie ganz besonders in der Gesundheitspolitik zu beobachten, und ist der entsprechende Sektor in der Hand von wenigen großen Unternehmen, na, was glaubt ihr werdet ihr in Zukunft essen? Welche Therapie werdet ihr in Zukunft erfahren, wenn ihr krank seid?
Richtig! Die, welche den wenigen Unternehmen den meisten Profit verspricht!!

Was passiert wohl, wenn die Gesundheit gänzlich in den Händen des Profits liegt? Die Bildung? Das soziale Netz? Die Versorgung? Euer LEBEN????

Esst ihr dann wirklich noch, was euch gefällt? Kriegt ihr die Therapie, die EUCH hilft? Haben eure Kinder eine gerechte Chance auf Bildung? Wie sieht es mit eurem (Oh Gott: unproduktiv!) Lebensabend aus?
DÜRFT IHR LEBEN???

Klingt das zu paranoid?

Mist! Für mich nicht! Ich versuche es seit Jahren! Ich komm immer wieder auf das gleiche Resultat. Und ich kann verstehen, wenn sich Protest in Euch heben sollte! Mir gings nicht anders. Mit vielen Faktoren konfrontiert sträubte sich alles in mir, das zu erkennen. Welch übles Spiel tatsächlich stattfindet, wie es verkauft wird, wer dahinter steckt, welche Motive damit verbunden sind, das alles war Wahnsinn! Das KANN nicht sein!

Könnt ihr das nicht auch intuitiv spüren?

Ich bin mir bewusst, dass ich viele wichtige Bereiche hier nur streifen konnte und manches vielleicht noch näher spezifiziert werden müsste, aber ich will euch nicht überzeugen, ich möchte, dass ihr darüber mal SELBER denkt!

Und hört auf eure innere Stimme, nicht auf die Lehrbücher und Dogmen mit denen ihr konditioniert wurdet, wenn ihr darüber nachdenken wollt.

Montag, 29. Juni 2009

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel


Nach dem Spiel ist vor dem Spiel


Anknüpfend an meinen Artikel "Das Große Spiel" möchte ich mich einer Frage widmen, die mir bezüglich dieses Themas gestellt wurde: Was ist, wenn der Mensch alle Manipulationen durchschaut hat, das Selberdenken zu seinen Eigenschaften machte, die Initiatoren des Spiels demaskiert hat? Wie geht es dann weiter?

An dieser Stelle kam mir die Frage in den Sinn, ob dahinter vielleicht genau die Angst des Menschen stecken könnte, nicht zu wissen, was danach kommt. Entschließt er sich deshalb ein halbblindes Leben zu führen, weil er essentielle Umwälzungen scheut, die seine bisherigen Konzeptionen bedrohen könnten? Weil er keine Autorität mehr erfahren kann, die ihm auf direktem Wege sagt, wo es lang geht? Weil er fortan selbstverantwortlich durchs Leben schreiten müsste? Weil es keinen Schuldigen mehr gäbe, außer sich selbst?

Nichtsdestotrotz bleibt es eine interessante Frage, deren Hintergrund zunächst mal beiseite geschoben werden soll. Interessant deshalb, weil sie einen tatsächlichen Aspekt anspricht, der es wert ist betrachtet zu werden.
Bei all unseren Gedanken zum Großen Spiel und der damit einhergehenden Skepsis über die wahren Absichten der Puppenspieler, zusammen mit dem Bestreben diesen Fängen zu entkommen, machen sich offensichtlich tatsächlich wenige Menschen Gedanken darüber, wie es danach weitergeht. Wie soll eine eventuelle Gesellschaftsform strukturiert sein? Welchen Leitlinien (nicht zu verwechseln mit den Spielregeln des Großen Spiels!) bilden den Rahmen dieser Gesellschaft? Womit werden bisherige Systeme ersetzt? Wodurch kennzeichnen sich dann menschliche Ambitionen? Was bedeutet es für die individuellen Erfahrungsebenen?

Alles hochinteressante Fragen, die sich einem da auftun. Fragen schreien gewissermaßen nach einer Antwort, so auch diese. Doch irgendwie bin ich der Überzeugung, daß die Beantwortung der Frage sich zum heutigen Zeitpunkt nicht zufrieden stellend einrichten lässt. Ja, ich bin mir fast sicher, daß eine Antwort erst umfassend gegeben werden kann, wenn es soweit ist!
Und doch lohnt es sich meines Erachtens nach, darüber nachzudenken, mal ins Meer der Möglichkeiten einzutauchen und einen erfassbaren Teil herauszuzirkeln. Jeder auf der Basis seiner eigenen Inhalte.
Haben nicht große Visionen der Vergangenheit die Zukunft des Menschen gestaltet? Führte nicht die Idee, der Glauben an eine Sache letztendlich zum Wissen darüber?

Was war zuerst: die Vision oder die Zukunft?

Einerseits könnte man sagen, die Vision erschuf im Menschen das Bestreben nach Realisierung! Somit stünde die Vision am Anfang. Andererseits könnte man behaupten, der menschliche Verstand wäre in der Lage gewesen, die Zukunft anhand der Zeichen der Zeit im Voraus beschreiben zu können. Somit stünde die Zukunft am Anfang!
Wie auch immer: letzten Endes bestimmt der Mensch seine Zukunft selbst! Egal, wie herum man sich dieses Phänomen betrachtet, er allein erschafft sich seine Welt!

Nun, das ist keine neue Erkenntnis. Im Grunde genommen ist sich jeder dieses Sachverhaltes tief in seinem Inneren bewusst: Jeder ist seines Glückes Schmied, sagt der Volksmund.
Paradox an der Sache ist allein die Tatsache, daß nur die wenigsten danach handeln. Die meisten Menschen laufen wie Schafe auf der Weide durch ihr Leben, immer auf der Suche nach den saftigsten Halmen. Und wenn der Schäfer pfeift, der Hund hechelt, wird immer schön mit der Herde gelaufen, zurück in den sicheren Stall. Kein Gedanke an ein sich selbst bestimmendes Leben. Das wird allenfalls damit gleichgesetzt, die Freiheit zu besitzen, sich welche Ware auch immer kaufen zu können. Wenn sie zwischen Big Mac und Whopper wählen können, zwischen Sat1 und RTL, zwischen DSDS und dem Eurovision Songcontest. zwischen Spiegel und Stern, zwischen rechts und links, oben und unten, jetzt oder morgen, glauben sie ein selbst bestimmtes Leben zu führen.

Ein glatter Trugschluss, wage ich zu behaupten.

"Wollen Sie das Formular ausfüllen oder soll ich das für sie tun?" war mal eine sehr schlechte Abschlussfrage eines Provisionsjägers, die sehr gut verdeutlicht, was ich oben beschreiben wollte. Ihm ist es egal, welche Entscheidung ich treffe, das Resultat ist dasselbe: Ich zahle! Okay, das sind billige Verkäufertricks aber sie entlarven die Systematik, mit der Produkte verkauft werden: man stellt uns vor eine Wahl! Und wir wählen!
Hinterher fragen manche sich, ob sie das Produkt auch eigenständig gesucht und gekauft hätten.

Wo war die freie Entscheidung?

Hey, 10 Minuten vorher wusste man noch gar nicht, dass man die neue M1304 Version des High-Speed-Mega-Bouncers für rechtwinklig angebrachte Quadrophon-Lighter in der Ruhephase braucht!
Sich das bewusst zu machen, ist für die meisten Wohlstandsjunkies schon offensichtlich ein Ding der Unmöglichkeit.
Doch dies wäre eine winzige Facette des Großen Spiels, die man sich klar machen sollte: das Schaffen von Bedürfnissen! Alles beginnt damit, dass man glaubt etwas zu benötigen! Unsere moderne Marktwirtschaft versteht sich daher blendend auf das Schaffen neuer Bedürfnisse.

An diesem kleinen Aspekt möchte ich meine kleine Vision von einer Zukunft nach dem Großen Spiel anschaulich machen: Man stelle sich vor, die Menschen wären sich über die Tatsache bewusst, daß sie nichts bedürfen! Für unsere Grundbedürfnisse ist bekanntermaßen bestens gesorgt, nur schlecht verteilt! Künstliche Bedürfnisse existieren nicht mehr, da der Mensch sich vom wählenden zum selbst bestimmenden Tier entwickelt hat.
Beim Leben im Einklang mit seiner Umwelt, bedarf es auch keiner künstlichen Bedürfnisse. Wer sollte das Bedürfnis haben, sich mittels solcher künstlicher Dinge zu bereichern, wenn sie ja niemand kauft?
Erfindungen sind sinnvoll und gewinnbringend (nicht nur im monetären Sinne), wonach sie an den "höheren" Ambitionen des Menschen ausgerichtet sein werden. Überproduktionen zur marktregulativen Zwecken gäbe es nicht mehr. Das Anhäufen von Reichtum ergäbe keinen Sinn, denn bei 264 Mio. auf dem Konto stellt sich jeder verständlicherweise die Frage, was es dort bewirken soll? Selbst bei 50 Einheiten einer Währung ergäbe es keinen Sinn, für welches Bedürfnis sollte man denn sparen?
Der Mensch hortet nicht mehr, weil er ohne Existenz des Bedürfnisses niemanden übervorteilen möchte, weil er auch darin gar keinen Sinn sehen könnte. Solidarität bekäme einen ganz neuen, alles umfassenden Begriff. Firmen ließen Menschen arbeiten, um ihnen und sich selbst zum Vorteil zu dienen. Die einzelnen Organe des "neuen Körpers" arbeiten mit- und füreinander. Kein Bedürfnis, sich zu profilieren. Denn wozu auch? Wenn ich nichts brauche, gibt es auch keine Bedingungen, um es zu erhalten! Und wenn andere mir nicht sagen, dass ich dies oder jenes brauche, also Bedürfnisse schaffen, geht es auch niemandem besser im Vergleich zu mir. Somit ist niemand exponiert, anders, besser. Welchen Sinn hätten Anstrengungen hierzu dann? Was würde ich glauben tun zu müssen, um schöne Zeiten zu haben, wenn ich doch den Trugschluss der Bedürfnisse verstanden habe?
Wenn niemand besser ist als ich, größer, mächtiger, und wenn ich nicht meinen "alten" Zwängen der egozentrischen Weltsicht unterliege, also kein Gut aus dem Besitz eines anderen brauche, es also keine Bedingungen gibt, wer soll wen dann be- oder verurteilen? Wofür?
Somit lernt der Mensch seine Welt und Mitkreaturen bedingungslos zu lieben und als Teil des gesamten Organismus zu begreifen, mit ihr zu korrespondieren und nicht einen einzigen Aspekt als minderwertig zu betrachten. Ja, sich selbst als Teil des Gesamtwerkes zu verstehen, das in keiner Weise getrennt von einem selbst existiert. Wenn alle Teile sich als gleichwertig und als Gesamtheit verstehen, wer könnte dann noch über ihnen stehen?
Und wer mir bis hierhin folgen konnte, in dieser gerafften Version meiner Vision, kann das sicherlich auch auf logischer Ebene nachvollziehen. Manche sind sich der Zusammenhänge vielleicht sogar bewusst. Also wissen wir, woran wir erkrankt sind!! Wollen es aber nicht wahr haben!

Ignoranz nennt man so was! Genau betrachtet ist es die Ignoranz seines wahren Selbstes gegenüber. Wenn man sich als losgelösten Teil seines eigenen Organismus betrachtet, daß den wahren Körper ignoriert und unkontrolliert weiter wächst und von ihm zehrt, verhält man sich wie ein Krebsgeschwür!
An dieser Krankheit sterben heutzutage die meisten Menschen. Könnte es da Parallelen geben?

Was hindert uns dann an der Realisierung?

Konzeptionen, die konserviert werden müssen? Autoritäten, die manifestiert sein wollen? Eigenverantwortung, die ignoriert wird, um Schuld und Bedingungen von sich zu weisen, damit man gleichzeitig (be-/ver-)urteilen kann, was unter einem steht, um das Gefühl des Besseren zu erhalten? Zuneigung und Solidarität die an Bedingungen geknüpft sind? Liebe, die mit Besitzstreben verbunden ist? Die künstlichen Bedürfnisse? Die manipulativen Vorgänge in den Hinterzimmern unserer gesellschaftlichen Führungskräfte? Das vorgegebene Nichtwissen, die Ignoranz über diese Zusammenhänge?

Nun, wenn man sie (er-)kennt, als was sie sind, nämlich Aspekte einer Scheinwelt, warum setzen wir dieser Täuschung nicht ein Ende?

Das ist es, was ich meine, wenn ich von einem bewussten nächsten Schritt in der Evolution des Menschen spreche.

Das Große Spiel


Das Große Spiel


Bei Betrachtung der Zeitgeschehnisse lassen sich oft ganz ähnliche Prinzipien erkennen. Gut verborgen in vordergründigen Ereignissen, bewahren sie ihren wahren Gehalt hinter den sprichwörtlichen Kulissen. Und oft begibt man sich in bemerkenswerte Gedankengänge, wenn man näher über gewisse Geschehnisse nachdenkt. Und kaum vorkonditionierte Menschen, offene Menschen, denen kein Gedanke zu schade ist, um zumindest einmal gedacht zu werden, nur die Möglichkeiten überprüfend, stoßen auf erstaunliche, bisweilen beängstigende "Ideen" und Vorstellungen einer verborgenen "Wahrheit".
Einmal ausgesprochen erreichen manche hin und wieder paranoiden Charakter, wobei die jeweiligen im Widerstreit liegenden Argumentateure auch hierüber verschiedener Ansicht sind.

Zum Thema Verschwörungstheorien gibt es im Netz massenweise Information. Verständlicherweise, und in der Natur der Sache bedingt, mal mehr, mal weniger seriösen Ursprunges. Einige Aufdeckungen sind direkt in Verbindung zu bringen mit Aktivisten jeweiliger Organisationen, deren "abstruse Ideen, "paranoide Wahnvorstellungen", "Verschwörungstheorien", "radikale Tendenzen", "staatsfeindliches Gedankengut" oder "aufrührerisches Wesen" der Wahrheit zur Sichtbarkeit verholfen haben.

Und doch umgeben uns immer wieder die immer gleichen Abläufe in den verschiedensten Spielarten unserer modernen Gesellschaft.

Sich in manchen Bereichen einer Manipulation bewusst, scheint es als ergäben sich die Menschen in dieses Schicksal. Vielleicht in der Hoffnung, dass die "Führung" unserer Systeme dem göttlichen Fingerweis einer verklärten Gemeinschaft gleichkommt, wonach nur die vorgeschriebene Richtung einzuhalten ist, um zum Heil zu gelangen.

Unser Musikgeschmack, die Auswahl der Kleidung, die Bestsellerlisten, Nachrichten, Illustrierten, selbst die Wahl des Restaurants oder des Konzertes, der Zeitpunkt Nachwuchs zu bekommen und jede noch so kleine Freizeitbeschäftigung ist schon lange nicht mehr selbst gewählt. Man hatte lediglich die Wahl zwischen verschiedenen Produkten. Frei gewählt, im Sinne von frei erdacht ist längst schon keine Ausdrucksform mehr. Ein paar so genannte Freaks und Outsider mal ausgenommen.

Hier und da gibt es Einsichten in manipulative Vorgänge, oft aber erst, wenn es zu spät ist, als daß man an der Natur der Sache noch was hätte ändern können. Schlimmer noch, daß selbst in der Retrospektive, mit Kenntnis aller Fakten, der Mensch bisher nicht einmal in der Lage war, aus seinem Handeln (oder auch Nichthandeln) zu lernen. Ewig gestrigen Nazis versuchen wir nun schon seit mehr als sechzig Jahren die Stirn zu bieten und selbst in demokratischen Parteien schlich sich hin und wieder bekanntes Gedankengut.

Es scheint immer wieder aufs Neue eine erstaunliche Erfahrung für den Menschen zu sein, instrumentalisiert zu werden. Und das im Laufe der Geschichte mit den verheerendsten Resultaten.
Geschockt steht er vor dem Monster, dem er gedient hatte. Kann es kaum fassen, daß ihm, dem Aufgeklärten, dem Realisten, dem Informierten, dem Gelehrten ein solcher Irrglauben unterlaufen ist.
Sich der gigantischen Maschinerie bewusst werdend, entwirft er neue Ordnungen. Den alten Schrecken unverarbeitet in den Tiefen seiner Windungen verborgen, steuert er sodann nach und nach den gleichen Prinzipien entgegen, die vorher Teil der Gestalt des gefürchteten Monsters waren.

Doch ist es nur eine menschliche Unvollkommenheit, das gleiche Spiel immer und immer wieder zu wiederholen oder steckt "mehr" dahinter?
Gibt es vielleicht treibende Kräfte? Mächte?
Diese Frage haben sich schon eine Menge Menschen gestellt.
Vielleicht ist es von beidem etwas. Das Gedächtnis und die Gedanken des Menschen sind manipulierbar und der Mensch ist sich seines Selbst nur halb bewusst. Sein Ego kennt er sehr wohl, das führt ja zu den meisten Problemen. Aber die Tiefen und Höhen seines Selbst sind für die meisten Menschen noch nicht einmal zu erahnen. Folglich folgt er seinen eher egobezogenen Ambitionen, die Umwelt gern ausklammernd.

Kann es Menschen geben, die sich diesen Umstand zu Nutze machen?

Den Umstand, daß der Mensch, wie er heute existiert, vordergründig egoistisch ambitioniert und somit manipulierbar ist? Daß man somit in der Masse Wahrheiten synthetisieren kann? Daß man ein ganzes Weltbild schaffen kann, das einigen (wenigen) nützt? Daß man ganze Staaten voller wertloser Hollywood-Pappkulissen stellen kann, alle zu Statisten, bloßer Staffage reduziert und alle diese Lüge auch noch mit ihrem Leben verteidigen werden?

Kann man sich das vorstellen?

Eine Beantwortung der Frage an dieser Stelle wäre viel zu weit vorausgegriffen. Ich sprach von Manipulation, also will ich hier keine Haltung oder Meinung vorfertigen, damit würde ich meinem vielgepriesenen SELBERDENKEN nicht gerecht werden.

Denn genau hierin sehe ich eine Möglichkeit, herauszufinden, um welches Phänomen es sich handelt. Ich bin davon überzeugt, daß eine Bewusstwerdung seines Selbst, mit allen seinen Spektren, und darüber hinaus innerhalb der Einheit mit seiner Umwelt, was m. E. nach nur über das Selberdenken möglich ist, eine Wahrheit offenbart, die wir uns heute in unseren kühnsten Träumen (oder Albträumen?) nicht ausmalen können.

Eine der Fragen, die man sich vorher allerdings beantworten sollte, ist: Wessen Spiel spiele ich?

Wer bei oben beschriebenem Denken auf die Idee eines Gottes stößt, denkt heute noch, daß dieser alles in der Hand habe und leite und lenke. Doch dabei vergisst er die Worte seines eigenen Gottes: Daß ER sie nach seinem Ebenbilde erschuf!!
Der Mensch - das Ebenbild Gottes!
Also: WER leitet und lenkt? WER ist Gott?

Und wer könnte sich heutzutage, in Form eines minderbewußt-egoistischen Menschen zum alleinigen Gott aufspielen wollen, um zu Lebzeiten das Paradies auf Erden zu erfahren? Ein wahrer Gott? Oder das verkehrte Antlitz besagter Macht, sein Gegenpart?
Und arbeitete dieser nicht auch mit einer Lüge? Einer verkehrten Wahrheit? War er nicht so listig, das Gute durch Verdrehung zum Bösen zu wenden?
Und wer tut genau das heutzutage? Sind das die verborgenen Kräfte hinter einer Hollywood-Pappkulisse, die ihre Akteure nach eigenem Drehbuch führen? Sehe ich nicht Lug und Trug hinter jedem noch so guten Specialeffect?

Und wer die Frage völlig realistisch angeht, alle Fakten zusammennimmt, kann schnell auf die Gedanken kommen, daß sowohl Wirtschaft, wie Politik oder beide zusammen großes Interesse an einer Idee weltweiter Filmkulissen haben könnte, sich selbst genügend und wuchernd wie ein Krebsgeschwür.

Beweise gab es in der Vergangenheit genug! Wir hatten alles schon einmal, mal mehr, mal weniger technologisch fortschrittlich.
Aber die Prinzipien des Großen Spiels blieben stets die gleichen:
Halte einen Großteil dumm und wiederhole ständig die gleichen Lügen! Beschäftige das Volk und lass ihnen keine Zeit zum nachdenken. Und tun sie es doch, adaptiere sie. Geht das nicht, naja......manche Probleme lösen sich selbst!
Schaffe Probleme und biete Lösungen. Das schafft wieder Unterstützung und lenkt von den Plänen ab. Erarbeite eine lange Kette sich gegenseitig bedingender Abhängigkeiten und die Wohlstandsjunkies tun alles zur Stillung ihres Dranges. Biete hierzu genügend Produkte und sie bringen ihr letztes Hemd.
Verbreite Schrecken und das Volk verteidigt seine Festung. Schaffe Zwietracht und Mistrauen und das Volk verteidigt sich nach Innen und gegen sich selbst.

Und wer kennt sie nicht, die Regeln dieses Spiels?

Wäre es da nicht interessant herauszufinden, wer sie aufstellt?

Dienstag, 15. April 2008

Lobby




Wenn ein riesiges System, wie das Gesundheitssystem nach den Vorstellung einiger Lobbyisten umgestaltet werden kann und das Ganze auch noch schleichend und in weiten Bereichen unbemerkt geschieht, weil die Meinungsbildungsmaschine hervorragende Arbeit geleistet hat, liegt es nicht fern, sich die Frage zu stellen, wo man dieses Phenomen noch finden kann.

Und siehe da: Es ist überall!!

In weiten Bereichen staatlicher Aufgaben lassen sich Privatisierungstendenzen erkennen, in vielen Bereichen hat sich der Staat komplett zurückgezogen.
Und immer wieder werden die gleichen Faktoren zur Heilsbringung herangezogen: Gewinnoptimierung, Effizienzsteigerung, Controlling und Ausbau der Kommunikationsstrukturen. Diese Schlagworte wird euch jeder Unternehmensberater um die Ohren hauen, die findet ihr in jeder Vorstandssitzung, in jeder Aktionärsversammlung. Selbst in den Familien sind diese Begriffe schon geheiligte Symbole familiären Ausbaus.
Diese Begriffe in die Köpfe der Menschen pflanzend, bieten alle Initiatoren auch gleichzeitig eine Lösung an, mit der ihr den heiligen Symbolen gerecht werden könnt und in der Zukunft eine heile Welt auf euch wartet.

Hey, bei den Versicherungsfuzzis haben wir das doch schon längst begriffen, oder?
Sie kommen daher, machen uns Angst mit ihren Statistiken, Erhebungen, Studien und Prognosen, um gleich hinterher, wie der Heiland eine Paradelösung zu bieten, die uns mittels Benchmarks, Überschüssen, Fondsgewinnen und repräsentativem Auftritt ihres Unternehmens eine heile Welt in der Zukunft verspricht.
Es versteht sich natürlich von selbst, dass man hierzu schon heute das Geld von morgen braucht, um euch übermorgen vielleicht mit Zahlungsversprechen bei Rentenantritt zu honorieren, was dann in etwa den Wert besitzen wird, wie Geld, dass ihr im Keller gelagert hattet.

Wir sind uns bewusst, dass Werbung direkte Einflussnahme ist, dass gewisse Gruppierungen ihre Mitglieder manipulieren bis kontrollieren können, dass Studien oft das gewünschte Ergebnis des Auftragsgebers widerspiegeln, das Entscheidungen aus finanz- und machtpolitischen Beweggründen heraus getroffen werden, oftmals gegen das Wohl der Allgemeinheit, dass Kriege heute immer noch geführt werden, obwohl sie wissentlich auf einer Lüge basieren, dass Menschen ermordet werden, weil sie der "Elite" zu gefährlich wurden und vieles, vieles mehr. All das sehen wir, tagein tagaus. Aber wir weigern uns hartnäckig zu erkennen, dass hier vielleicht Zusammenhänge bestehen könnten.

Und überall steht zu Anfang der Profit und am Ende ebenso. Man interessiert sich heute weniger dafür, was beispielsweise ein Arzt geleistet hat, wenn er ein Menschenleben rettete, sondern ob er effizient arbeitete. Und wir alle können das täglich am eigenen Leib spüren: wie sieht es denn aus mit Zahnersatz, mit alternativen Heilmethoden, mit Zuzahlungen, mit Behandlung im Alter? Welche Medikamente bekommt ihr denn? Welches Krankenhaus könnt ihr wählen? Und der Arzt? Könnt ihr ihn euch wirklich aussuchen?

Wir sehen dieselben oder gleichen Entwicklungen in allen anderen Systemen: bei den Renten, bei den Erwerbslosen durch die ARGE, in der Pflege, den Gerichtsvollziehern und vielem mehr. Werden diese Regulierungsmechanismen in die Hände profitgieriger Lobbyisten gegeben, ist dem Ausbeuten keine Grenze mehr gesetzt.

Jeder einzelne noch vorhandene Cent wird geschluckt von den Megakonzernen, die immer mehr an einem Weltbild arbeiten, dessen einziger Zweck es zu sein scheint, immer mehr Profit zu machen. Und hierbei bedienen sie sich der Methode der Manipulation, der Einschüchterung, der Einflussnahme, der Verdrängung. Die Verbindungen der Megakonzerne lassen sich bis in die höchsten Kreise unserer Regierenden nachvollziehen. Ein Geflecht aus politischen Beratern existiert in der Wirtschaft genauso, wie ein Geflecht aus Wirtschaftsberatern in der Politik. Gleichzeitig massenweise Imageberater, die für die Kulissen der Hollywood-Politshow verantwortlich sind, neben den Marketingexperten, die den Wahlkampf ausrichten und den Ghost-Writers der Redner, deren Positionen marktgerecht vorkonzipiert wurden.

Und wessen Konzept ist es, auf dem oben beschriebenes Geflecht basiert?

Richtig! Das Konzept der wenigen Lobbyisten.

Wenn das schwer zu glauben scheint, so macht euch bewusst, dass wir alle einer Meinungsbildungsmaschine unterworfen sind, die mit Überflutungen unsere neuronalen Netze konditioniert, bis wir glauben, was man uns glauben machen will. Man findet hunderte Studien und Beweise für jede Position unserer heutigen Gesellschaftsordnung, ganze Wissenschaften sind darauf aufgebaut. Doch bevor man diese Studien und Forschungsergebnisse übernimmt, sollte man sich immer zunächst die Frage stellen, wer sie beauftragt hat und welches Ziel der Auftraggeber allgemein verfolgt.
Doch je mehr sich Lobbyisten bis in die letzten Winkel unserer Gesellschaft vorarbeiten, umso weniger unabhängige Studien wird es geben, denn wer soll diese denn finanzieren?
Und gibt es keine unabhängigen Studien mehr, ist unser gesamtes Weltbild vorprogrammiert von den Absichten unserer Machthaber.

Eine sich selbst so bezeichnende Elite bildet sich heraus, deren Ziel es m. E. nach ist, den gesamten Erdball in eine Konsum-Traumwelt-Kirmes zu verwandeln, in der die Kritiker immer weiter verdrängt werden, eingesperrt werden, ermordet werden. Die Kontrolle der gesamten Menschheit ist in vollem Gange: GPS, GSM, DSL, PayBackCard, Kreditkarte, KFZ-Kennzeichen, E-Card, Biometrische Datenerfassung, Kameras, private Security-Unternehmen, und vieles mehr. Ermordungen gibt es auch: Russland tötet seine kritischen Journalisten, die Amis sprengen mal kurzerhand die Twin-Towers in die Luft, bevor sie halb Afghanistan und Irak zerstörten, China schickt einfach alle unabhängigen Ausländer nach Hause, um in Tibet Menschen zu masakrieren, was sie es im Rest ihrer Republik zur Perfektion geübt hatten, und in Deutschland fallen auch mal Politiker vom Himmel oder gehen mit ihrem Fernseher baden.

Und all das sollen zufällige Einzelheiten ohne Zusammenhang sein? Zum einen glaube ich nicht an den Zufall und zum anderen sind die Parallelen so frappierend, dass ein Zusammenhang sich quasi aufdrängt. Wenn man auf immer wieder gleiche Prinzipien stösst, gleiche Initiatoren, gleiche Profiteure, wieviel weiter soll man noch denken, um hinter all dem System erahnen zu können?
Oh ja, ich weiß! Ein Mittel unserer Mächtigen ist das Mittel der Lächerlichkeit, der Fantasterei. Man kann sehr schnell alle kritischen Stimmen in den Bereich der Spinnerei ziehen und dort den Blinden zum spielen überlassen, bis sie dem Einäugigen kein Wort glauben, wenn er von dem kleinen Spalt aus Licht in der Mauer erzählt.

Ich stelle eine provokante Behauptung auf: Die New World Order ist längst beschlossene Sache und der Weg dazu nicht nur eingeleitet sondern weit vorangeschritten. An der Spitze stehen einige wenige, die die Massen zu ihren Zwecken wie Marionetten auf dem Schachbrett ihres Symbolspieles tanzen lassen.

Die oberen Stockwerke sind bereits vollends mit Gold geschmückt, Seide ziert die getönten Fenster, während elfenbeinverzierte Kloschüsseln auf den nächsten Machtschiss eines fetten Lobbyisten-Arsches warten, was der Masse als Jahrhundertreform erneut zum Fraße vorgeworfen wird. Die tumbe Masse schluckt dieses stinkende Zeugs unter Jubelgeschrei und bringt neues Gold, neues Geschmeide, um ihren Wohltätern zu huldigen.
Sie liefern dem Volk Brot und Spiele und wollen nur unser Bestes. Und da der Löwenanteil des gesamten Kapitals bereits in den Händen einiger weniger sich befindet, wollen sie unser Zweitbestes: unsere Leistungen.
Wir sind nicht nur diejenigen, die diesen Wahnsinn finanzieren, sondern auch jene, die als Säulen diesen Koloss tragen sollen, der Stockwerk um Stockwerk schwerer und fataler wird.
Und sie bemerken, dass der Turm sich neigen könnte und sie unterbauen ihr Fundament mit knallharten Fakten aus eigener Produktion, damit die Masse sich hinter ihrer Idee versammelt und sie weiter mitträgt. Und noch eine Weile...

Doch wie lange noch? Gibt es ein natürliches und somit fatales Ende dieser Geschichte? Oder erkennen wir das Monster, das wir erschaffen?

Oder werden wir auf alle Zeiten in die Matrix eingebettet?;-)



(c) davoice

Business as usual


Business as usual

An einem sehr bekannten Beispiel möchte ich das Phenomen der Privatisierung staatlicher Aufgaben und deren negativen Folgen erläutern: unserem Gesundheitssystem.

Vor einiger Zeit trafen sich ein Großteil der Hausärzte Bayerns zu einer Protestveranstaltung gegen die derzeitige Gesundheitspolitik in Nürnberg. Diese nicht gerade unbeachtliche Veranstaltung fand in den großen Boulevardzeitschriften, in keinem Fernsehsender tiefere oder überhaupt eine Erwähnung. Ein Großteil der Hausärzte Bayerns geht auf die Strasse und niemanden scheint es zu interessieren? Nur die Ärzte? Warum hält man eine solche Geschichte der Bevölkerung außen vor?

Nun, wenn man zurückblickt, läßt sich feststellen, daß seit der Seehoferreform in den 90ern, als uns eindringlich klar gemacht wurde, dass bei steigender Lebenserwartung, die Bezahlung der Kosten immer weniger vom Solidarsystem übernommen werden könne, der Lösungsansatz in Einsparungen und fortschreitender Privatisierung von Teilen unseres Gesundheitssystems lag, unter denen die Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzte dann schnell zu leiden hatten.
Sehr gern nahmen deshalb die kommunalen Träger die Chance wahr, ihre defizitären Häuser an Klinikkonzerne zu verkaufen.

Es entstanden mehrere große Klinikketten, die im Jahre 2007 sieben Milliarden Euro Gewinn erzielten. Wohl bemerkt: viele Kliniken befinden sich trotz allem noch in kommunalen Händen. Es scheint jedoch nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sich dieser Sachverhalt gänzlich geändert hat. Auf diese Weise können sich immer mehr Landkreise von einer Schuldenlast befreien.

Für einen jungen Arzt lohnt sich die Selbständigkeit heute kaum noch, selbst im ambulanten Sektor ist die Honorierung so schlecht geworden, dass viele sich geradezu einen Großbetrieb ersehnen, der ihnen die Last des Schulden- und Kostendrucks von den Schultern nimmt..

Es scheint, als zielten alle vergangenen Gesundheitsreformen darauf ab, dass sich die Entwicklung auf diese Art und Weise zeigt: die Übernahme der Gesundheitsversorgung durch Unternehmensketten mittels kompletter Privatisierung. Zumindest scheint diese in Vorbereitung.

Medizinische Versorgungszentren wurden gegründet, mit dem Argument der Kostensenkung und den kürzeren Wegen für den Patienten. Diese häufig noch in den Händen einzelner Ärztegenossenschaften liegenden Zentren liegen somit auf dem Präsentierteller und warten nur auf Übernahme durch große Konzerne. Da ist es oft auch nur eine Frage des Preises, ab einer gewissen Summe wird sicherlich jeder schwach. Werden dann auch noch die verbliebenen Arztsitze aufgekauft, liegt die gesamte Gesundheitsversorgung einer ganzen Region in den Händen einzelner Privatunternehmen.

Wer dann den Preis diktiert, liegt auf der Hand: Der Monopolist, denn niemand anderes kann für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung garantieren. Rechte, wie die freie Arztwahl können dann getrost in Frage gestellt werden, wenn man sich eine adäquate Behandlug überhaupt noch leisten kann.
Das gesamte Gesundheitssystem wird sozusagen in eine Monokultur umgewandelt, in der es um Gewinnoptimierung und Effizienzsteigerug geht und der Patient als Wertschöpfungsfaktor zählt. (Erinnert euch an das fiat-money-Prinzip!)

Immer weiter steigende Mehrkosten müssen Patienten zunehmend selbst bezahlen, was bliebe auch übrig? Man hat ja keine Behandlungsalternative...
Nimmt diese Angelegenheit weiter zu, wird der Sinn von Krankenkassen, Kassenärztlichen Vereinigungen, Ärztekammern u.ä. in Frage gestellt. Wer käme wohl auf die Idee, den Großen ins Geschäft zu reden?
Wie es um die Schweigepflicht, den Ehrenkodex u. ä. bestellt ist, mag ich an dieser Stelle gar nicht weiter ausmalen.
Der Arzt wird reiner Angestellter in einem Dienstleistungskonzern, vordergründig profitorientiert.

Fiat Money mit der Gesundheit...

Aber warum veranlasst der Staat mit seinen Reformen solche Entwicklungen? Wie kann der Staat seine Bürger zu gläsernen Konsumenten und Wirtschaftsgütern machen?

Alle Prinzipien werden mit Begriffen, wie Vernetzung, Qualitätssteigerung, kürzere und effektivere Kommunikationsstrukturen, und ähnlichem verkauft. Politiker setzen diese mal mehr, mal weniger wissentlich in Taten, sprich: Reformen um.
Und speziell im Gesundheitssystem lassen sich die Initiatoren dieser Privatisierungsbewegung ausmachen:
Liz und Reinhard Mohn, Besitzer der Bertelsmann AG, unterstützt von Frieda Springer, Witwe von Axel Springer und Besitzerin der Hauptanteile des Springerkonzerns.
Die Bertelsmann AG ist ein komplexes Konstrukt vieler verschiedener Unternehmungen und Stiftungen, unter anderem die RTL Group, Gruner+Jahr Verlag, sowie Arvato. Damit sind sie in über 60 Ländern dieser Welt vertreten und haben sich vor allem auf die Vermarktung von Kommunikation im weitesten Sinne spezialisiert.
Mit einem Umsatz von 16,8 Milliarden Euro liegt dieser genauso hoch, wie der, der nächsten zehn Medienkonzerne zusammen.
Zusammen mit Frieda Springer sitzt die Familie Mohn häufig bei einem netten Gespräch zusammen, gelegentlich auch mit ihrer Freundin Angela Merkel. Ob diese nun freiwillig dort sitzt, angesichts der geballten Medienmacht, die dort vertreten ist, sei mal dahingestellt. Daß aber genau dieses Kaffeekränzchen unser Land regieren soll, klingt jedoch unglaublich, nicht?

Die Einflussnahme in der Politik findet über die Bertelsmann Stiftung statt, die sich vom Steuersparmodell sehr schnell zum größten und durch den Medienhintergrund mächtigsten Think Tank der Republik wandelte.

Bertelsmann berät die gesamte Bundesregierung, aber auch viele andere Konzerne mit Statistiken, Markterhebungen, Demographie, Benchmarks und Qualitätskriterien. Kongresse und Diskussionsforen werden initiiert, bei denen ausgewählte Referenten Bertelsmann-Positionen vetreten und somit fortlaufend unterschwellig Meinungsbildung aus einer Hand erfolgt. Bertelsmann liefert die erforderlichen Daten für Markt und Politik und bietet gleichzeitig auch Lösungsansätze. Umfragen können vernichtende Ergebnisse zu Tage fordern: Wenn jemand sagt, ihm gefällt das Konzept deines Unternehmens nicht, so ist das vielleicht Geschmackssache. Doch wenn dir jemand Zahlen und Tabellen und Erhebungen vorlegt, die besagen, dass 85% der Verbraucher, dieses Konzept fürchterlich finden müssen, wie werdet ihr euch dann wohl entscheiden?
Wenn man nun ständig kritisiert, die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen ambulanten und stationären Ärzten sei schlecht, Qualitäätskriterien würden nicht beachtet, man könne die Arbeit des Hausarztes nicht statistisch erfassen und man sich in der Berichterstattung durch Medien nur auf Fehler und Versäumnisse beschränkt, welches Bild erschafft man dann wohl in den Köpfen des Bürgers? Ja, und auch der Politiker?
Und das Heilmittel ist hier mal wieder der private Träger, der dem System aus Einzelpraxen mit Effizienzsteigerug, Controlling, Quality-Mangement und repräsentativer Außenwirkung entgegentritt.

Doch was haben Bertelsmann davon, wenn sie der Art Einfluss nehmen? Nun, ein Grund könnte sein, dass Frau Liz Mohn im Aufsichtsrat der Rhön-Kliniken, einem der Mega-Klinik-Konzerne, sitzt. Und daneben gibt es sicherlich noch massenhaft weitere Gründe, daraus Profit zu schlagen, in diesem bisher geschützten Wirtschaftsfeld. Printmedien, Kommunikationsplattformen, Fernsehprogramm uvm.
Näheres würde an dieser Stelle zu weit führen, Informationen zu Bertelsmann findet man massenweise, überall.

Man muss an dieser Stelle die Gefahren der Monopolisierung für die Gesundheitspolitik nicht mehr näher beleuchten. Die Macht die von einigen, wenigen Konzernen ausgeht ist kaum vorstellbar.

Letztenendes muss die Frage gestellt werden, wie verfassungskonform ein solcher Lobbyismus ist, bei dessen Nichtbeachtung unsere Volksvertreter ihre Vernichtung in den Medien fürchten müssen? Denn, wenn ein Beruf, wie der eines Politikers der Maßen von der öffentlichen Meinung abhängt und diese Meinungsbildung in der Hand von netten alten Damen liegt, darf man dann die Frage stellen, wieviel unsere Demokratie noch wert ist?

Übrigens: Ein Horst Seehofer, damals mitverantwortlich für die Reformen, welche die Türen zu diesen Entwicklungen geöffnet haben und der später als scharfer Kritiker des Neoliberalismus zitiert wurde, ist bei der Bewerbung zum CSU-Vorsitz durch alle Medien geprügelt worden. Droht dieses Schicksal allen Abtrünnigen?

Klingt das wieder zu sehr nach Verschwörung?

Ich kann euch beruhigen: das ganze ist einfach nur Business as usual!



to be continued



(c) davoice









mit Dank an Jan Erik Döllein für die gute Vorlage