Dienstag, 15. April 2008

Lobby




Wenn ein riesiges System, wie das Gesundheitssystem nach den Vorstellung einiger Lobbyisten umgestaltet werden kann und das Ganze auch noch schleichend und in weiten Bereichen unbemerkt geschieht, weil die Meinungsbildungsmaschine hervorragende Arbeit geleistet hat, liegt es nicht fern, sich die Frage zu stellen, wo man dieses Phenomen noch finden kann.

Und siehe da: Es ist überall!!

In weiten Bereichen staatlicher Aufgaben lassen sich Privatisierungstendenzen erkennen, in vielen Bereichen hat sich der Staat komplett zurückgezogen.
Und immer wieder werden die gleichen Faktoren zur Heilsbringung herangezogen: Gewinnoptimierung, Effizienzsteigerung, Controlling und Ausbau der Kommunikationsstrukturen. Diese Schlagworte wird euch jeder Unternehmensberater um die Ohren hauen, die findet ihr in jeder Vorstandssitzung, in jeder Aktionärsversammlung. Selbst in den Familien sind diese Begriffe schon geheiligte Symbole familiären Ausbaus.
Diese Begriffe in die Köpfe der Menschen pflanzend, bieten alle Initiatoren auch gleichzeitig eine Lösung an, mit der ihr den heiligen Symbolen gerecht werden könnt und in der Zukunft eine heile Welt auf euch wartet.

Hey, bei den Versicherungsfuzzis haben wir das doch schon längst begriffen, oder?
Sie kommen daher, machen uns Angst mit ihren Statistiken, Erhebungen, Studien und Prognosen, um gleich hinterher, wie der Heiland eine Paradelösung zu bieten, die uns mittels Benchmarks, Überschüssen, Fondsgewinnen und repräsentativem Auftritt ihres Unternehmens eine heile Welt in der Zukunft verspricht.
Es versteht sich natürlich von selbst, dass man hierzu schon heute das Geld von morgen braucht, um euch übermorgen vielleicht mit Zahlungsversprechen bei Rentenantritt zu honorieren, was dann in etwa den Wert besitzen wird, wie Geld, dass ihr im Keller gelagert hattet.

Wir sind uns bewusst, dass Werbung direkte Einflussnahme ist, dass gewisse Gruppierungen ihre Mitglieder manipulieren bis kontrollieren können, dass Studien oft das gewünschte Ergebnis des Auftragsgebers widerspiegeln, das Entscheidungen aus finanz- und machtpolitischen Beweggründen heraus getroffen werden, oftmals gegen das Wohl der Allgemeinheit, dass Kriege heute immer noch geführt werden, obwohl sie wissentlich auf einer Lüge basieren, dass Menschen ermordet werden, weil sie der "Elite" zu gefährlich wurden und vieles, vieles mehr. All das sehen wir, tagein tagaus. Aber wir weigern uns hartnäckig zu erkennen, dass hier vielleicht Zusammenhänge bestehen könnten.

Und überall steht zu Anfang der Profit und am Ende ebenso. Man interessiert sich heute weniger dafür, was beispielsweise ein Arzt geleistet hat, wenn er ein Menschenleben rettete, sondern ob er effizient arbeitete. Und wir alle können das täglich am eigenen Leib spüren: wie sieht es denn aus mit Zahnersatz, mit alternativen Heilmethoden, mit Zuzahlungen, mit Behandlung im Alter? Welche Medikamente bekommt ihr denn? Welches Krankenhaus könnt ihr wählen? Und der Arzt? Könnt ihr ihn euch wirklich aussuchen?

Wir sehen dieselben oder gleichen Entwicklungen in allen anderen Systemen: bei den Renten, bei den Erwerbslosen durch die ARGE, in der Pflege, den Gerichtsvollziehern und vielem mehr. Werden diese Regulierungsmechanismen in die Hände profitgieriger Lobbyisten gegeben, ist dem Ausbeuten keine Grenze mehr gesetzt.

Jeder einzelne noch vorhandene Cent wird geschluckt von den Megakonzernen, die immer mehr an einem Weltbild arbeiten, dessen einziger Zweck es zu sein scheint, immer mehr Profit zu machen. Und hierbei bedienen sie sich der Methode der Manipulation, der Einschüchterung, der Einflussnahme, der Verdrängung. Die Verbindungen der Megakonzerne lassen sich bis in die höchsten Kreise unserer Regierenden nachvollziehen. Ein Geflecht aus politischen Beratern existiert in der Wirtschaft genauso, wie ein Geflecht aus Wirtschaftsberatern in der Politik. Gleichzeitig massenweise Imageberater, die für die Kulissen der Hollywood-Politshow verantwortlich sind, neben den Marketingexperten, die den Wahlkampf ausrichten und den Ghost-Writers der Redner, deren Positionen marktgerecht vorkonzipiert wurden.

Und wessen Konzept ist es, auf dem oben beschriebenes Geflecht basiert?

Richtig! Das Konzept der wenigen Lobbyisten.

Wenn das schwer zu glauben scheint, so macht euch bewusst, dass wir alle einer Meinungsbildungsmaschine unterworfen sind, die mit Überflutungen unsere neuronalen Netze konditioniert, bis wir glauben, was man uns glauben machen will. Man findet hunderte Studien und Beweise für jede Position unserer heutigen Gesellschaftsordnung, ganze Wissenschaften sind darauf aufgebaut. Doch bevor man diese Studien und Forschungsergebnisse übernimmt, sollte man sich immer zunächst die Frage stellen, wer sie beauftragt hat und welches Ziel der Auftraggeber allgemein verfolgt.
Doch je mehr sich Lobbyisten bis in die letzten Winkel unserer Gesellschaft vorarbeiten, umso weniger unabhängige Studien wird es geben, denn wer soll diese denn finanzieren?
Und gibt es keine unabhängigen Studien mehr, ist unser gesamtes Weltbild vorprogrammiert von den Absichten unserer Machthaber.

Eine sich selbst so bezeichnende Elite bildet sich heraus, deren Ziel es m. E. nach ist, den gesamten Erdball in eine Konsum-Traumwelt-Kirmes zu verwandeln, in der die Kritiker immer weiter verdrängt werden, eingesperrt werden, ermordet werden. Die Kontrolle der gesamten Menschheit ist in vollem Gange: GPS, GSM, DSL, PayBackCard, Kreditkarte, KFZ-Kennzeichen, E-Card, Biometrische Datenerfassung, Kameras, private Security-Unternehmen, und vieles mehr. Ermordungen gibt es auch: Russland tötet seine kritischen Journalisten, die Amis sprengen mal kurzerhand die Twin-Towers in die Luft, bevor sie halb Afghanistan und Irak zerstörten, China schickt einfach alle unabhängigen Ausländer nach Hause, um in Tibet Menschen zu masakrieren, was sie es im Rest ihrer Republik zur Perfektion geübt hatten, und in Deutschland fallen auch mal Politiker vom Himmel oder gehen mit ihrem Fernseher baden.

Und all das sollen zufällige Einzelheiten ohne Zusammenhang sein? Zum einen glaube ich nicht an den Zufall und zum anderen sind die Parallelen so frappierend, dass ein Zusammenhang sich quasi aufdrängt. Wenn man auf immer wieder gleiche Prinzipien stösst, gleiche Initiatoren, gleiche Profiteure, wieviel weiter soll man noch denken, um hinter all dem System erahnen zu können?
Oh ja, ich weiß! Ein Mittel unserer Mächtigen ist das Mittel der Lächerlichkeit, der Fantasterei. Man kann sehr schnell alle kritischen Stimmen in den Bereich der Spinnerei ziehen und dort den Blinden zum spielen überlassen, bis sie dem Einäugigen kein Wort glauben, wenn er von dem kleinen Spalt aus Licht in der Mauer erzählt.

Ich stelle eine provokante Behauptung auf: Die New World Order ist längst beschlossene Sache und der Weg dazu nicht nur eingeleitet sondern weit vorangeschritten. An der Spitze stehen einige wenige, die die Massen zu ihren Zwecken wie Marionetten auf dem Schachbrett ihres Symbolspieles tanzen lassen.

Die oberen Stockwerke sind bereits vollends mit Gold geschmückt, Seide ziert die getönten Fenster, während elfenbeinverzierte Kloschüsseln auf den nächsten Machtschiss eines fetten Lobbyisten-Arsches warten, was der Masse als Jahrhundertreform erneut zum Fraße vorgeworfen wird. Die tumbe Masse schluckt dieses stinkende Zeugs unter Jubelgeschrei und bringt neues Gold, neues Geschmeide, um ihren Wohltätern zu huldigen.
Sie liefern dem Volk Brot und Spiele und wollen nur unser Bestes. Und da der Löwenanteil des gesamten Kapitals bereits in den Händen einiger weniger sich befindet, wollen sie unser Zweitbestes: unsere Leistungen.
Wir sind nicht nur diejenigen, die diesen Wahnsinn finanzieren, sondern auch jene, die als Säulen diesen Koloss tragen sollen, der Stockwerk um Stockwerk schwerer und fataler wird.
Und sie bemerken, dass der Turm sich neigen könnte und sie unterbauen ihr Fundament mit knallharten Fakten aus eigener Produktion, damit die Masse sich hinter ihrer Idee versammelt und sie weiter mitträgt. Und noch eine Weile...

Doch wie lange noch? Gibt es ein natürliches und somit fatales Ende dieser Geschichte? Oder erkennen wir das Monster, das wir erschaffen?

Oder werden wir auf alle Zeiten in die Matrix eingebettet?;-)



(c) davoice

Business as usual


Business as usual

An einem sehr bekannten Beispiel möchte ich das Phenomen der Privatisierung staatlicher Aufgaben und deren negativen Folgen erläutern: unserem Gesundheitssystem.

Vor einiger Zeit trafen sich ein Großteil der Hausärzte Bayerns zu einer Protestveranstaltung gegen die derzeitige Gesundheitspolitik in Nürnberg. Diese nicht gerade unbeachtliche Veranstaltung fand in den großen Boulevardzeitschriften, in keinem Fernsehsender tiefere oder überhaupt eine Erwähnung. Ein Großteil der Hausärzte Bayerns geht auf die Strasse und niemanden scheint es zu interessieren? Nur die Ärzte? Warum hält man eine solche Geschichte der Bevölkerung außen vor?

Nun, wenn man zurückblickt, läßt sich feststellen, daß seit der Seehoferreform in den 90ern, als uns eindringlich klar gemacht wurde, dass bei steigender Lebenserwartung, die Bezahlung der Kosten immer weniger vom Solidarsystem übernommen werden könne, der Lösungsansatz in Einsparungen und fortschreitender Privatisierung von Teilen unseres Gesundheitssystems lag, unter denen die Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzte dann schnell zu leiden hatten.
Sehr gern nahmen deshalb die kommunalen Träger die Chance wahr, ihre defizitären Häuser an Klinikkonzerne zu verkaufen.

Es entstanden mehrere große Klinikketten, die im Jahre 2007 sieben Milliarden Euro Gewinn erzielten. Wohl bemerkt: viele Kliniken befinden sich trotz allem noch in kommunalen Händen. Es scheint jedoch nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sich dieser Sachverhalt gänzlich geändert hat. Auf diese Weise können sich immer mehr Landkreise von einer Schuldenlast befreien.

Für einen jungen Arzt lohnt sich die Selbständigkeit heute kaum noch, selbst im ambulanten Sektor ist die Honorierung so schlecht geworden, dass viele sich geradezu einen Großbetrieb ersehnen, der ihnen die Last des Schulden- und Kostendrucks von den Schultern nimmt..

Es scheint, als zielten alle vergangenen Gesundheitsreformen darauf ab, dass sich die Entwicklung auf diese Art und Weise zeigt: die Übernahme der Gesundheitsversorgung durch Unternehmensketten mittels kompletter Privatisierung. Zumindest scheint diese in Vorbereitung.

Medizinische Versorgungszentren wurden gegründet, mit dem Argument der Kostensenkung und den kürzeren Wegen für den Patienten. Diese häufig noch in den Händen einzelner Ärztegenossenschaften liegenden Zentren liegen somit auf dem Präsentierteller und warten nur auf Übernahme durch große Konzerne. Da ist es oft auch nur eine Frage des Preises, ab einer gewissen Summe wird sicherlich jeder schwach. Werden dann auch noch die verbliebenen Arztsitze aufgekauft, liegt die gesamte Gesundheitsversorgung einer ganzen Region in den Händen einzelner Privatunternehmen.

Wer dann den Preis diktiert, liegt auf der Hand: Der Monopolist, denn niemand anderes kann für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung garantieren. Rechte, wie die freie Arztwahl können dann getrost in Frage gestellt werden, wenn man sich eine adäquate Behandlug überhaupt noch leisten kann.
Das gesamte Gesundheitssystem wird sozusagen in eine Monokultur umgewandelt, in der es um Gewinnoptimierung und Effizienzsteigerug geht und der Patient als Wertschöpfungsfaktor zählt. (Erinnert euch an das fiat-money-Prinzip!)

Immer weiter steigende Mehrkosten müssen Patienten zunehmend selbst bezahlen, was bliebe auch übrig? Man hat ja keine Behandlungsalternative...
Nimmt diese Angelegenheit weiter zu, wird der Sinn von Krankenkassen, Kassenärztlichen Vereinigungen, Ärztekammern u.ä. in Frage gestellt. Wer käme wohl auf die Idee, den Großen ins Geschäft zu reden?
Wie es um die Schweigepflicht, den Ehrenkodex u. ä. bestellt ist, mag ich an dieser Stelle gar nicht weiter ausmalen.
Der Arzt wird reiner Angestellter in einem Dienstleistungskonzern, vordergründig profitorientiert.

Fiat Money mit der Gesundheit...

Aber warum veranlasst der Staat mit seinen Reformen solche Entwicklungen? Wie kann der Staat seine Bürger zu gläsernen Konsumenten und Wirtschaftsgütern machen?

Alle Prinzipien werden mit Begriffen, wie Vernetzung, Qualitätssteigerung, kürzere und effektivere Kommunikationsstrukturen, und ähnlichem verkauft. Politiker setzen diese mal mehr, mal weniger wissentlich in Taten, sprich: Reformen um.
Und speziell im Gesundheitssystem lassen sich die Initiatoren dieser Privatisierungsbewegung ausmachen:
Liz und Reinhard Mohn, Besitzer der Bertelsmann AG, unterstützt von Frieda Springer, Witwe von Axel Springer und Besitzerin der Hauptanteile des Springerkonzerns.
Die Bertelsmann AG ist ein komplexes Konstrukt vieler verschiedener Unternehmungen und Stiftungen, unter anderem die RTL Group, Gruner+Jahr Verlag, sowie Arvato. Damit sind sie in über 60 Ländern dieser Welt vertreten und haben sich vor allem auf die Vermarktung von Kommunikation im weitesten Sinne spezialisiert.
Mit einem Umsatz von 16,8 Milliarden Euro liegt dieser genauso hoch, wie der, der nächsten zehn Medienkonzerne zusammen.
Zusammen mit Frieda Springer sitzt die Familie Mohn häufig bei einem netten Gespräch zusammen, gelegentlich auch mit ihrer Freundin Angela Merkel. Ob diese nun freiwillig dort sitzt, angesichts der geballten Medienmacht, die dort vertreten ist, sei mal dahingestellt. Daß aber genau dieses Kaffeekränzchen unser Land regieren soll, klingt jedoch unglaublich, nicht?

Die Einflussnahme in der Politik findet über die Bertelsmann Stiftung statt, die sich vom Steuersparmodell sehr schnell zum größten und durch den Medienhintergrund mächtigsten Think Tank der Republik wandelte.

Bertelsmann berät die gesamte Bundesregierung, aber auch viele andere Konzerne mit Statistiken, Markterhebungen, Demographie, Benchmarks und Qualitätskriterien. Kongresse und Diskussionsforen werden initiiert, bei denen ausgewählte Referenten Bertelsmann-Positionen vetreten und somit fortlaufend unterschwellig Meinungsbildung aus einer Hand erfolgt. Bertelsmann liefert die erforderlichen Daten für Markt und Politik und bietet gleichzeitig auch Lösungsansätze. Umfragen können vernichtende Ergebnisse zu Tage fordern: Wenn jemand sagt, ihm gefällt das Konzept deines Unternehmens nicht, so ist das vielleicht Geschmackssache. Doch wenn dir jemand Zahlen und Tabellen und Erhebungen vorlegt, die besagen, dass 85% der Verbraucher, dieses Konzept fürchterlich finden müssen, wie werdet ihr euch dann wohl entscheiden?
Wenn man nun ständig kritisiert, die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen ambulanten und stationären Ärzten sei schlecht, Qualitäätskriterien würden nicht beachtet, man könne die Arbeit des Hausarztes nicht statistisch erfassen und man sich in der Berichterstattung durch Medien nur auf Fehler und Versäumnisse beschränkt, welches Bild erschafft man dann wohl in den Köpfen des Bürgers? Ja, und auch der Politiker?
Und das Heilmittel ist hier mal wieder der private Träger, der dem System aus Einzelpraxen mit Effizienzsteigerug, Controlling, Quality-Mangement und repräsentativer Außenwirkung entgegentritt.

Doch was haben Bertelsmann davon, wenn sie der Art Einfluss nehmen? Nun, ein Grund könnte sein, dass Frau Liz Mohn im Aufsichtsrat der Rhön-Kliniken, einem der Mega-Klinik-Konzerne, sitzt. Und daneben gibt es sicherlich noch massenhaft weitere Gründe, daraus Profit zu schlagen, in diesem bisher geschützten Wirtschaftsfeld. Printmedien, Kommunikationsplattformen, Fernsehprogramm uvm.
Näheres würde an dieser Stelle zu weit führen, Informationen zu Bertelsmann findet man massenweise, überall.

Man muss an dieser Stelle die Gefahren der Monopolisierung für die Gesundheitspolitik nicht mehr näher beleuchten. Die Macht die von einigen, wenigen Konzernen ausgeht ist kaum vorstellbar.

Letztenendes muss die Frage gestellt werden, wie verfassungskonform ein solcher Lobbyismus ist, bei dessen Nichtbeachtung unsere Volksvertreter ihre Vernichtung in den Medien fürchten müssen? Denn, wenn ein Beruf, wie der eines Politikers der Maßen von der öffentlichen Meinung abhängt und diese Meinungsbildung in der Hand von netten alten Damen liegt, darf man dann die Frage stellen, wieviel unsere Demokratie noch wert ist?

Übrigens: Ein Horst Seehofer, damals mitverantwortlich für die Reformen, welche die Türen zu diesen Entwicklungen geöffnet haben und der später als scharfer Kritiker des Neoliberalismus zitiert wurde, ist bei der Bewerbung zum CSU-Vorsitz durch alle Medien geprügelt worden. Droht dieses Schicksal allen Abtrünnigen?

Klingt das wieder zu sehr nach Verschwörung?

Ich kann euch beruhigen: das ganze ist einfach nur Business as usual!



to be continued



(c) davoice









mit Dank an Jan Erik Döllein für die gute Vorlage

Moneymaker


Die bisher von mir beschriebenen Vorgänge haben sich der Art verselbständigt, dass sie in jeder Form des Handels wiederzuerkennen sind. Immer wieder entsteht neues Geld durch Zahlungsversprechen, die irgendjemand für einen Zeitpunkt in der Zukunft decken will. Natürlich mit neuen (leeren) Zahlungsversprechen versteht sich. Bei näherer Betrachtung entdeckt man dieses Phenomen in Waren-Termingeschäften, auf dem gesamten Aktienmarkt, im Fondsgeschäft, überall.
Wie sonst erklärt sich eine "Wertsteigerung" einer Firma durch reinen Handel mit ihren Aktien? Sehr schnell stehen 10 Mio. realen Wertes 100 Mio. Aktienwert gegenüber.

Und immer daran denken: wo ist die Leistung?

Richtig: vordergründig in dem Versprechen zu zahlen, bekanntermassen mit weiteren Zahlungsversprechen und letzten Endes aber vom einzigen Leistungserbringer: dem Anleger und somit euch selbst, die ihr in in den Markt mit Falschgeld vertraut und jeden Euro für gedeckt haltet.

Doch, wenn ich mich einigermaßen verständlich mitteilen konnte, wisst ihr ja, dass jeder Euro verzinslich unterwegs ist, da er ja grundsätzlich geliehenes Geld ist. D.h. irgendjemand hat mal mit einem Zahlungsversprechen in die Zukunft diesen Schein erhalten und muss ihn verzinsen. Wenn er nicht zahlt, dann alle anderen. Versteht ihr den Teufelskreis des fiat money? Jeder Euro, der auf einem Zahlungsversprechen beruht und im Geldsystem unterwegs ist wird obendrein noch verzinst, was bedeutet, dass die Schuld zusätzlich auch noch exponential steigt!! Diese Zinsen müssen auch bedient werden. Seitens des Staates natürlich mit weiteren Geldern, die er bei der Bank drucken lässt und irgendwann einmal bezahlen will.
Zahlen tut nur der Leistungserbringer!!!!

Na bemerkt ihr, wie wir uns immer im Kreis bewegen?

Nun, das ist durchaus gewollt, denn mittlerweile ist das Bewusstsein über diese monetären Vorgänge so vorkonditioniert, dass man uns, ähnlich den Tricks eines Illusionisten, mit in den Vordergrund geschobenen Aspekten vom tatsächlichen Geschehen ablenkt.

Oder gibt es jemanden unter euch, der sich sicher ist, dass sein (Papier-)Geld jederzeit und immer in Ware umgesetzt werden kann?

Stellt euch mal eine Extremsituatíon vor: Alles liegt am Boden zerstört, ein ganzes Volk muss neu beginnen. Jede staatliche Ordnung ist allenfalls im Entstehen begriffen, keine staatlich gestützte Währung. Na, was würdet ihr zum Handel akzeptieren, draußen in den Bergen, weitab jeder "Zivilisation"? Einen Papierschein mit der Aufschrift "100€" oder vielleicht doch eher einen kleinen Klumpen Gold oder sonstigen Edelmetalls?

Nun, ich denke, die Wahl ist leicht, was beweist, dass Edelmetalle, speziell Gold und Silber, zeitlosen Bestand haben. Jenseits aller Buchgelder und Zahlungsversprechen und Aktien und Anleihen und weiss-der-Geier-was, denen kein oder wenig realen Gegenwertes gegenübersteht, bleiben Edelmetalle als Zahlungsmassstab immer von einheitlichem Wert.

Und hierbei muss ein Trick beachtet werden: Wir sagen heute eine Unze Gold habe den Wert von sagen wir mal 10€. Wenn man genau darüber nachdenkt, ergibt dies ja gar keinen Sinn, vor allem wenn wir doch davon ausgehen, dass dem Geld letztenendes Gold/Leistung zu Grunde liegen sollte! Dann nämlich bedeutet dieser Satz sowas wie: Ein Auto hat den Wert eines Autos.
Denn nicht das Auto (also das Geld) sind doch Bemessungs und Bewertungsgrundlage, sonder das Geld (Gold), dass ich für das Auto zahlen muss.
Richtig ausgedrückt müsste es heissen: 10€ haben den Wert einer Unze Gold!! Versteht ihr das Misverständnis?

So geschah es, dass in unserem Bewusstsein der Wert einer Ware durch den Begriff des Geldes ersetzt wurde. Man misst die Dinge nun in Euro, Dollar oder Yen. Kein Wort mehr darüber, ob für jeden Schein auch Gold (als Standard für einen Wert) gelten müsste. Die mentale Verbindung zu Gold ist unterdrückt, Geld tritt als Ersatz seine Stelle an und kann vortan beliebig vervielfältigt werden. Das funktioniert mit Gold nunmal nicht. Zumindest nicht auf materieller Ebene, wenn auch illusionärer Ebene, wie wir gleich erfahren werden.

In der Geschichte gab es viele Bestrebungen die Auswirkungen des fiat money, oder deutlicher ausgedrückt: des Falschgeldes, zu zähmen, dem Kollaps entgegenzuwirken. Bisher war es jedoch so, das man immer wieder auf den alten Trick mit den Zahlungsversprechen zurückkam, lediglich um ein Nuance verfeinert.

Staaten, wie die USA, verboten 40 Jahre lang den Privatbesitz von Gold, der Annahmezwang von Papiergeld wurde eingeführt, man versuchte mit Gold den Markt zu überschwemmen, um dessen Vertrauensposition zu schwächen, da man ja den Preis fallen sah. Um darüber hinaus das gleiche Prinzip, wie zuvor mit dem Ersatz des Goldes durch Geld, nun wieder Gold in Form noch nicht geschöpfter Quellen auf den Markt zu bringen, also Gold, dass noch tief in der Erde lag: ein weiteres Schuldversprechen in die Zukunft!! So kam es, dass viel mehr Gold verkauft wurde (wieder einmal) als geschöpft werden konnte.
Und das Spiel geht weiter!

Doch macht euch bewusst: es handelt sich hierbei nicht um einen linearen Vorgang! Er ist, wie erwähnt exponential! Ich weiss, wir, Menschen haben kaum eine Vorstellung von exponentiellen Vorgängen. Doch viele von euch kennen vielleicht die Geschichte vom armen Bauern und dem Schachbrett. Der Bauer wollte als Gegenlohn auf dem ersten Feld des Schachbrettes ein Korn Reis. Auf dem zweiten die doppelte Menge, also zwei Korn Reis. Beim dritten ebenso: also vier Korn Reis, beim fünften 8, beim sechsten 16 und so weiter. Bis er am Schluss viele Tonnen Reis zusammen hat. Und ihr wisst, wie wenig Felder ein Schachbrett hat....

Viel komplexer noch sind die Zusammenhänge, die ich zu verdeutlichen versuche. Doch Tatsache ist, dass die Mächtigen dieser Welt nur sehr ungern ihre so exponierte Position des Geldschöpfers aufgeben wollen. Nun, da liegt die Annahme nicht fern, dass man dann auch alles tut, um dieses System aufrecht zu erhalten, trotz des drohenden Kollapses.

Doch, wie bewerkstelligt man dieses wahnsinnige Unterfangen? Wie kann ich dem Kollaps entkommen? Und sehen wir uns das mal aus Sicht der Riesen-Firmen und der Banken und der Machthaber an: dort geht es doch um "Gewinnoptimierung", "Wirtschaftlichkeit", "Produktivität", dem Aufrechterhalten des großen Getriebes, das immer weitere Einnahmen garantiert, da das System, auf dem es beruht, es auch verlangt.

Gefährlich sind ja nur solche, die dem Spiel zu mistrauen beginnen, jene die die Waren kaufen sollen (die sie ja noch nicht produziert haben, aber schon kassiert haben, weil sie es in der Zukunft irgendwann einmal mit einem anderen Versprechen zahlen wollen, welches sie mit unproduzierten Waren aus weiteren Versprechungen, irgendwann später einmal, mit noch einer Zahlungsversprechung auf Leistung in der Zukunft usw.....), jene, die die Leistung erbringen, jene, denen wir immer mehr Produktivität, Effizienz, Verständnis für Wirtschaftlichkeit und Gewinnoptimierung abverlangen. Immer mehr! Denkt daran: es ist eine exponentiale Entwicklung!!

Mehr zu meinen Vermutungen bezüglich eines weltweiten Netzes aus totalitären Strukturen zu späterer Zeit.

Vorab ein paar Fragen zum Nachdenken:
Warum sollen wir bei steigender Überbevölkerung und anhaltenden Hungersnöten, in den Industriestaaten poppen, was das Zeug hält? Braucht man Masse?
Warum steigen die Gewinne der Unternehmen, bei sinkender Beschäftigung? Und manchmal deren Aktienkurse, trotz hoher Verluste im Realgeschäft?
Warum fusionieren immer mehr Giganten, wenn doch Konkurrenz denn Markt belebt?
Warum haben immer mehr Giganten ihre Finger im Spiel staatlicher und gesellschaftlicher Aufgaben?

Und immer daran denken: unser System beruht größtenteils auf der "fiat money"-Idee! Die Druckerpresse der Mächtigen!



(c) davoice

Die Idee des Geldes


Die Idee des Geldes war es, den Handel mit Waren zu erleichtern. Es ist einfacher 10 Gramm Gold zu transportieren, als zwei Rinder. Ein sehr kluger Einfall, den der Erfinder dieses Mediums da hatte, garantiert es doch schnellere Wege und einheitliche Bewertung der jeweiligen Ware durch einen weltweit geltenden Standard den Gold besitzt. Gold lässt sich beliebig teilen und formen, was seine Flexibilität beim Handel sicherstellt. Eine halbe Kuh lässt sich schwer verkaufen, zumal die Haltbarkeit anzuzweifeln ist.

So stand dem Wert des Goldes ein bestimmter Warenwert gegenüber. Ware, basierend auf einer Leistung die in der Vergangenheit erbracht wurde. Natürlich gab es auch Fluktuationen im Warenwert, da nicht immer vom gleichen Angebot ausgegangen werden kann. Hatte ein Anbieter weniger Waren, stieg der Preis. War die nächste Saison besser, fiel er wieder und es kam zu einem Ausgleich! Aber selbst bei hohem Preis ging dem Gold immer eine Leistung vorraus: Felder mussten bestellt werden, Vieh gezüchtet, Metall verarbeit und Dienstleistungen verrichtet.

Weil es nun gefährlich ist, sein Gold unterm Kopfkissen aufzubewahren, kam die Idee der Bank dazu. Auch dies ist zunächst mal eine gute Idee.
Man lagerte sein Gold in einer Bank ein und erhielt dafür eine Währung, die Auskunft über die Höhe des Kapitals gibt, eine sogenannte Banknote. Gegen Vorlage dieser Banknote war die Bank verpflichtet den Gegenwert an Gold zu jeder Zeit auszuzahlen. Selbst da hatte der Geldschein, die Banknote noch einen Gegenwert, das Gold lag ja jederzeit griffbereit im Tresor der Bank und dem Gold liegt, wie oben erwähnt immer eine Leistung zu Grunde, die bereits erbracht wurde.

Jetzt stellte die Bank fest, dass der Zahlungsverkehr mittels Banknoten hervorragend funktioniert und, dass viel weniger Gold von der Bank abgeholt wurde als erwartet.
Und da manche Goldbesitzer für einen gewissen Zeitraum freiwillig auf ihr Gold verzichteten, gaben sie der Bank die Erlaubnis, diesen Anteil des Goldes zu verleihen. Hier lag dem geliehenen Geld auch noch eine Leistung zu Grund: die des Goldbesitzers. Bei Rückzahlung an die Bank durch den Schuldner wird auch eine Leistung erbracht. Der Zins, der von der Bank erhoben wurde kann auch als leistungsgedeckt betrachtet werden: Leistung, die durch Verwaltung und Lagerhaltung entstanden ist.

Soweit, so gut!

Da sich die Tresore füllten und immer viel mehr Gold da war, als wieder abgeholt wurde oder mittels Kredit verliehen wurde, kam die Bank auf eine genauso geniale wie fatale Idee.
Man dachte sich, wenn ja niemand das Gold abholt, weil ja mit Banknoten stellvertretend für Gold bezahlt werden kann (und später werden musste, per Gesetz, wie ich in einem anderen Blog noch erläutern werde!), kann man ja genausogut viel mehr Geld verleihen, als es die jeweiligen Goldbesitzer selbst beauftragen, die vom Zins ja einen Teil bekamen, weil sie ihre Leistung zur Verfügung stellten. Ohne Beauftragung der Goldbesitzer geht sogar der gesamte Zins an die Bank. Wenn das mal nicht viel lukrativer ist.

Gewinnoptimierung nennt man sowas wohl...

Fractional banking war erfunden: die Bank musste nur noch einen gewissen Prozentsatz an Gold in den Tresoren liegen haben im Vergleich zur ausgeliehenen Summe.
So kam es, dass 1 Kilo Gold bis zu 20 mal und mehr weiterverliehen wurde, einfach, indem auf beiden Seiten ihrer Bücher der geliehene Betrag geschrieben wurde, so wie ich es in meinem Blog "Es werde Geld" beschrieben hatte.

Auch dies geht solange in Ordnung, solange der Falschgeld/Buchgeld-Betrag wieder zurückgezahlt wird. Dann nämlich verschwindet das Buchgeld. Somit besteht für Buchgeld keine Deckungspflicht durch Gold.

Doch entsteht durch dieses "Mehr" an Geld ein Wertverlust der Leistung, was durch mehr Leistung kompensiert werden muss.
Wenn dann obendrauf der Leistungserbringer/Bürger mistrauisch wird, angesichts des Wertverlustes ihrer Banknoten und beschliesst, sein Gold von der Bank abzuziehen, kann es ganz schön eng werden für eine Bank, die ja nur einen geringen Prozentsatz der ausgegebenen Geldmenge in Form von Gold bevorratet.
Tatsächlich kam es in der Geschichte schon zu sehr brutalen Szenen wegen solcher Gründe, bis hin zu Kriegen.
Immer hemmungsloser liessen sich die Geldschöpfer also dazu hinreißen, immer mehr Geld mittels Buchgeld in den Markt zu pumpen, was zunächst auch die Wirtschaft belebte, da ja nun Geld für Investitionen zu Verfügung stand. In rasender Geschwindigkeit stieg der Anteil an Buchgeld im Verhältnis zur Gesamtgeldmenge auf 90%.

Ein kleines Beispiel angelehnt an eine früheren Blog von mir: Erinnert ihr euch an die Geschichte mit dem Wirt und den zehn Freunden? Die Bierdeckel-Schuldscheine? Als ich zum ersten mal an diesem Beispiel die Erschaffung von Falschgeld bildlich zu erklären versuchte?
http://20cent-community.de/blog/show.phtml?cbID=11914
Ihr könnt euch vorstellen, dass jeder dieser zehn Freunde den Bierdeckel eines anderen als Zahlungsmittel akzeptieren würde und auch der Wirt würde für diesen Bierdeckel Bier ausschenken. Das funktioniert solange, wie davon auszugehen ist, dass jeder der Freunde die Absicht hat, seine Verpflichtung durch Zahlung der 20€ zu erfüllen. Erst wenn einer nicht mehr die Absicht hat seine Leistung zu erbringen, wird dieses Geld ja zu Falschgeld, da es keinen Gegenwert mehr besitzt.

Dies bedeutet, irgendein anderer muss diese Leistung erbringen. Wenn also nun nie beabsichtigt ist ein Zahlungsversprechen einzuhalten, ist mein Geld "faul" oder besser gesagt: falsch! Wenn ich nicht zurückzahle bleibt das Buchgeld existent und andere müssen dafür mehr verzichten, mehr leisten.

Längst schon hatte der Staat dieses Monopol der Geldschöpfung den Banken streitig gemacht, bis irgendwann beide, Banken wie Staat Geld schöpfen konnten: der Staat legt Staatsanleihen auf, die Banken mittels Buchgeld verflüssigen und zahlt mit neuen Zahlungsversprechen. Man führte die Annahmepflicht von Geldscheinen ein, also auch solchen, die nicht warengedeckt sind. Der Teufelskreis ist in vollem Gange. Spätestens nachdem Staat und Banken das Monopol auf Geldschöpfung erlangten, gab es kein Halten mehr.
Ein moderner Staat schreibt heute Wechsel auf eine unbestimmte Zukunft und erhält dafür Geld. So produziert der Staat Falschgeld selbst. Er lässt es lediglich bei den Banken drucken. Eine Leistung wurde nie erbracht und ist auch nicht beabsichtigt. Man zahlt Zahlungsversprechen mit neuen Zahlungsversprechen.

Die Gegenleistung erbringen wir!!! Wie gesagt: jeden Tag! Immer mehr!!!




to be continued :-)

(c) davoice

Es werde Geld!

Es werde Geld!


Seit Jahrtausenden funktioniert Falschmünzerei auf völlig einfache Art und Weise: Die Mächtigen erklärten eine Norm, wonach beispielsweise eine Münze 10 Gramm reinen Goldes sein soll, näturlich mit ihrer Prägung als Garant für Echtheit. Der Herrscher prägte die Münze mit seinem Bild, Symbol für die Sicherheit der Ware Geld.

Im Laufe der Zeit gab es dann sogenannte Münzreformen, die immer wieder das Resultet hervorbrachten, dass fortan die Münze weniger wog. Man senkte bei jeder Münzreform zunächst das Gewicht, später den Gehalt des Goldes, bis aus einer ehemals 10 Gramm schweren, reinen Goldmünze, ein noch etwa 0,5 Gramm Gold enthaltendes Metallgemisch übrigblieb.
Man bedenke: jedem Gramm Gold liegt eine gewisse Leistung zu Grunde. Wenn ich den Gehalt des Goldes minimiere, minimiere ich auch den Wert der Leistung. Folglich muss mehr erbracht werden, was auch weiterhin mehr abgeschöpft werden kann.

Dies alles blieb lange Zeit unbemerkt und auch unbeachtet, war es doch egal, ob ich für eine 10 Gramm Goldmünze eine Kuh bekam oder für eine 10 Gramm Metallmünze.
Auffällig wurde das Ganze ja erst, wenn das gemeine und somit betrogene Volk feststellte, dass sie jetzt zwei Münzen brauchen, um eine Kuh zu kaufen. Um dem Volk die Möglichkeit zu geben, schließlich lebt man ja davon, wurde sie ihnen gewährt: sie bekamen für die gleiche Arbeit nun zwei Goldmünzen.

Na, dann ist doch alles wieder in Ordnung, oder?

Mitnichten! Denn zwei Münzen haben zu diesem Zeitpunkt den Wert von ehemals einer oder mehrerer Goldmünzen. Wert, den der Herrscher sich mittels Münzreform selbst vereinnahmt hat, um nun blendend noch mehr Geld ins Volk zu giessen. So schafft er immer neues Geld. Aus dem Nichts.....

All dies Geld ist ja noch Sachwert gestützt: ihm liegt ein greifbarer Wert zu Grunde, nämlich das Gold, das ja immer noch vorhanden ist.

Doch wie sieht es mit Kreditgeld aus?

Kreditgeld besagt doch zunächst, das es Geld ist, welches geliehen wurde, also zahlt der Schuldner mit einem Zahlungsversprechen. Der Unterschied zu Warengeld liegt darin, dass dem Warengeld ein Sachwert, der in der Vergangenheit bereits erbracht wurde zu Grunde liegt, während dem Kreditgeld lediglich eine versprochene, noch nicht erbrachte Leistung in der Zukunft zu Grunde liegt. Eine heutige Bank verleiht solche Zahlungsversprechen 20 mal und mehr weiter, womit immer neues Buchgeld entsteht.
Das heisst, wenn ein Kreditgeber Geld verleiht, schafft er damit neues Geld. Zumindest für den Zeitraum des Zahlungsversprechens, also der Laufzeit des Kredites. Wird das Geld zurückgezahlt, verschwindet auch das durch Kredit entstandene Buchgeld.
Auch hier ein Unterschied zum Warengeld: das Gold bleibt für immer vorhanden.

Ist man nun aber gar nicht interessiert an der Rückzahlung des Buchgeldes, was ja auch hieße, man ginge 0 auf 0 raus, so ergibt sich eine ganz neue Weise der Falschmünzerei.
Man stelle sich vor, jemand verleiht 200.000 € und nimmt zur Sicherheit dein Haus, das 200.000€ Wert ist. Man bedenke: es handelt sich um Buchgeld, das nicht durch Waren gestützt ist.
Die Geschichte in die du investierst geht in die Hose, der Kreditgeber aber will sein Geld, was du ihm mit deinem Zahlungsversprechen auch zugesichert hast. Da du das Geld nicht mehr hast, geht das Haus an die Bank, die jetzt Sachwert in Höhe von 200.000€ besitzt!!
Die Bank hat somit aus 200.000€ Buchgeld, 200.000€ realen Wert geschaffen.

Na, wie nennt man das?

Was ist heutzutage Warengeld und was ist Buchgeld, wie kann ich es unterscheiden?
Gar nicht, meine Lieben. Die Geschichte ist soweit fortgeschritten, dass es sich nicht mehr korrekt nachvollziehen lässt, ob das Kapital einer Bank, eines Unternehmens oder einer Person Sachwert oder Buchwert gestützt ist. Auffällig wird die Situation natürlich, wenn eine Bank wie jüngst in Schieflage gerät. Dies lässt nämlich Rückschlüsse auf den warengestützten Teil der Banken zu.
Und weil an diesem von den Banken vergebenen Geldern ein Rattenschwanz anderer Investitionen, inklusive Staatsanleihen liegen, tausende und abertausende von Zahlungsversprechen, ist natürlich kein Herrscher interessiert am Untergang eines Finanzgebers, eines Geldschöpfers. Der eigene Kopf und der, der Verbündeten geräte in sprichwörtliche Gefahr. Ganze Stockwerke ihres Gebäudes brächen zusammen!
Da werden dann schnell mal ein paar Milliarden Steuergelder lockergemacht, um in die Bresche zu springen.
Steuergelder!!! Geld, für das ihr eine Ware erbracht habt, nämlich eure Arbeit!
Sachwert also!
Und wieder das gleiche Spiel!

Fiat Money!

So nennen es die Experten! Und blicken selbst nicht mehr durch in ihrem Wirrwarr aus monetären Geflechten. Oder sollte ich sagen Filz?

Und dies hier ist nur die Basis dieses gigantischen Gebäudes, das immer weiter auf diesen Prinzipien errichtet wurde. Man kann sich kaum vorstellen, wie riesig, wie mächtig dieser Koloss ist, er reicht kilometerweit in den Himmel. Und immer weiter wird Etage um Etage errichtet und ausgebaut und mit jedem Meter, den dieses Ungetüm wächst, steigt der Hunger, steigt die Gier. "Wir brauchen Stahl! Wir brauchen Beton! Mehr Glas! Gebt uns Purpur und Geschmeide! Wir geben euch Arbeit! Gottverdammt, wo ist der Sicherheitsdienst? Hier ist schon wieder einer von unten und will mehr!!!"

Und ihr? Wollt ihr nicht auch mehr?



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