Es werde Geld!
Seit Jahrtausenden funktioniert Falschmünzerei auf völlig einfache Art und Weise: Die Mächtigen erklärten eine Norm, wonach beispielsweise eine Münze 10 Gramm reinen Goldes sein soll, näturlich mit ihrer Prägung als Garant für Echtheit. Der Herrscher prägte die Münze mit seinem Bild, Symbol für die Sicherheit der Ware Geld.
Im Laufe der Zeit gab es dann sogenannte Münzreformen, die immer wieder das Resultet hervorbrachten, dass fortan die Münze weniger wog. Man senkte bei jeder Münzreform zunächst das Gewicht, später den Gehalt des Goldes, bis aus einer ehemals 10 Gramm schweren, reinen Goldmünze, ein noch etwa 0,5 Gramm Gold enthaltendes Metallgemisch übrigblieb.
Man bedenke: jedem Gramm Gold liegt eine gewisse Leistung zu Grunde. Wenn ich den Gehalt des Goldes minimiere, minimiere ich auch den Wert der Leistung. Folglich muss mehr erbracht werden, was auch weiterhin mehr abgeschöpft werden kann.
Dies alles blieb lange Zeit unbemerkt und auch unbeachtet, war es doch egal, ob ich für eine 10 Gramm Goldmünze eine Kuh bekam oder für eine 10 Gramm Metallmünze.
Auffällig wurde das Ganze ja erst, wenn das gemeine und somit betrogene Volk feststellte, dass sie jetzt zwei Münzen brauchen, um eine Kuh zu kaufen. Um dem Volk die Möglichkeit zu geben, schließlich lebt man ja davon, wurde sie ihnen gewährt: sie bekamen für die gleiche Arbeit nun zwei Goldmünzen.
Na, dann ist doch alles wieder in Ordnung, oder?
Mitnichten! Denn zwei Münzen haben zu diesem Zeitpunkt den Wert von ehemals einer oder mehrerer Goldmünzen. Wert, den der Herrscher sich mittels Münzreform selbst vereinnahmt hat, um nun blendend noch mehr Geld ins Volk zu giessen. So schafft er immer neues Geld. Aus dem Nichts.....
All dies Geld ist ja noch Sachwert gestützt: ihm liegt ein greifbarer Wert zu Grunde, nämlich das Gold, das ja immer noch vorhanden ist.
Doch wie sieht es mit Kreditgeld aus?
Kreditgeld besagt doch zunächst, das es Geld ist, welches geliehen wurde, also zahlt der Schuldner mit einem Zahlungsversprechen. Der Unterschied zu Warengeld liegt darin, dass dem Warengeld ein Sachwert, der in der Vergangenheit bereits erbracht wurde zu Grunde liegt, während dem Kreditgeld lediglich eine versprochene, noch nicht erbrachte Leistung in der Zukunft zu Grunde liegt. Eine heutige Bank verleiht solche Zahlungsversprechen 20 mal und mehr weiter, womit immer neues Buchgeld entsteht.
Das heisst, wenn ein Kreditgeber Geld verleiht, schafft er damit neues Geld. Zumindest für den Zeitraum des Zahlungsversprechens, also der Laufzeit des Kredites. Wird das Geld zurückgezahlt, verschwindet auch das durch Kredit entstandene Buchgeld.
Auch hier ein Unterschied zum Warengeld: das Gold bleibt für immer vorhanden.
Ist man nun aber gar nicht interessiert an der Rückzahlung des Buchgeldes, was ja auch hieße, man ginge 0 auf 0 raus, so ergibt sich eine ganz neue Weise der Falschmünzerei.
Man stelle sich vor, jemand verleiht 200.000 € und nimmt zur Sicherheit dein Haus, das 200.000€ Wert ist. Man bedenke: es handelt sich um Buchgeld, das nicht durch Waren gestützt ist.
Die Geschichte in die du investierst geht in die Hose, der Kreditgeber aber will sein Geld, was du ihm mit deinem Zahlungsversprechen auch zugesichert hast. Da du das Geld nicht mehr hast, geht das Haus an die Bank, die jetzt Sachwert in Höhe von 200.000€ besitzt!!
Die Bank hat somit aus 200.000€ Buchgeld, 200.000€ realen Wert geschaffen.
Na, wie nennt man das?
Was ist heutzutage Warengeld und was ist Buchgeld, wie kann ich es unterscheiden?
Gar nicht, meine Lieben. Die Geschichte ist soweit fortgeschritten, dass es sich nicht mehr korrekt nachvollziehen lässt, ob das Kapital einer Bank, eines Unternehmens oder einer Person Sachwert oder Buchwert gestützt ist. Auffällig wird die Situation natürlich, wenn eine Bank wie jüngst in Schieflage gerät. Dies lässt nämlich Rückschlüsse auf den warengestützten Teil der Banken zu.
Und weil an diesem von den Banken vergebenen Geldern ein Rattenschwanz anderer Investitionen, inklusive Staatsanleihen liegen, tausende und abertausende von Zahlungsversprechen, ist natürlich kein Herrscher interessiert am Untergang eines Finanzgebers, eines Geldschöpfers. Der eigene Kopf und der, der Verbündeten geräte in sprichwörtliche Gefahr. Ganze Stockwerke ihres Gebäudes brächen zusammen!
Da werden dann schnell mal ein paar Milliarden Steuergelder lockergemacht, um in die Bresche zu springen.
Steuergelder!!! Geld, für das ihr eine Ware erbracht habt, nämlich eure Arbeit!
Sachwert also!
Und wieder das gleiche Spiel!
Fiat Money!
So nennen es die Experten! Und blicken selbst nicht mehr durch in ihrem Wirrwarr aus monetären Geflechten. Oder sollte ich sagen Filz?
Und dies hier ist nur die Basis dieses gigantischen Gebäudes, das immer weiter auf diesen Prinzipien errichtet wurde. Man kann sich kaum vorstellen, wie riesig, wie mächtig dieser Koloss ist, er reicht kilometerweit in den Himmel. Und immer weiter wird Etage um Etage errichtet und ausgebaut und mit jedem Meter, den dieses Ungetüm wächst, steigt der Hunger, steigt die Gier. "Wir brauchen Stahl! Wir brauchen Beton! Mehr Glas! Gebt uns Purpur und Geschmeide! Wir geben euch Arbeit! Gottverdammt, wo ist der Sicherheitsdienst? Hier ist schon wieder einer von unten und will mehr!!!"
Und ihr? Wollt ihr nicht auch mehr?
(c) davoice
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