Dienstag, 15. Januar 2008

Die richtigen Fragen

Da ist mir im letzten Beitrag doch glatt ein Faux-Pas unterlaufen. Ich hatte davon geschrieben, dass wir bei unserer Reise auf's Logbuch scheissen sollten. Okay, für diesen Rat entschuldige ich mich hier in aller Form und hoffe, dass ihr bis jetzt keine Schäden erlitten habt! :-)

Woran ich nämlich nicht gedacht habe, in all meiner Euphorie, ist die Tatsache, dass manche ja noch nicht mal einen Tretroller vorwärts gerollt kriegen, wie sollen sie dann eine Hyperspeed-Reise durch Dimensionen jenseits ihrer Auffassungsgabe durchstehen?

In all der Konfusion, die sich durch alle Ebenen zieht, der wirtschaftlichen, der politischen, der gesellschaftlichen, der religiösen, der was-weiss-ich-noch-alles-Ebenen, schaffen es die wenigsten ein klares Bild von sich selbst zu haben. Wie sollten sie dann in der Lage sein die Antworten, die sie suchen, zu finden, wenn sie nicht die richtigen Fragen stellen?

Hinter jeder noch so trivialen Aussage lässt sich, bei entsprechender Veranlagung (und einhergehender Unfähigkeit gesunder Differenzierung) ein tiefgründiger Hintergrund finden. Es ist einfach über die sagenhafte Bedeutung eines Rheinkiesel nachzudenken und darin tiefgreifende Assoziationen zum eigenen Sein zu finden! Schwieriger wird es bei der Betrachtung des Menschen und seiner Bedeutung im universalen Ablauf aller Dinge!

Je nachdem, welche Fragen man stellt, welche Assoziationen damit verbunden sind und mit welcher Ernsthaftigkeit ich dieses betreibe, kann man sehr wohl Einblicke der besonderen Art in unser Dasein erhalten.
Es reicht jedoch nicht seine eigene Vorstellung philosophischen Ansatzes in bedeutungsschwangeres Vokabular zu kleiden, um sich selbst vorzumachen, man sei mental auf dem Weg zum Sprung in die nächste Ära unseres menschlichen Daseins.

Dass lässt annehmen, dass so ein Logbuch eines Captain James T. Kirk gar nicht so schlecht wäre. Zumindest krieg ich damit meine "Enterprise" eher auf Kurs!
Denn die Reise ist ja gar nicht so ungefährlich, da draußen (oder sollte ich besser sagen: da drinnen?). Es gibt Sonnenstürme, meist Ausdruck weissgekleideter, Sermon labernder ehemaliger Manifestationen autoritärer Wesenhaftigkeiten. Wir fliegen durch Kometenfelder, jeder einzelne steingewordener Ausdruck unseres falschen, unbeweglichen Egos. Und dann das schwarze Loch der Sinnfrage, diese alles verschlingende Bestie! Wie soll ich sie je ergründen?

Naja, und weil sonst nix da ist, keine Basis von der aus man sich auf die Reise begeben könnte, versuchen manche vom nächsten Hügel zu springen, in der Hoffnung, dass die Inspiration sie trägt! Es ist davon auszugehen, dass diese sehr schnell, sehr hart auf den Boden ihrer Realität zurückstürzen.
Am Boden zerschmettert, hinterfragen sie (berechtigterweise) den Sinn ihres Handelns. Man wird verstehen, wenn man sagt, dass dieser Mensch dumm und töricht handelte und weit entfernt jeder Sinnhaftigkeit war! (Okay, wenn man will kann man selbst darin einen Sinn sehen: er machts zumindest nicht nochmal *g*)
Es ist schon von Vorteil, wenn man sich mit seinem Fluggerät ein wenig auskennt und auch in etwa die Richtung kennt, in die es gehen soll.

Ansonsten ist die Reise zum Scheitern verurteilt. Und jedes damit verbundene Vorhaben, jede zu erwartende Entdeckung versinkt in Bedeutungslosigkeit.

Also: wer sich in neue, innere Welten begibt, sollte die gleichen Vorbereitungen Treffen, wie auf Reisen in der Aussenwelt.
Und wenn man eine Sprache nicht spricht, so sollte man die Einheimischen nicht mit Banalisierungen ihrer Phonetik beleidigen. Lernt man sie sprechen, findet man sich auch viel schneller in einem fremden Land zurecht. Man sollte genausowenig ihre Kultur verunglimpfen und trivialisieren. Man sollte sie verstehen lernen, wer weiss welche Schätze alte oder andere Kulturen bereithalten! Tut man das nicht, bleiben sie bedeutungslos in jedem Sinne!

Und grundsätzlich: um richtige Informationen zu erhalten, muss ich die richtigen Fragen stellen. Es reicht nicht, mal ins trübe Wasser zu greifen und zu glauben, damit liesse sich der Stein der Weisen finden!

Zu allererst sollte man sich die Frage nach sich selbst zu ergründen versuchen. Wer sich selbst erkennt, findet den Weg darüber hinaus.

Aber Vorsicht: ihr seid das schrecklichste, was euch je begegnet ist!

(c) davoice

Montag, 14. Januar 2008

Der nächste Schritt

Vor einiger Zeit sprach ich von den vier Grundbedürfnissen, die der Mensch stets erfüllt sehen will: Nahrung, Schlaf, Sex, Verteidigung/Sicherheit und den wahnwitzigen Errungenschaften, die wir erbrachten, um dies auch zu garantieren. Dem gigantischen logistischen und bürokratischen Systemen und davon, das wir damit nicht weiter sind, als jeder Ameisen- oder Bienenstaat. Die Frage, die sich damit auftat, war: Wonach strebt der Mensch?

Es fällt mir schwer, daran zu glauben, dass mit der Stillung meiner Bedürfnisse, dem Weltfrieden und dem Ende aller Hungersnöte der Mensch sein Ziel erreicht hat.
Somit strebt er nach "Höherem", nach mehr Bewusstheit, mehr Bewusstsein. Im Laufe der Evolution stieg der Mensch aus tierischem Bewusstsein empor: er bekam eine Vorstellung von einem "morgen", erinnerte sich an seine Ahnen, begann Ackerbau und Viehzucht. Mit all dieser Bewusstheit wuchs auch sein Bewusstsein. Irgendwann leisteten sie es sich nachzudenken, ein hochkomplizierter Vorgang. Sie lernten Logik durch Betrachtung natürlicher Phenomene, sie entdeckten Zusammenhänge, schufen Systeme um diese zu ordnen, immer komplexer und feinstrukturierter.
Wir erforschen das Universum!

Enorm, zu was der Mensch in der Lage ist.

Doch denke ich, das ist nur die Hälfte des Weges. Ich denke, wir befinden uns sogar ziemlich genau an einem Scheidepunkt, an dem der Mensch entscheiden kann, wie es weitergehen soll. Wir haben den freien Willen und die nötige Bewusstheit (nicht zu Verwechseln mit Bewusstsein!) unseren Weg zu wählen. Und vielleicht sind wir zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte überhaupt in der Position BEWUSST unsere weitere Entwicklung zu entscheiden.

Wir werden erwachsen!!

Die Frage allerdings ist: erreichen die Massen auch das nötige Bewusstsein für diesen gigantischen Schritt in die Zukunft? Wenn man sich so umsieht, mag man berechtigterweise daran zweifeln.
Mit diesem Bewusstsein kommt ja auch die Verantwortung, die man trägt, man kann sich nicht mehr rausreden, man hätte es nicht gewusst! (Man beachte das Spiel, das die Worte "Wissen, Bewussheit, Bewusstsein" ergeben! Darüber allein lohnt es sich mal nachzudenken;-) )
Ist der Mensch soweit, diese Verantwortung zu tragen?

JA! Er MUSS! Er hat keine andere Wahl, das Spiel der Milliarden Jahre alten Doppelhelix fängt gerade erst an!

Könnt ihr euch vorstellen, welch überragender Moment es sein kann, wenn der Mensch bewusst den richtigen und nächsten Schritt in der Evolution tätigt? Zum allerersten Mal überhaupt?
Wow!!! Ich krieg Gänsehaut, wenn ich nur daran denke! Lasst uns feiern!!!

Doch wie sieht dieser nächste Schritt aus, welche Stufe erklimmen wir, was wird aus dem Bisherigen?

Das scheint mir eine der Hemmschwellen zu sein: die Frage, was aus dem "Bisher" wird. Genau dessen wird der Mensch sich nämlich immer mehr bewusst, dass nichts mehr sein wird, wie bisher, wenn er den nächsten Schritt geht, analog zum Sündenfall in der Bibel. (War es Sünde oder wollte man uns das Glauben machen??). Alles scheint davon abzuhängen, ob der Grossteil der Menschheit auch mehr Bewusstsein, nach erreichter Bewusstheit erlangt! Unsere Informationssysteme könnten die besten Hilfsmittel darstellen! Wir sind in der Lage gigantische Netzwerke aufzubauen.

Doch gibt es massenweise Menschen, die KEINE Veränderung wollen, die alles tun, um die Dinge so zu halten, wie sie sind!
Oh Gott, was wird aus meinem Haus? Was werden die Nachbarn denken? Krieg ich noch Rente? Gibt es Sicherheiten?
Sind das nicht die Fragen, mit denen wir uns beschäftigen sollen? Sind das nicht Fragen, die uns vom nächsten Schritt abhalten?
Wer hat denn heute Zeit über die Menschheit, die Welt, das Universum und das Mysterium des Lebens nachzudenken? Unsere Kinder stechen sich gegenseitig auf den Strassen ab, da soll man noch Nerven für lebensphilosophischen Firlefanz haben?
Und überhaupt: wer soll das denn finanzieren?

Werden wir damit nicht beschäftigt bis zum Kollaps? Soll es das sein, was wir unter dem Sinn des Lebens verstehen (sollen) im generellen, nicht individuellen Sinne? Die ständige Frage nach der Sicherheit und ihrer drei Bedürfniss-Geschwistern?

Nein! Das kann es nicht sein! Ich für meinen Teil habe seit langer Zeit Wege gewählt zumindest eines kleines Licht in der "Bewusstseins-Bewegung" zu sein. Ich glaube an den Menschen! Ich glaube an seine Fähigkeiten und ich glaube an mein Bewusstsein! Es ist nie starr, nie statisch! Das ist meiner Meinung nach der Fehler den viele machen: das Festhalten! Und sei es an alte, überholte Werte!
Nur so erreiche ich die Möglichkeit frei zu bleiben, mich nie in ein Korsett zwängen zu lassen und am Ende als Gefangener meiner eigenen Konzeptionen in meinem eigenen, selbstgebauten Kerker, in degradierter Form auf den erlösenden Tod zu warten.

Der Mensch hat seine Schaltzentrale, seine millionenfach erprobte und neu konfigurierten Systeme ständig upgedated, wie man in denglish sagt! Jetzt wird es Zeit für einen Bewusstseinssprung!

Auf in Welten, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat! Scheisst auf's Logbuch, mit Warp-Geschwindigkeit in unser Hirn! Und sehen wir zu, dass wir "WISSEN" lernen! ;-)

Gute Reise!

(c) davoice

Freitag, 4. Januar 2008

Des Menschen Ziel

Jeder Mensch lebt innerhalb sozialer Systeme, sei es das kleine Völkchen im Dschungel Südamerikas oder der Bewohner moderner Großstädte - alleine kann er nicht bestehen. Vielleicht hat der ein oder andere es versucht und sich in die Abgeschiedenheit begeben, doch zwingen ihn seine Sexualität immer wieder zur Gemeinschaft mit anderen Menschen. Spätestens dann werden aus solchen Beziehungen Familien, daraus weitere Familien, ganze Gesellschaftsformen entstehen hieraus.
Und diese bedürfen immer einer Ordnung, Regeln und Gesetze dienen der Orientierung. Um Spannungen zu vermeiden und ein Mindestmass an Miteinander erfahren zu können, und sei es auch nur zwischen zwei Menschen, müssen diese sich arrangieren. Sogesehen ist absolute Anarchie unmöglich!

Moderne Gesellschaften haben die kompliziertesten Systeme entwickelt, um die Befriedigung der Bedürfnisse der verschiedenen Mitglieder zu gewährleisten und zu koordinieren. Sie verfolgen alle einen Zweck: dem Streben nach Glück und materieller Sicherheit. Das beste System ist jenes, welche die Befriedigung aller Mitglieder oder zumindest der meisten gewährleistet.
Vereinfacht dargestellt haben wir Menschen vier Grundbedürfnisse: Essen, Schlafen, Sex und Verteidigung. Diese bedürfen enormen körperlichen und geistigen Einsatzes, um ihnen gerecht zu werden. Wir haben die komplexesten Systeme erschaffen unsere Nahrung um den gesamten Globus in unsere Kühlschränke zu fliegen (also, jetzt nicht DIREKT in den Kühlschrank :-) ), unsere Leiber sanft zu betten und die Funktionalität unserer Geschlechtsorgane regelmässig zu überprüfen. Und damit uns niemand in den Garten geht, müssen wir uns verteidigen. Das Militär schützt vor Gefahr von Außen, die Polizei von Innen, der Arzt vor Krankheiten usw.

Diese vier Grundbedürfnisse haben wir mit den Tieren gemein. Der Mensch ist daher ein "soziales Tier", das die verschiedensten Gesellschaftsordnungen geschaffen hat, um diese Bedürfnisse auf "die feinere Art" zu stillen und ist hierbei gar nicht soweit vom Tier weg: Panzer, wie die Schildkröte, Balzverhalten, wie ein Strauß, Essgewohnheiten, wie ein Schwein.

Im Gegensatz zum Tier ist der Mensch nicht an körperliche Voraussetzungen gebunden - der Lebensstandard eines Tieres bleibt von der ersten Minute an derselbe. Ein Tier kann die Qualität seines Lebens nicht verbessern, alles was es tut, dient einzig den vier Grundbedürfnissen, je nachdem, was gerade dringlicher ist.
Der Mensch hat die Gabe der Vernunft und der Intelligenz, er denkt über philosophische Ideale nach und handelt vielleicht auch danach. Er ist in der Lage durch Logik Schlussfolgerungen zu ziehen und sein Leben zu ändern.Somit ist der Mensch dem Tier weit vorraus.

Doch was macht er damit?

Wenn alle seine komplizierten Systeme nur der Befriedigung der vier Grundbedürfnisse dienen, dann ist sein Vorsprung gegenüber den Tieren verschwendet, denn diese ernähren und vögeln sich auch ohne diese ganze Technologie.
Millionen von Büchern, einzigartiger Meisterwerke in der Kunst, die intellektuellsten Akrobaten-Kunststücke mit ihrem Hirn und wir sind nicht weiter als jeder Bienenschwarm oder Ameisenhaufen?

Hey, die lacht sich doch kaputt, die Biene Maja, wenn sie sieht, was wir veranstalten.

Aber mal ernsthaft: die Meilensteine menschlicher Evolution sind (vereinfacht) Frustration, Unzufriedenheit, Angst, was zu Auseinandersetzungen führt, Gewalt, ja: Krieg.

Der Mensch, dieses vernunftbegabte Wesen, diese soziale Natur ist in Wirklichkeit ein neurotisches Wesen innerhalb unglücklicher und gespaltener Gesellschaften, da seine Vernunft fehlgeleitet und misbraucht wurde.

Und nicht wenige werden mir bestätigen, dass der Mensch zu "höherem" bestimmt ist, ja angesichts seiner Schaffenskraft geradezu hierfür geschaffen wurde.

Wonach strebt der Mensch? Welche Frage versucht er zu beantworten?

Was denkt ihr?