Da ist mir im letzten Beitrag doch glatt ein Faux-Pas unterlaufen. Ich hatte davon geschrieben, dass wir bei unserer Reise auf's Logbuch scheissen sollten. Okay, für diesen Rat entschuldige ich mich hier in aller Form und hoffe, dass ihr bis jetzt keine Schäden erlitten habt! :-)
Woran ich nämlich nicht gedacht habe, in all meiner Euphorie, ist die Tatsache, dass manche ja noch nicht mal einen Tretroller vorwärts gerollt kriegen, wie sollen sie dann eine Hyperspeed-Reise durch Dimensionen jenseits ihrer Auffassungsgabe durchstehen?
In all der Konfusion, die sich durch alle Ebenen zieht, der wirtschaftlichen, der politischen, der gesellschaftlichen, der religiösen, der was-weiss-ich-noch-alles-Ebenen, schaffen es die wenigsten ein klares Bild von sich selbst zu haben. Wie sollten sie dann in der Lage sein die Antworten, die sie suchen, zu finden, wenn sie nicht die richtigen Fragen stellen?
Hinter jeder noch so trivialen Aussage lässt sich, bei entsprechender Veranlagung (und einhergehender Unfähigkeit gesunder Differenzierung) ein tiefgründiger Hintergrund finden. Es ist einfach über die sagenhafte Bedeutung eines Rheinkiesel nachzudenken und darin tiefgreifende Assoziationen zum eigenen Sein zu finden! Schwieriger wird es bei der Betrachtung des Menschen und seiner Bedeutung im universalen Ablauf aller Dinge!
Je nachdem, welche Fragen man stellt, welche Assoziationen damit verbunden sind und mit welcher Ernsthaftigkeit ich dieses betreibe, kann man sehr wohl Einblicke der besonderen Art in unser Dasein erhalten.
Es reicht jedoch nicht seine eigene Vorstellung philosophischen Ansatzes in bedeutungsschwangeres Vokabular zu kleiden, um sich selbst vorzumachen, man sei mental auf dem Weg zum Sprung in die nächste Ära unseres menschlichen Daseins.
Dass lässt annehmen, dass so ein Logbuch eines Captain James T. Kirk gar nicht so schlecht wäre. Zumindest krieg ich damit meine "Enterprise" eher auf Kurs!
Denn die Reise ist ja gar nicht so ungefährlich, da draußen (oder sollte ich besser sagen: da drinnen?). Es gibt Sonnenstürme, meist Ausdruck weissgekleideter, Sermon labernder ehemaliger Manifestationen autoritärer Wesenhaftigkeiten. Wir fliegen durch Kometenfelder, jeder einzelne steingewordener Ausdruck unseres falschen, unbeweglichen Egos. Und dann das schwarze Loch der Sinnfrage, diese alles verschlingende Bestie! Wie soll ich sie je ergründen?
Naja, und weil sonst nix da ist, keine Basis von der aus man sich auf die Reise begeben könnte, versuchen manche vom nächsten Hügel zu springen, in der Hoffnung, dass die Inspiration sie trägt! Es ist davon auszugehen, dass diese sehr schnell, sehr hart auf den Boden ihrer Realität zurückstürzen.
Am Boden zerschmettert, hinterfragen sie (berechtigterweise) den Sinn ihres Handelns. Man wird verstehen, wenn man sagt, dass dieser Mensch dumm und töricht handelte und weit entfernt jeder Sinnhaftigkeit war! (Okay, wenn man will kann man selbst darin einen Sinn sehen: er machts zumindest nicht nochmal *g*)
Es ist schon von Vorteil, wenn man sich mit seinem Fluggerät ein wenig auskennt und auch in etwa die Richtung kennt, in die es gehen soll.
Ansonsten ist die Reise zum Scheitern verurteilt. Und jedes damit verbundene Vorhaben, jede zu erwartende Entdeckung versinkt in Bedeutungslosigkeit.
Also: wer sich in neue, innere Welten begibt, sollte die gleichen Vorbereitungen Treffen, wie auf Reisen in der Aussenwelt.
Und wenn man eine Sprache nicht spricht, so sollte man die Einheimischen nicht mit Banalisierungen ihrer Phonetik beleidigen. Lernt man sie sprechen, findet man sich auch viel schneller in einem fremden Land zurecht. Man sollte genausowenig ihre Kultur verunglimpfen und trivialisieren. Man sollte sie verstehen lernen, wer weiss welche Schätze alte oder andere Kulturen bereithalten! Tut man das nicht, bleiben sie bedeutungslos in jedem Sinne!
Und grundsätzlich: um richtige Informationen zu erhalten, muss ich die richtigen Fragen stellen. Es reicht nicht, mal ins trübe Wasser zu greifen und zu glauben, damit liesse sich der Stein der Weisen finden!
Zu allererst sollte man sich die Frage nach sich selbst zu ergründen versuchen. Wer sich selbst erkennt, findet den Weg darüber hinaus.
Aber Vorsicht: ihr seid das schrecklichste, was euch je begegnet ist!
(c) davoice
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