Dienstag, 15. April 2008

Die Idee des Geldes


Die Idee des Geldes war es, den Handel mit Waren zu erleichtern. Es ist einfacher 10 Gramm Gold zu transportieren, als zwei Rinder. Ein sehr kluger Einfall, den der Erfinder dieses Mediums da hatte, garantiert es doch schnellere Wege und einheitliche Bewertung der jeweiligen Ware durch einen weltweit geltenden Standard den Gold besitzt. Gold lässt sich beliebig teilen und formen, was seine Flexibilität beim Handel sicherstellt. Eine halbe Kuh lässt sich schwer verkaufen, zumal die Haltbarkeit anzuzweifeln ist.

So stand dem Wert des Goldes ein bestimmter Warenwert gegenüber. Ware, basierend auf einer Leistung die in der Vergangenheit erbracht wurde. Natürlich gab es auch Fluktuationen im Warenwert, da nicht immer vom gleichen Angebot ausgegangen werden kann. Hatte ein Anbieter weniger Waren, stieg der Preis. War die nächste Saison besser, fiel er wieder und es kam zu einem Ausgleich! Aber selbst bei hohem Preis ging dem Gold immer eine Leistung vorraus: Felder mussten bestellt werden, Vieh gezüchtet, Metall verarbeit und Dienstleistungen verrichtet.

Weil es nun gefährlich ist, sein Gold unterm Kopfkissen aufzubewahren, kam die Idee der Bank dazu. Auch dies ist zunächst mal eine gute Idee.
Man lagerte sein Gold in einer Bank ein und erhielt dafür eine Währung, die Auskunft über die Höhe des Kapitals gibt, eine sogenannte Banknote. Gegen Vorlage dieser Banknote war die Bank verpflichtet den Gegenwert an Gold zu jeder Zeit auszuzahlen. Selbst da hatte der Geldschein, die Banknote noch einen Gegenwert, das Gold lag ja jederzeit griffbereit im Tresor der Bank und dem Gold liegt, wie oben erwähnt immer eine Leistung zu Grunde, die bereits erbracht wurde.

Jetzt stellte die Bank fest, dass der Zahlungsverkehr mittels Banknoten hervorragend funktioniert und, dass viel weniger Gold von der Bank abgeholt wurde als erwartet.
Und da manche Goldbesitzer für einen gewissen Zeitraum freiwillig auf ihr Gold verzichteten, gaben sie der Bank die Erlaubnis, diesen Anteil des Goldes zu verleihen. Hier lag dem geliehenen Geld auch noch eine Leistung zu Grund: die des Goldbesitzers. Bei Rückzahlung an die Bank durch den Schuldner wird auch eine Leistung erbracht. Der Zins, der von der Bank erhoben wurde kann auch als leistungsgedeckt betrachtet werden: Leistung, die durch Verwaltung und Lagerhaltung entstanden ist.

Soweit, so gut!

Da sich die Tresore füllten und immer viel mehr Gold da war, als wieder abgeholt wurde oder mittels Kredit verliehen wurde, kam die Bank auf eine genauso geniale wie fatale Idee.
Man dachte sich, wenn ja niemand das Gold abholt, weil ja mit Banknoten stellvertretend für Gold bezahlt werden kann (und später werden musste, per Gesetz, wie ich in einem anderen Blog noch erläutern werde!), kann man ja genausogut viel mehr Geld verleihen, als es die jeweiligen Goldbesitzer selbst beauftragen, die vom Zins ja einen Teil bekamen, weil sie ihre Leistung zur Verfügung stellten. Ohne Beauftragung der Goldbesitzer geht sogar der gesamte Zins an die Bank. Wenn das mal nicht viel lukrativer ist.

Gewinnoptimierung nennt man sowas wohl...

Fractional banking war erfunden: die Bank musste nur noch einen gewissen Prozentsatz an Gold in den Tresoren liegen haben im Vergleich zur ausgeliehenen Summe.
So kam es, dass 1 Kilo Gold bis zu 20 mal und mehr weiterverliehen wurde, einfach, indem auf beiden Seiten ihrer Bücher der geliehene Betrag geschrieben wurde, so wie ich es in meinem Blog "Es werde Geld" beschrieben hatte.

Auch dies geht solange in Ordnung, solange der Falschgeld/Buchgeld-Betrag wieder zurückgezahlt wird. Dann nämlich verschwindet das Buchgeld. Somit besteht für Buchgeld keine Deckungspflicht durch Gold.

Doch entsteht durch dieses "Mehr" an Geld ein Wertverlust der Leistung, was durch mehr Leistung kompensiert werden muss.
Wenn dann obendrauf der Leistungserbringer/Bürger mistrauisch wird, angesichts des Wertverlustes ihrer Banknoten und beschliesst, sein Gold von der Bank abzuziehen, kann es ganz schön eng werden für eine Bank, die ja nur einen geringen Prozentsatz der ausgegebenen Geldmenge in Form von Gold bevorratet.
Tatsächlich kam es in der Geschichte schon zu sehr brutalen Szenen wegen solcher Gründe, bis hin zu Kriegen.
Immer hemmungsloser liessen sich die Geldschöpfer also dazu hinreißen, immer mehr Geld mittels Buchgeld in den Markt zu pumpen, was zunächst auch die Wirtschaft belebte, da ja nun Geld für Investitionen zu Verfügung stand. In rasender Geschwindigkeit stieg der Anteil an Buchgeld im Verhältnis zur Gesamtgeldmenge auf 90%.

Ein kleines Beispiel angelehnt an eine früheren Blog von mir: Erinnert ihr euch an die Geschichte mit dem Wirt und den zehn Freunden? Die Bierdeckel-Schuldscheine? Als ich zum ersten mal an diesem Beispiel die Erschaffung von Falschgeld bildlich zu erklären versuchte?
http://20cent-community.de/blog/show.phtml?cbID=11914
Ihr könnt euch vorstellen, dass jeder dieser zehn Freunde den Bierdeckel eines anderen als Zahlungsmittel akzeptieren würde und auch der Wirt würde für diesen Bierdeckel Bier ausschenken. Das funktioniert solange, wie davon auszugehen ist, dass jeder der Freunde die Absicht hat, seine Verpflichtung durch Zahlung der 20€ zu erfüllen. Erst wenn einer nicht mehr die Absicht hat seine Leistung zu erbringen, wird dieses Geld ja zu Falschgeld, da es keinen Gegenwert mehr besitzt.

Dies bedeutet, irgendein anderer muss diese Leistung erbringen. Wenn also nun nie beabsichtigt ist ein Zahlungsversprechen einzuhalten, ist mein Geld "faul" oder besser gesagt: falsch! Wenn ich nicht zurückzahle bleibt das Buchgeld existent und andere müssen dafür mehr verzichten, mehr leisten.

Längst schon hatte der Staat dieses Monopol der Geldschöpfung den Banken streitig gemacht, bis irgendwann beide, Banken wie Staat Geld schöpfen konnten: der Staat legt Staatsanleihen auf, die Banken mittels Buchgeld verflüssigen und zahlt mit neuen Zahlungsversprechen. Man führte die Annahmepflicht von Geldscheinen ein, also auch solchen, die nicht warengedeckt sind. Der Teufelskreis ist in vollem Gange. Spätestens nachdem Staat und Banken das Monopol auf Geldschöpfung erlangten, gab es kein Halten mehr.
Ein moderner Staat schreibt heute Wechsel auf eine unbestimmte Zukunft und erhält dafür Geld. So produziert der Staat Falschgeld selbst. Er lässt es lediglich bei den Banken drucken. Eine Leistung wurde nie erbracht und ist auch nicht beabsichtigt. Man zahlt Zahlungsversprechen mit neuen Zahlungsversprechen.

Die Gegenleistung erbringen wir!!! Wie gesagt: jeden Tag! Immer mehr!!!




to be continued :-)

(c) davoice

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